Herausragende Fahrkünste und Alkohol sind nicht unbedingt ein Widerspruch.
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Sebastian Vettel: Erfolgsgeschichte im Schnelldurchlauf

Seit heute steht der 26-jährige Deutsche zum vierten Mal in Folge als Weltmeister fest. Im Karriererückblick hat er seinem Team viel zu verdanken – und umgekehrt.

27.10.2013 APA

Sebastian Vettel ist nach seinem sechsten Grand-Prix-Sieg in Serie zum vierten Mal in Folge Weltmeister. Damit gelang dem 26-jährigen Deutschen, was vor ihm nur drei Fahrern gelungen ist: Der deutsche Rekordchampion Michael Schumacher wurde sieben Mal Weltmeister, der Argentinier Juan Manuel Fangio durfte fünfmal jubeln und der Franzose Alain Prost feierte vier Titel. Und wenn Vettel das Niveau seiner Leistungen aufrecht erhält, kann er in der Saison 2013 noch einige Rekorde wie die meisten Saisonsiege oder die höchste Punkteanzahl aufstellen. Auch seinem Team Red Bull Racing ist der vierte Titel in der Konstrukteurs-WM sicher.

Vettels Erfolgsgeschichte im Schnelldurchlauf:

1999: Red Bull wird auf den zwölf Jahre alten Sebastian Vettel aus Heppenheim in Hessen aufmerksam, der seit seinem achten Lebensjahr im Kartsport aktiv ist. Er erhält erste finanzielle Unterstützung.

2001: Das Red Bull Junior Team wird unter Aufsicht des österreichischen Ex-Rennfahrers Helmut Marko als Ausbildungsprogramm für Piloten gegründet. Vettel wird in weiterer Folge zu dessen Vorzugsschüler, Marko zu seinem größten Förderer.

2004: Vettel dominiert die Formel BMW ADAC Meisterschaft, stellt für das Team Mücke Motorsport mit 18 Siegen in 20 Rennen einen Rekord auf. Dazu holt er 15 Pole Positions und fährt 16 schnellste Rennrunden.

27. September 2005: Mit 18 Jahren fährt Vettel erstmals einen Formel-1-Boliden. Der Deutsche ist bei seiner ersten Ausfahrt mit einem BMW-Williams in Jerez de la Frontera 3,345 Sekunden langsamer als sein späterer Red-Bull-Teamkollege Mark Webber.

25. August 2006: Red Bull ermöglicht Vettel bei BMW-Sauber den ersten Freitag-Einsatz an einem Rennwochenende. Von der Bestzeit im freien Training für den Grand Prix der Türkei ist sogar Vettel selbst überrascht.

17. Juni 2007: Als Ersatzmann für den verletzten Polen Robert Kubica bestreitet der 19-jährige Vettel im BMW in den USA seinen ersten Grand Prix und holt mit Rang acht als jüngster Pilot der F1-Geschichte einen WM-Punkt. Eineinhalb Monate später heuert er bei Red Bulls Zweitteam Toro Rosso an, um regelmäßig Renneinsätze zu erhalten.

Jüngster GP-Sieger aller Zeiten mit 21, Vizeweltmeister mit 22, jüngster Weltmeister mit 23

14. September 2008: Die erste Sternstunde. Vettel triumphiert in Monza aus Pole Position im Toro Rosso, feiert mit Mitbesitzer Gerhard Berger. Der Deutsche avanciert mit 21 Jahren und 72 Tagen zum jüngsten GP-Sieger aller Zeiten. Schon zuvor steht sein Wechsel zum Hauptteam Red Bull Racing fest.

19. April 2009: Vettel beschert RBR einen Tag nach der ersten Pole Position auch den ersten GP-Sieg der Teamgeschichte. Der Blondschopf triumphiert in China. Die österreichische Bundeshymne erklingt für das austro-englische Team allerdings erst bei seinem zweiten Sieg in Silverstone. Vettel beendet die Saison nach vier Siegen als Vizeweltmeister.

7. November 2010: Mit einem Doppelsieg in Brasilien machen Vettel und Webber den ersten Konstrukteurs-Weltmeistertitel für Red Bull perfekt. Firmenchef Dietrich Mateschitz spricht von der „Erfüllung eines jahrzehntelangen Traums“.

14. November 2010: Auch Vettel ist am Ziel seiner Träume. Der Deutsche entreißt Ferrari-Star Fernando Alonso in einem packenden Finale in Abu Dhabi noch den WM-Titel. Mit 23 Jahren und 134 Tagen ist Vettel der jüngste Weltmeister der Geschichte. Gefeiert wird einen Tag danach im Hangar-7 in Salzburg.

Einmal Weltmeister, immer Weltmeister?

9. Oktober 2011: Vettel krönt eine überragende Saison mit seinem zweiten WM-Titel. Der Ausnahmekönner steht in einem überlegenen Auto bereits nach 15 von 19 Rennen in Suzuka als Weltmeister fest. Er gewinnt elf Grand Prix, stellt mit 15 Pole Positions in einer Saison einen neuen Rekord auf.

25. November 2012: Der Titel-Hattrick ist perfekt. Trotz einer Startkollision in Sao Paulo fährt Vettel als Sechster noch die nötigen Punkte ein, um Alonso auf Distanz zu halten. Eine Woche zuvor hatte der Deutsche Red Bull im Vorbeigehen auch die Konstrukteurs-WM gesichert.

27. Oktober 2013: Die „Ära Vettel“ erfährt ihren vorläufigen Höhepunkt. Der Superstar holt sich mit seinem zehnten Saisonsieg in Indien vorzeitig zum vierten Mal in Serie den WM-Titel.

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