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Vettel überholte Senna in Singapur

Mit dem 42. Grand Prix-Sieg seiner Karriere überholte Sebastian Vettel Ayrton Senna in der All Time-Bestenliste – Lewis Hamilton ist den beiden trotz seinem Ausscheiden in Singapur dicht auf den Fersen.

21.09.2015 APA
Sebastian Vettel überholte beim Grand Prix von Singapur nicht nur Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Co, sondern auch Formel 1-Legende Ayrton Senna – zumindest bildlich gesprochen. Der Triumph in Singapur war der 42. Grand Prix-Sieg in der Karriere des Deutschen. Damit überholte Vettel in der All Time-Bestenliste den Brasilianer Senna, der nun mit 41 Grand Prix-Siegen auf Platz 4 zurückgefallen ist. Vor Vettel (Platz 3) liegen nun nur mehr Alain Prost (Platz 2 mit 51 Siegen) und Michael Schumacher (mit 91 Siegen).

Die Fahrer mit den meisten Grand-Prix-Siegen der Formel-1-Geschichte:

 1. Michael Schumacher (GER)  91 GP-Siege
 2. Alain Prost (FRA)         51
 3. Sebastian Vettel (GER)    42 *
 4. Ayrton Senna (BRA)        41
 5. Lewis Hamilton (GBR)      40 *
 6. Fernando Alonso (ESP)     32 *
 7. Nigel Mansell (GBR)       31
 8. Jackie Stewart (GBR)      27
 9. Niki Lauda (AUT)          25
  . Jim Clark (GBR)           25
11. Juan Manuel Fangio (ARG)  24
12. Nelson Piquet (BRA)       23
13. Damon Hill (GBR)          22
14. Mika Häkkinen (FIN)       20
  . Kimi Räikkönen (FIN)      20 *

* = Fahrer aktiv

3. Saisonsieg für Vettel

Für Vettel bedeutete der Sieg in Singapur nicht nur den 42. seiner Karriere, sondern auch den 3. der laufenden Saison. Der von der Pole Position gestartete Deutsche, der heuer schon in Ungarn und Malaysia triumphiert hatte, diktierte den 13. Saisonlauf von Beginn weg. WM-Leader und Titelverteidiger Lewis Hamilton fiel dagegen in Runde 33 aus und blieb damit erstmals in dieser Saison punktlos.

Defekte Klemme stoppte Hamilton

Die Ursache für den Leistungsverlust am Boliden von Hamilton war zunächst unklar, erst am Sonntag Abend twitterte das Mercedes-Werksteam des Rätsels Lösung.

Hamilton war dadurch Mitte des Nachtrennens an die letzte Stelle zurückgefallen und gab deshalb auf.

Ricciardo und Räikkönen auf den Plätzen

Der 30-jährige Mercedes-Pilot führt die Fahrerwertung aber weiter überlegen an. Hinter Vettel landeten der Australier Daniel Ricciardo im Red Bull und der Finne Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Erst dahinter folgte Hamiltons deutscher Teamkollege Nico Rosberg auf Platz vier, der nun 41 Punkte Rückstand auf den Engländer hat. Vettel fehlen als WM-Dritten 49 Zähler auf Hamilton.

Vettel: „Das war eines meiner besten Rennen“

„Ich bin überglücklich, das war eines meiner besten Rennen. Wir hatten ein tolles Wochenende“, betonte Vettel nach dem insgesamt 75. Stockerlplatz seiner Karriere. Neben Vettel war auch Ricciardo überglücklich über Platz zwei. „Es fühlt sich gut an, wieder hier oben zu stehen“, meinte der Australier zu seinem zweiten Podestplatz in dieser Saison nach Rang drei in Ungarn.

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© Bild: Mark Thompson Getty Images Sport

Hamilton kommt nicht an Senna ran

Champion Hamilton verpasste indes sein großes Ziel, in seinem 161. Grand Prix die Marke seines Kindheitsidols Senna einzustellen. Bereits im Qualifying war der Brite daran gescheitert, den Formel-1-Rekord des Brasilianers aus den Jahren 1988 und 1989 einzustellen, als dieser acht Mal in Serie die Pole erobert hatte. Der Vorjahressieger war lediglich auf Startrang fünf gekommen.

