F1 Grand Prix of Malaysia - Qualifying
 

Vettel sprengte in Malaysia das Mercedes-Duo

Regen und interne Zwists begleiteten Hamiltons 40. Pole. Ferrari erobert dank Vettel erstmals seit zwei Jahren einen Startplatz in Reihe eins.

28.03.2015 APA

Sebastian Vettel hat im verregneten Qualifying für den Grand Prix von Malaysia das Mercedes-Duo „gesprengt“ und erstmals seit zwei Jahren einen Ferrari in die erste Startreihe eines Formel-1-Rennens gestellt. Während Nico Rosberg nur Dritter wurde, hätte der Deutsche fast auch noch Lewis Hamilton gepackt. Der Weltmeister sicherte sich seine 40. Pole mit nur 0,074 Sekunden Vorsprung auf Vettel.

Wolkenbruch in Q2

Erstmals seit Ungarn 2014 und damit zehn Rennen stehen damit am Sonntag in Sepang (9.00 MESZ, live ORF 1, RTL und Sky) nicht beide Mercedes in der ersten Reihe. Was zunächst nach einer Überraschung klingt, war aber vor allem dem Regen geschuldet. Denn der kam am Samstag kurz nach Beginn der zweiten Quali-Phase (Q2) wolkenbruchartig und übernahm ab da die Regie des insgesamt einstündigen Kampfes um die beste Startposition.

Der Regen brachte die Pläne vieler durcheinander

Angesichts des drohenden Regens gab es im Q2 zunächst ein Riesengedränge auf der Piste, weil jeder Pilot noch rasch eine schnelle Runde hinlegen wollte. Während Hamilton mit Glück als Achter noch ins Finale rutschte, waren Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen sowie der zuvor im Training stark fahrende Toro-Rosso-Junior Carlos Sainz Jr. (15.) die größten Opfer. „Wir haben immer einen Plan, diesmal war es halt der falsche“, kommentierte Räikkönen Platz elf lapidar.

Stinksauer war hingegen Hamilton. „Warum habt ihr mich so spät rausgeschickt“, beklagte er sich über Funk bei seiner Boxencrew darüber, dass er im Q2 im dichten Verkehr fast ausgeschieden wäre. Aufsichtsratschef Niki Lauda blieb cool. „Selber schuld“, machte er klar, dass sich Hamilton seiner Meinung nach das Leben selbst schwer gemacht hatte.

Zwist bei Mercedes

Hamilton ging dann im wegen des Regens um 15 Minuten nach hinten verschobenen Q3 trotz nasser Piste sehr früh mit Intermediates auf Zeitenjagd. Diesmal war es dann ausgerechnet Teamkollege Rosberg, der ihm beim eigenen, abgebrochenen Versuch auf der zweiten Runde im Weg stand. Letztlich rettete Hamiltons knappe Pole das Silberpfeil-Team vor einem größeren Knatsch.

„Ich wäre noch schneller gewesen“, war sich Hamilton sicher, dass Vettel sonst nicht bis auf 74 Tausendstel nahegekommen wäre. Motorsportchef Toto Wolf kalmierte: „Nico kann sich nicht in Luft auflösen.“

Vettel: „Im Rennen werden die beiden schwer zu schlagen sein“

Vettel jubelte, wie im Vorjahr sowie danach auch noch in Ungarn – jeweils noch im Red Bull – Platz zwei hinter Hamilton geholt zu haben. „Ich wusste, dass der Regen unsere Chance sein kann. Reihe eins ist etwas ganz Besonderes für uns“, sagte der Deutsche, der damit den starken Eindruck von Melbourne bestätigte. Ferrari jubelte prompt wie nach einem Sieg, für die Scuderia bedeutete Vettels Ergebnis erstmals ein Auto in Reihe eins seit Malaysia 2013 (Felipe Massa).

Vettel ist freilich bewusst, dass dies nur eine Momentaufnahme ist. „Im Rennen werden die beiden neben mir schwer zu schlagen sein“, deutete er auf der Pressekonferenz auf Hamilton und Rosberg.

Der Red-Bull-Vierfach-Weltmeister orientierte sich dennoch nach oben. „Schade, dass es mit der Pole nicht ganz geklappt hat“, gab er sich zum Samstag ebenso forsch wie zum Sonntag. „Erst da werden wir wirklich Bescheid wissen. Aber natürlich versuche ich zu gewinnen. Mal schauen, ob ich die Chance dazu bekomme“, hoffte er auf anhaltenden Regen. Am Renntag soll es aber trocken bleiben.

Rosberg ist enttäuscht, aber zuversichtlich

Rosberg gab sich einerseits zerknirscht („Ich bin enttäuscht, einfach nicht gut genug gefahren“) und erklärte dies damit, dass der Grip der Reifen besser gewesen sei als von ihm erwartet. Offensichtlich hat der Deutsche aber ohnehin einen größeren Plan. „Ich stehe auf P3 und der sauberen Seite. Da habe ich gute Chancen, Sebastian zu erwischen“, hoffte er, Vettel schon am Start zu überholen. Hamilton hebt er sich offenbar für später auf. „Mit meiner Strategie ist was drin. Wenn alles stimmt, kann ich Lewis auf jeden Fall attackieren.“

Beim WM-Auftakt vor zwei Wochen in Australien hatte dies nicht funktioniert. Hamilton hatte in Melbourne von der Pole aus das Rennen locker kontrolliert. Immer wenn Verfolger Rosberg zulegte, fuhr auch Hamilton schneller. Am Ende gewann der Weltmeister aus England ein ereignisloses Rennen souverän vor seinem Mercedes-Teamkollegen sowie Vettel. Die drei sind die derzeit dominierenden Fahrer in der Formel 1.

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