Sebastian Vettel freut sich nach dem Sieg in Japan
Sebastian Vettel ist kurz vor seinem vierten Titelgewinn
 

Veni Vidi Vettel

Beim Grand Prix von Indien wird der nächste Versuch von Sebastian Vettel, vorzeitig Formel-1-Weltmeister zu werden, in Angriff genommen.

23.10.2013 APA

 

Der Formel-1-Weltmeister 2013 wird wohl demnächst feststehen. Sebastian Vettel reicht am Sonntag im Formel-1-Grand-Prix von Indien bereits ein fünfter Platz, um zum vierten Mal in Serie als Weltmeister festzustehen. Auf Rechenspiele muss sich der 26-jährige Deutsche im Fernduell mit Fernando Alonso nicht mehr einlassen. Der Ferrari-Star hat seine Titelambitionen längst auf nächstes Jahr verschoben. Vettel hätte nach Indien noch drei weitere „Matchbälle“.

Sebastian Vettel vor Grand Prix Indien cool

Die Titelparty dürfte aber bereits in Greater Noida steigen. Dort hat bisher kein anderer Pilot als Vettel gewonnen. „Bisher ist es für uns in Indien immer perfekt gelaufen“, erinnerte der Red-Bull-Star an seine Siege 2011 und 2012 – jeweils aus der Pole Position. „Der Siegerpokal ist sehr schön. Es wäre großartig, ihn dieses Jahr wieder in Händen zu halten.“ Es wäre sein sechster GP-Triumph in Serie. Das haben vor ihm in mehr als 60 Jahren Formel 1 erst drei Piloten geschafft.

Siegesserie

Seit der Sommerpause hat Vettel kein einziges Rennen verloren. Der Ausnahmekönner dominierte in Belgien, Italien, Singapur und Südkorea. Zuletzt in Japan musste er mit taktischem Geschick etwas härter für den Erfolg kämpfen. Für Rennen in Asien ist Vettel aber Spezialist. 21-mal hat der WM-Leader dort bereits triumphiert, der Buddh International Circuit 50 km südöstlich von New Delhi liegt im besonders. „Ich mag die Strecke“, sagte Vettel. „Und das Land ist jedes Mal sehr, sehr beeindruckend, wenn wir hierherkommen.“

GP Indien: Vorerst zum letzten Mal

Für einige Zeit könnte es allerdings das letzte Gastspiel der Königsklasse auf dem Subkontinent sein. Indien scheint kommendes Jahr nicht im WM-Kalender auf. Hauptgrund dürfte neben fehlendem Zuspruch der Fans vor allem die Steuerproblematik sein. Das 1,2-Milliarden-Einwohner-Land sieht keinen Grund mehr, den PS-Zirkus bei Abgaben bevorzugt zu behandeln. Eine Rückkehr 2015 ist nicht ausgeschlossen, sie müsste laut F1-Boss Bernie Ecclestone aber im Frühjahr stattfinden.

GP von Indien - Grafik

Konkurrenz plant für nächste Saison

Auch Vettels Konkurrenz konzentriert sich ob der Überform des Deutschen längst auf die Folgejahre. In diesen gibt es durch ein völlig überarbeitetes Reglement die Chance, Red Bulls Siegeszug zu beenden. Doch auch deren Technikchef Adrian Newey war zuletzt nicht mehr bei den Rennen anzutreffen. Der Brite tüftelt stattdessen bereits am Auto für die kommende Saison. Bei Vettel macht sich Newey diesbezüglich keine Sorgen: „Er hat ein exzellentes Technikverständnis.“

Konstrukteurs-WM wird sich von selbst regeln

Dank der Seriensiege des Deutschen darf sich Red Bull demnächst auch in der Konstrukteurs-WM zum vierten Mal hintereinander gratulieren lassen. 148 Punkte liegt der österreichisch-englische Rennstall vor Ferrari, 158 vor Mercedes. Teamchef Christian Horner geht davon aus, dass sich die WM „von selbst regeln“ wird. Pro Rennen sind für ein Team maximal 43 Zähler zu holen. Verlassen die Bullen Indien mit 129 Punkten Vorsprung, ist die wichtige Trophäe bereits eingefahren.