„Ich verliere Power“

Auch das Rennen begann für das Mercedes-Team, das am Samstag erstmals nach 23 Qualifying-Bestzeiten en suite die Pole verpasste hatte, schlecht. Ein Problem mit der Motorelektronik machte vor allem Rosberg schon vor dem Start zu schaffen. In Runde 27 kam dann der verhängnisvolle Funkspruch von Hamilton: „Ich verliere Power.“

Aufgabe in Runde 33

Danach wurde der zu diesem Zeitpunkt auf Rang fünf liegende Weltmeister bis ans Ende des Feldes durchgereicht und entschloss sich schließlich nach Rücksprache mit dem Team in Runde 33 zur Aufgabe. Hamilton hatte in allen bisherigen zwölf Rennen stets Punkte geholt und war mit Ausnahme von Ungarn (Platz sechs) immer auf dem Podest gestanden.

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© Bild: Clive Mason Getty Images Sport

Wolff gratuliert Ferrari

„Das ganze Wochenende war ein bisschen charakterbildend“, meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Wolff gratulierte Ferrari zu einer „Megaleistung“ und zum ersten Saisonrennen mit beiden Fahrern auf dem Podest, machte aber auch bereits die erste Kampfansage für das Rennen am kommenden Sonntag in Japan: „Wir müssen jetzt nächste Woche zurückschlagen.“

„Da ist ein Mann auf der Strecke“

Wie immer gab es auf dem Stadtkurs in Singapur Safety-Car-Phasen. Die erste folgte auf eine Kollision von Felipe Massa (BRA/Williams) mit Nico Hülkenberg (GER/Force India) in Runde 13. Der Deutsche wurde von den Stewards als Schuldiger mit einer Rückversetzung um drei Startplätze im nächsten Rennen in Suzuka bestraft. Das zweite Mal musste das Sicherheitsfahrzeug in Runde 38 ausrücken, weil ein Fan einen kurzen Spaziergang auf der Strecke gewagt hatte. Vettel traute seinen Augen nicht. „Da ist ein Mann auf der Strecke“, funkte der Deutsche seiner Box.

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© Bild: YouTube

Endstand des Formel-1-Grand-Prix von Singapur am Sonntag nach 61 Runden a 5,073 km (insgesamt 308,828 km) sowie die WM-Wertungen nach dem 13. von 19 Saisonrennen:

1. Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 2:01:22,118

2. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull, +1,478

3. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari, +17,154

4. Nico Rosberg (GER), Mercedes, +24,720

5. Valtteri Bottas (FIN), Williams, +34,204

6. Daniil Kwjat (RUS), Red Bull, +35,508

7. Sergio Perez (MEX), Force India, +50,836

8. Max Verstappen (NED), Toro Rosso, +51,450

9. Carlos Sainz jr. (ESP), Toro Rosso, +52,860

10. Felipe Nasr (BRA), Sauber, +1:30,045

11. Marcus Ericsson (SWE), Sauber, +1:37,507

12. Pastor Maldonado (VEN), Lotus, +1:37,718

13. Romain Grosjean (FRA), Lotus, +2 Runden

14. Alexander Rossi (USA), Manor, +2 Runden

15. Will Stevens (GBR), Manor, +2 Runden

Ausgeschieden: Fernando Alonso (ESP) McLaren, Jenson Button (GBR) McLaren, Lewis Hamilton (GBR) Mercedes, Nico Hülkenberg (GER) Force India, Felipe Massa (BRA) Williams

Schnellste Runde: Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 1:50,041 Min. (52. Runde/Schnitt: 165,960 km/h)

WM-Stände nach 13 von 19 Rennen – Fahrerwertung:

1. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 252

2. Nico Rosberg (GER), Mercedes, 211

3. Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 203

4. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari, 107

5. Valtteri Bottas (FIN), Williams, 101

6. Felipe Massa (BRA), Williams, 97

7. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull, 73

8. Daniil Kwjat (RUS), Red Bull, 66

9. Sergio Perez (MEX), Force India, 39

10., Romain Grosjean (FRA), Lotus, 38

11., Max Verstappen (NED), Toro Rosso, 30

12. Nico Hülkenberg (GER), Force India, 30

13., Felipe Nasr (BRA), Sauber, 17

14. Pastor Maldonado (VEN), Lotus, 12

15. Fernando Alonso (ESP), McLaren, 11

16. Carlos Sainz jr. (ESP), Toro Rosso, 11

17. Marcus Ericsson (SWE), Sauber, 9

18. Jenson Button (GBR), McLaren, 6

Konstrukteurs-Wertung:

1. Mercedes, 463

2. Ferrari, 310

3. Williams, 198

4. Red Bull, 139

5. Force India, 69

6. Lotus, 50

7. Toro Rosso, 41

8. Sauber, 26

9. McLaren, 17

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