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Verstappens Aufstieg spaltet die Formel 1

Formel 1 ist skeptisch zu schnellen Aufstieg Verstappens – Wolff: „Hoffe, es geht gut“ – Wurz positiv: „Stoppuhr kennt kein Alter“

07.09.2014 APA

Der rasante Aufstieg des blutjungen Niederländers Max Verstappen spaltet die Formel 1. Viel Skepsis schlägt dem Jungspund, der 2015 als erst 17-Jähriger in einem Toro Rosso an der WM teilnehmen wird, entgegen. Zumindest Verstappens Talent wird außer Frage gestellt. „Und die Stoppuhr kennt kein Alter“, lautet der Standpunkt von Ex-Rennfahrer Alexander Wurz.

Mattiaci macht sich Sorgen um die Jugend

Einer der größten Skeptiker des Blitz-Aufstieges von Verstappen, der nur über ein Jahr Erfahrung in der Formel 3 verfügen wird, ist Ferrari-Teamchef Marco Mattiaci. „Ich mache mir Sorgen, ob das nicht die falsche Botschaft an die Jugend ist“, fordert der Italiener, dass der Weg in die Formel 1 ausreichend anspruchsvoll sein sollte.

Horner: Autos sind so einfach zu fahren wie nie zuvor

Bei Red Bull sieht man aber alle Voraussetzungen gegeben, den Niederländer bei Toro Rosso und damit im B-Team der Österreicher einzusetzen. Christian Horner, Teamchef der Weltmeisterteams Red Bull Racing, stellte lapidar fest: „Seit den Regeländerungen ist ein Formel-1-Auto so einfach zu fahren wie nie zuvor. Das macht den Übergang viel einfacher.“

Verstappen überspringt eine Stufe

Hinter Super-Talent Verstappen waren einige Rennställe schon seit geraumer Zeit her, Red Bull machte letztlich das Rennen. Bei den Österreichern begnügte man sich aber nicht mit der Implementierung des Rennfahrer-Sohnes in das Junior-Team, sondern hievt den Youngster gleich direkt von der Formel 3 in die Königsklasse und macht ihn damit zum jüngsten GP-Piloten aller Zeiten.

Mercedes hätte ihn nicht gleich in die Formel 1 gehoben

Das ist Vielen zu schnell. „Wir hätten zunächst GP2 mit ihm gemacht und ihm einige Tage in der Formel 1 gegeben“, sagte Toto Wolff von Mercedes. Auch die „Silbernen“ hatten sich um Verstappen bemüht, baut man doch gerade wieder ein Junior-Team auf. Dort soll nun Pascal Wehrlein stark gefördert werden.

Red Bulls Motorsportdirektor Helmut Marko hatte nach dem Engagement von Verstappen gemeint, der Kart-Weltmeister von 2013 brauche keinen Zwischenschritt mehr. „Er ist reif für die Formel 1“ ist Marko überzeugt. Beim ersten Show-Run des Juniors in Rotterdam ging freilich einiges daneben. Ein Mal blieb er im Zaun stecken, ein anderes Mal beschädigte er die Schnauze des Autos.

Einig sind sich die Rennställe über das Talent Verstappens

Verstappen hat aber noch Zeit, sich an die große Bühne zu gewöhnen. „Außergewöhnliches Talent gehört gefördert und Max ist so eines. Er ist mit Sicherheit Formel-1-Material und ein möglicher Star der Zukunft“, meinte auch Wolff und bezeichnete die Bemühungen von Red Bull als „intelligent“.

Skepsis aber bleibt. „Ob es gut für die Formel 1 ist, einen 17 jährigen da rein zu stecken, ist eine andere Sache“, so Wolff. „Die Formel 1 ist kein Spielplatz, wo man ausgebildet wird. Man sollte vielmehr schon mit einem gewissen Grad an Erfahrung herkommen. Deshalb hoffe ich, dass das gut geht.“

Wurz: Red Bull muss auf ihn aufpassen

Beide Seiten sieht auch Wurz. Der Niederösterreicher, der 1997 als 23-Jähriger in die Formel 1 gekommen war, hat einen klaren Standpunkt: „Ob 40 oder 17, die Stoppuhr lügt nicht.“

Die Frage sei aber vielmehr, ob Verstappen auch als Persönlichkeit zurechtkommen werde. „Im Fahrerlager wird man schnell zermürbt, da muss Red Bull auf ihn aufpassen“, so Wurz, selbst Vater von drei Buben. „In den unteren Kategorien fährst du gegen einzelne Gegner deiner Altersstufe. In der Königsklasse gegen die besten Fahrer mehrerer Generationen. Da geht es ans Eingemachte.“

Vergne muss Platz machen

Für Verstappen weichen muss Jean Eric Vergne. Der 24-jährige Franzose tut dies ziemlich desillusioniert. „Nach drei Jahren bist du eben kein Rookie mehr.“ Für ihn sei wichtig, dass Red Bull die tatsächlichen Ursachen kenne. „Ohne die technischen Probleme hätte ich viel mehr Punkte machen können. Vieles war nicht unter meiner Kontrolle“, so „JEV“.

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