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Der RB10 machte Vettel am ersten Testtag Probleme - "kleiner Fehler, kann passieren"
 

Vettel: Formel 1-Saison 2014 wird schwerer verständlich

Sebastian Vettel sprach am Rande der Testfahrten für die neue Formel 1-Saison über Herausforderungen und seinen Freund Michael Schumacher.

28.01.2014 APA

Heute begannen die Testfahrten für die Formel 1-Saison 2014 in Jerez de la Frontera. Diese verliefen nicht ganz problemlos: So machte Sebastian Vettels neuer Red Bull Probleme, Lewis Hamilton crashte seinen neuen Mercedes nach nicht einmal der Hälfte des ersten Testtages in einen Reifenstapel. Der vierfache Formel-1-Weltmeister Vettel sprach bei einer Medienrunde am Dienstag über die Herausforderungen in der kommenden Saison und über Michael Schumachers Unfall.

Interview mit Sebastian Vettel in Jerez de la Frontera

Frage: Was war los mit Ihrem neuen Wagen?

Vettel: „Wir hatten ein kleines Problem über Nacht. Wir haben ein Teil falsch montiert. Kleiner Fehler, kann passieren.“

Frage: Sie sind ihren neuen Wagen zumindest vor dem Testauftakt schon im Simulator gefahren, wie war Ihr Eindruck?

Vettel: „Es fühlt sich sehr anders an. Nicht nur wegen des neuen Antriebsstrangs. Die Aerodynamik ist anders. Wir erwarten ein anderes Grip-Level und die Reifen sind die größte Unbekannte.“

Frage: Kann der Simulator das Fahrgefühl wiedergeben?

Vettel: „Im Normalfall schon. Aus der Erfahrung kann man schon sagen, dass das, was wir uns im Simulator zusammenrechnen, auch auf der Strecke passiert.“

Frage: Wie groß schätzen Sie ihre Chancen auf den fünften Titel hintereinander ein?

Vettel: „Keiner im Team denkt im Moment an mögliche Resultate. Es ist zu früh. Nach drei, vier Rennen ist man vielleicht in einer besseren Lage, um zu beurteilen, wie gut oder schlecht man im Vergleich zu den anderen ist, und kann sich die Ziele zu setzen.“

Frage: Ist neu auch besser mit Blick auf den Zuschauer? Merkt er die vielen Unterschiede in der Formel 1?

Vettel: „Ich denke mal, er wird weniger verstehen. Das geht ja uns schon so. Sonst würden wir den ganzen Tag schon fahren. Ich denke, dass sich vieles auch wieder beruhigen wird, aber es ist eine riesengroße Umstellung. Das Rennen fahren, soweit wir das jetzt vorhersagen können, vielleicht liegen wir da jetzt auch falsch, wird sich unserer Erwartung nach verändern. In dem Sinne, dass man nicht mehr das ganze Rennen Vollgas fahren kann. Man kann es gerne probieren, aber ich glaube, man sieht die Zielflagge dann kein einziges Mal. Aber da das Ziel ist, wird man die Leistung runterdrehen müssen und Sprit sparen müssen. Was man wirklich sagen kann, ist, dass die Abstände größer werden.“

Frage: Was tippen Sie, wie viele Autos beim ersten Rennen in diesem Jahr ins Ziel kommen?

Vettel: „Das ist schwer. Im Moment ist die Lernkurve sehr, sehr steil. Von Tag zu Tag, von Woche zu Woche. Ich weiß nicht: die Hälfte?“ (lacht)

Frage: Wie sehr beschäftigt Sie noch der Unfall von Michael Schumacher?

Vettel: „Letzten Endes ist das immer noch ein Schock, weil man nicht weiß, was mit dem Michael passiert. Was aus der Person wird, die man so gut kennengelernt, die man schätzen gelernt hat. Man betet, man wünscht, man hofft, dass das Wunder passiert und dass der Gleiche aufwacht, so wie er vorher war. Bis jetzt gab es noch kein Aufatmen. Für uns ist das schon schlimm, für Leute, die ihn kennen. Aber ich glaube, für die Familie und für enge Freunde ist das der Horror, wenn man nicht weiß, was passiert.“

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