Ayrton Senna: * 21. März 1960 in São Paulo; † 1. Mai 1994 in Bologna
 

Senna – Der Film

Am 27. und 28. September wird im Wiener Filmmuseum eine sehenswerte Kino-Dokumentation über Ayrton Senna gezeigt.

18.09.2012 Autorevue Magazin

Knapp 18 Jahre liegt der Tag nun zurück, an dem Ayrton Senna beim Großen Preis von San Marino tödlich verunglückte. Jeder, der sich auch nur halbwegs für die Formel 1 interessiert, wird sich daran erinnern. Echte Auskenner werden wohl auch die Details noch im Gedächtnis haben: die tiefe Trauer der Brasilianer, die immer noch nicht 100prozentig geklären Umstände des Unfalls, die Kritik an der FIA und der Nachdruck mit dem danach an der Sicherheit der Rennserie gearbeitet wurde.

Nun wird die Erinnerung aufgefrischt. An zwei Tagen Ende September wird nun im Wiener Filmmuseum die Kino-Dokumentation „Senna“ von Asif Kapadia gezeigt. Es sind die einzigen zwei Aufführungen, die es vorerst in Österreich geben wird.

Der Kinofilm, den der junge britische Filmemacher Asif Kapadia 2010 über Ayrton Senna gemacht hat, ist keine Filmbiografie im klassischen Sinn, sondern vielmehr ein dramaturgisch feinsinniges, nur aus Orgininalaufnahmen zusammengesetztes Passionsbild, das Interview-Sequenzen mit Zeitzeugen und Ton-Mitschnitte von damals ausschließlich aus dem Off kommen lässt.

Kapadia erzählt Senna wie eine Heiligengeschichte, beschreibt der Begleittext den Film. Viele Fakten aus dem Leben und Werken des Rennfahrers würden darin vermittelt – und viele auch nicht. Es geht nicht um eine akribische Wahrheitsfindung. Nicht um das Aufzeigen aller geklärter und ungeklärter Details, die das Leben und den Tod des außergewöhnlichsten Rennfahrers der Formel 1 umranken.

Dafür gelingt es dem Film spannend zu sein. Sehr spannend. Obwohl man sein Ende kennt. Es sind die wunderbaren Fahrszenen und die Bilder von damals. Eineinhalb Stunden lang ist die Spannung dieser Rennen wieder da, die Fights zwischen Senna und Prost, die Duelle auf der Piste.

Als traurige Koinzidenz am Rande: Sid Watkins, der Arzt, in dessen Armen Aryton Senna an der Unglücksstelle verstarb, jener „Doctor Sid“, der nach Sennas Tod maßgeblich an den Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen der Rennen mitarbeitete, ist nun selbst am 13. September gestorben. (Seine Memoiren „Leben am Limit: Triumphe und Tragödien in der Formel 1“ sei Interessierten hiermit empfohlen.)

Eine der ergreifendsten Szenen des Filmes ist übrigens ein Interview, in dem Ayrton Senna, kurz nachdem er 1991 zum dritten Mal Weltmeister geworden war, folgendes sagte:

„Richtig glücklich werde ich erst sein, wenn ich mich menschlich als Ganzes fühle, was heute noch längst nicht der Fall ist. Aber ich habe viel Zeit, auch das zu erreichen.“

Keine drei Jahre später war er tot.

Der Film wird am 27. und 28. September im Wiener Filmmuseum zu sehen ein.

Wie man zu Karten kommt, erfährt man hier.

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