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Wie kann man bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sparen?

Junge Fahrzeuglenker werden bei der Kfz-Haftpflichtversicherung besonders zur Kasse gebeten. Angebote vergleichen, kann die Prämie um die Hälfte senken.

16.11.2015 Online Redaktion

Wer heuer ein neues Auto kauft, muss höchstwahrscheinlich tiefer in die Tasche greifen, als noch 2013. Die neu geregelte Normverbrauchsabgabe (NoVA) erhöht die Abgabenlast speziell für größerer Modelle deutlich. Für einen Mercedes CLS mit 265 PS steigt die NoVA von knapp 6.900 Euro auf rund 8.300 Euro. Nur wer kleine Autos fährt, kommt besser weg. Ein VW Golf 1,6 TDI beispielsweise wird nach der Umstellung um 503 Euro günstiger.

Eingehoben wird die NoVA von den Assekuranzen mit den Prämien für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Unternehmen sind über diese Verteuerung naturgemäß wenig erbaut. Klaus Pekarek, Generaldirektor der Raiffeisen Versicherung: „Wir wurden von der neuen Steuer erst informiert, als sie bereits fix war. Gegen die neue Kfz-Steuer spricht natürlich, dass die Menschen bereit 30 Prozent ihres Einkommens für das Auto ausgeben müssen. Und die Kosten für das Autofahren sind seit dem Jahr 2000 um über 20 Prozent stärker gestiegen als die Kosten für die Lebenshaltung.“

30 Faktoren bestimmen die Prämie

Umso wichtiger ist es, bei den Autokosten genau zu rechnen. Speziell bei der Kfz-Haftpflichtversicherung bieten sich dabei Möglichkeiten zum Sparen an. Denn die Tarife variieren zwischen den einzelnen Anbietern beträchtlich. Rund 30 Faktoren bestimmen die Höhe der Prämie. Nur das Geschlecht darf nach einer EU-Gesetzesänderung seit Ende 2012 keine Rolle mehr spielen. Obwohl Frauen statistisch gesehen weniger Unfälle verursachen, also eigentlich eine niedrigere Kfz-Haftpflichtprämie zahlen sollten, darf die Prämienhöhe nicht davon abhängen, ob es sich um einen Fahrzeughalter oder eine Fahrzeughalterin handelt.

praemienvergleich

Wesentlich ist auch der Wohnort. Wer in bestimmten Gegenden des Burgenlandes oder des Weinviertels ein Fahrzeug anmeldet, muss mit höheren Prämien rechnen, da die Unfallhäufigkeit in diesen Regionen deutlich höher ist.

Sparen mit der Deckungssumme

Sparmöglichkeiten. Prinzipiell gilt natürlich: Die billigste Versicherung ist die beste, da die Haftpflichtversicherung lediglich die Fremdschäden abdeckt. Ein Kriterium, um bei der Prämie zu sparen, ist deshalb die Höhe der Deckungssumme. Laut Gesetz müssen Schäden Dritter bis zu einer Höhe von sieben Millionen Euro durch die Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt sein. Diese Summe ist allerdings rasch verbraucht, wenn nach einem verschuldeten Unfall Folgeschäden bezahlt werden müssen. Eine Deckungssumme von 15 Millionen Euro kann im Fall der Fälle also hilfreich sein.

Manche Assekuranzen bieten daher Kfz-Haftpflichtversicherungen mit einer Deckungssumme von 15 Millionen Euro um den gleichen oder kaum teureren Tarif an. Einen Vergleich aller Angebote der Haftpflichtversicherungen bietet das Onlineportal www.durchblicker.at. Betreiber Reinhold Baudisch: „Die Prämien für die Polizzen in unserem Online-Portal werden regelmäßig mit den Versicherungen abgesprochen. Bei der Höhe der Prämien spielen neben der Größe des Fahrzeugs Faktoren wie das Alter, die Bonus-Malus-Stufe oder ein möglicher Selbstbehalt im Schadensfall ein wichtige Rolle.“

Keine Angst vor dem Selbstbehalt

Doch gerade beim Selbstbehalt sollte man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Wer nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließt, kann mit einem Selbstbehalt die Prämie höchstens um rund zehn Prozent senken. Das bringt speziell bei kleineren Fahrzeugen kaum eine Ersparnis. Im Schadensfall dann für die Reparatur am Auto des Unfallgegners aber 300 oder 400 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen zu müssen, tut da mehr weh. Selbstbehalte zahlen sich nur bei einer Teil- oder Vollkaskoversicherung aus. Hier verringern sich die Prämien dadurch um bis zu 30 Prozent.

Üblicherweise steigt man bei der Kfz-Haftpflichtversicherung in der Bonusstufe neun ein. Es gibt jedoch die Möglichkeit, auch mit einer niedrigeren Bonusstufe zu beginnen. Niedrigere Bonusstufen können von Verwandten, die im selben Haushalt leben, bei einer Neuanmeldung übernommen werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die zuvor Versicherten keine eigene Kfz-Polizze mehr benötigen. Dass kann der Fall sein, wenn ein Firmenwagen plötzlich genutzt wird oder die Frau Mama nicht mehr selber fahren will.

Jung zu sein ist teuer

Wesentlich für die Höhe der Prämie ist auch das Unfallrisiko. Und hier zählen Bewohner bestimmter Regionen und speziell junge Fahrzeuglenker nicht zur Lieblingszielgruppe der Versicherungen. Jüngere Autofahrer müssen mit einer höheren Kfz-Haftpflichtprämie rechnen als ältere. So kostet beispielsweise eine Haftpflichtversicherung für einen Mittelklasse-Pkw (VW Golf 1,4 TDI) für einen 22-jährigen Fahrer in der Bonusstufe neun rund 1.000 Euro. Dagegen bezahlt ein 35-jähriger für die selbe Versicherung nur rund 600 Euro. Wenn sich junge Fahrzeughalter aber mit einem Auto, das nicht mehr als 116 PS hat, begnügen, kommen sie deutlich günstiger weg.

Die Raiffeisen Versicherung bietet beispielsweise speziell für diese Zielgruppe eine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung an, die deutlich günstiger ist. Raiffeisen Versicherungs-Chef Pekarek: „Natürlich lieben wir Frauen zwischen 27 und 50 als Kunden, weil sie kaum Unfälle verursachen. Aber wir wollen mit speziellen Angeboten auch die Jungen zu uns ins Boot holen.“

Hier können Sie ihre motorbezogene Versicherungssteuer berechnen: Kfz-Steuerrechner

Vielen Dank an Thomas Martinek von format.at

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