Kampf um Platz zwei

Dahinter kämpfen Ferrari, Mercedes und Lotus in der Team-WM um Platz zwei, der nicht nur Prestige, sondern vor allem Geld bringt. „Die letzten Rennen haben gezeigt, dass uns ein harter Kampf erwartet“, meinte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. „Wir haben aber auch gesehen, dass wir die nötige Performance besitzen, um unser Ziel zu erreichen.“ Zumindest im Qualifying gelten Lewis Hamilton und Nico Rosberg als erste Herausforderer von Vettel und dessen Teamkollegen Mark Webber.

Ferrari mit Problemen

Im Rennen waren es zuletzt die Lotus von Romain Grosjean und Kimi Räikkönen. Ferrari hatte mit einigen Problemen zu kämpfen. „Wir müssen uns für die ausständigen Rennen verbessern“, forderte daher Topingenieur James Allison. Alonso stand in Indien bisher immer auf dem Podest. Kommt der Spanier am Sonntag nicht über Platz drei hinaus, wäre Vettel sogar ohne eigenes Zutun Weltmeister. Dem Stil des Serienchampions würde das allerdings nicht entsprechen.

 

Sebastian Vettel wird am Sonntag in Indien zum vierten Mal Weltmeister, wenn

  • er mindestens Fünfter wird.
  • Fernando Alonso nicht gewinnt oder Zweiter wird.
  • Fernando Alonso Zweiter wird und er selbst mindestens Achter.

 

Rekorde, Rekorde, …

Sebastian Vettel könnte in der laufenden Saison auch noch mehrere Formel-1-Rekorde aufstellen bzw. zumindest egalisieren. Vettel reicht aus eigener Kraft Platz fünf, um bereits drei Rennen vor Schluss vorzeitig erneut als Weltmeister festzustehen.

Schumacher

Sollte Vettel alle vier ausständigen Rennen gewinnen, würde er allerdings auch die Rekordsaison von Michael Schumacher 2004 einstellen. Sein Landsmann hatte bei seinem siebenten und letzten WM-Titel 13 Grand Prix für sich entschieden. Mehr sind in einem Jahr noch keinem Piloten gelungen. Vettels Bestmarke steht seit seiner bisher dominantesten Saison 2011 bei elf GP-Siegen.

Punkterekord

Mit vier Siegen in den vier ausständigen Rennen in Indien, Abu Dhabi, den USA und Brasilien würde Vettel außerdem einen neuen Punkterekord in der Königsklasse markieren. Die von ihm selbst stammende Bestmarke aus der Saison 2011 steht bei 392 Punkten, derzeit hält der Red-Bull-Pilot bei 297. 100 Zähler sind noch zu vergeben.

Hintereinander

Vettel hat seit der Sommerpause alle fünf Rennen in Belgien, Italien, Singapur, Südkorea und Japan gewonnen. Sollte er seine Serie bis Saisonende fortsetzen, würde er die längste Siegesserie der Formel-1-Geschichte egalisieren. Diese hält der Italiener Alberto Ascari, der 1952 und 1953 saisonübergreifend neunmal hintereinander für Ferrari triumphiert hatte. Mehr als fünf Rennen in Serie hat sonst nur Schumacher (je einmal sechs und einmal sieben) für sich entschieden.

Längste Siegesserie in der Formel 1 - Grafik

Liste der meisten Siege in einer Formel-1-Saison

1. Michael Schumacher (GER) 13 (2004)

2. Schumacher (GER) 11 (2002), Sebastian Vettel (GER) 11 (2011)

4. Nigel Mansell (GBR) 9 (1992), Schumacher (GER) 9 (1995), Schumacher (GER) 9 (2000), Michael Schumacher (GER) 9 (2001), Sebastian Vettel (GER) 9 (2013)*

9. Ayrton Senna (BRA) 8 (1988), Schumacher (GER) 8 (1994), Damon Hill (GBR) 8 (1996), Mika Häkkinen (FIN) 8 (1998)

 

* nach 15 von 19 Saisonrennen

 

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