Sebastien Ogier
Sebastien Ogier ist Rallye-Weltmeister 2013
 

Rallye: Ogier sichert sich seinen ersten WM-Titel

Der französische Rallye-Fahrer Sebastian Ogier hat sich am ersten Tag seines Heimrennens den WM-Titel gesichert.

03.10.2013 APA

 

Der Traum von Sebastien Ogier wird wahr, der französische Rallye-Fahrer sichert sich bei seiner Heimrallye den WM-Titel und das schon am ersten Tag. Nachdem ihm vor drei Wochen in Australien nur ein Punkt zum vorzeitigen Triumph gefehlt hatte, fuhr der 29-Jährige den entscheidenden Zähler am Donnerstag mit seinem dritten Platz auf der sogenannten Power Stage der Rallye Frankreich-Elsass ein.

Verfolger sind geschlagen

Mit 213 Punkten ist Ogier im WM-Klassement nicht mehr einzuholen. Selbst wenn Verfolger Thierry Neuville, der am Donnerstag hinter dem Spanier Daniel Sordo Zweiter wurde, noch den Lauf in Frankreich gewinnt und anschließend in Spanien und Wales alles abräumt – der Belgier käme im Ford nicht mehr an Ogier heran.

Erfüllung des Traums

„Ich bin überglücklich und könnte die ganze Welt umarmen. Das Gefühl, den WM-Titel ausgerechnet in meiner Heimat zu gewinnen, ist unbeschreiblich. Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Die Erleichterung ist riesig. Ohne das großartige VW-Team wäre dieser Erfolg aber niemals möglich gewesen. Jetzt will ich natürlich auch diese Rallye gewinnen“, sagte Ogier.

Beinahe frühzeitig ausgeschieden

Um ein Haar wäre das Heimspiel für Ogier am Donnerstag schon zu Ende gewesen, bevor die Rallye überhaupt begonnen hat. Beim Training am Vormittag erlebte der Franzose eine Schrecksekunde, als in der ersten Linkskurve ein im Boden abgesenkter Metallpoller urplötzlich wieder hervortrat. Glück für Ogier, dass Zuschauer den VW-Piloten gerade noch rechtzeitig warnen konnten. „Wenn ich das Ding getroffen hätte, wäre die Rallye für mich schon vorbei gewesen“, meinte der frisch gebackene Weltmeister.

Die Fußstapfen eines Großen

Ogier löst mit seinem Premierentitel den Serienchampion Sebastien Loeb ab. Der 39-Jährige wechselt 2014 komplett in die Tourenwagen-WM mit Citroen, in dieser Saison trat er nur noch sporadisch an. Die Rallye vor seiner Haustüre im Elsass ist der emotionale Abschluss einer einzigartigen Karriere mit neun Titeln in Serie.

Ogier ist Ogier

Eine neue Ära will auch Ogier mit VW prägen. Den Vergleich mit dem zehn Jahre älteren Ex-Weltmeister mag er allerdings gar nicht. „Ich kann euch sagen, ich bin nicht der neue Loeb, ich bin Ogier. Ich habe diesen Vergleich schon so oft gehört – wir brauchen das nicht mehr“, sagte er einmal.

Dominanz Ogiers

Wie Ogier in diesem Jahr dominierte und mit seinem Co-Piloten Julien Ingrassia sechs der bisher zehn Rennen gewann, erinnerte gleichwohl an die Dominanz seines Vorgängers. Nach Platz zwei zum Auftakt beim Rallye-Klassiker in Monte Carlo – hinter Loeb – setzte sich Ogier mit einem Sieg-Hattrick vom Feld ab. Damit war der Titel-Kurs eingeschlagen.

Von Citroen zu VW

Ogier hatte nach seinem Wechsel von Citroen zu VW Ende 2011 zunächst auch einen Schritt zurück in Kauf genommen. Denn bevor Ogier in diesem Jahr mit dem neuen Polo R WRC vorneweg fuhr, ging er 2012 im Skoda Fabia S2000 an den Start. Nebenbei wurde der Siegerwagen entwickelt und getestet.

Gelernter Skilehrer

Sein WM-Debüt hatte er 2008 in Mexiko bestritten. Im selben Jahr wurde er Junioren-Weltmeister. Zu seiner Citroen-Zeit musste er sich bisweilen Loeb und der Order des Teams beugen. WM-Rang drei 2011 war die beste Platzierung. Dann kam der Wechsel, das Lehrjahr und nun ist das Meisterstück für den gelernten Skilehrer aus Gap im Departements Hautes-Alpes vollbracht.

 

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