Stephane Bozon (Kommandant der Gebirgsgendarmerie Savoyen)
Stephane Bozon (Kommandant der Gebirgsgendarmerie Savoyen)
 

Schumacher: Die Untersuchungen zum Unfallhergang

Der Felsen, gegen den Schumacher mit dem Kopf geprallt war, habe sich acht Meter entfernt von dem markierten Abschnitt befunden.

14.02.2014 APA

Unfallhergang laut Managerin Sabine Kehm

Michael Schumacher hat unmittelbar vor seinem schweren Skiunfall einem auf der Piste gestürzten Freund geholfen. Anschließend sei Schumacher in den Tiefschneebereich zwischen zwei Pisten gefahren, berichtete seine Managerin Sabine Kehm am Dienstag (31.12.2013) in Grenoble unter Hinweis auf Schilderungen von Begleitern.

Dort sei der 44-Jährige beim Ansatz zu einer Kurve gegen einen Felsen gefahren und in die Luft geschleudert worden. Kopfüber sei er dann auf einen Felsen gestürzt, sagte Kehm vor Journalisten.

Damit wurden erstmals Details des Unfalls bekannt, der sich am Sonntagvormittag (29.12.2013) in Meribel ereignet hatte. Schumacher war demzufolge nicht mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs. Dennoch schlug sein Kopf offensichtlich heftig auf. Medienberichten zufolge zersprang dabei sein Helm.

Ermittlungen zum Schumacher Unfall

Michael Schumacher soll bei seinem tragischen Skiunfall vergangenes Wochenende eine Helmkamera getragen haben. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitag (3.1.2014) unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Kamera wurde von der Polizei ebenso beschlagnahmt wie der Helm. Beide Utensilien waren seit dem Unfall von der Familie des Formel-1-Rekordweltmeisters verwahrt worden.

Zudem sollen laut französischen Medien an Schumachers 45. Geburtstag im Krankenhaus in Grenoble auch dessen Sohn Mick sowie ein Freund des 14-Jährigen von den Ermittlern befragt worden sein. Die beiden Burschen waren laut Angaben der in Grenoble erscheinenden Zeitung “Le Dauphine Libere” dabei, als Schumacher am Sonntag verunglückt war.

Helmkamera könnte Schumachers Unfall gefilmt haben

Zur Aufklärung könnte auch ein Video beitragen. Ob Schumachers Helmkamera zum Zeitpunkt des Unfalles eingeschaltet war, war vorerst allerdings unklar. Der Deutsche war in Meribel zwischen zwei Pisten zu Sturz gekommen und mit dem Kopf gegen einen Felsen geprallt. Dabei sei der Helm in zwei Teile zerbrochen, bestätigten Ermittler ebenso wie Schumachers Managerin Sabine Kehm.

Schumacher erlitt bei dem Unfall ein Schädel-Hirn-Trauma samt Gehirnblutungen und befindet sich seit fünf Tagen im Koma. Zuletzt hatte es am Mittwoch (1.1.2014) Informationen zu seinem Gesundheitszustand gegeben. Dieser sei stabil, aber weiterhin kritisch. Neue Erklärungen folgen laut Schumachers Management und dem Krankenhaus nur bei Veränderungen.

Erbebnisse der Untersuchung der Staatsanwaltschaft

Michael Schumacher war bei seinem schweren Skiunfall etwa drei bis sechs Meter außerhalb der markierten Pisten unterwegs. Das teilte der ermittelnde Staatsanwalt Patrick Quincy am Mittwoch (8.1.2014) bei einer Pressekonferenz in Albertville mit. Der Felsen, gegen den Schumacher mit dem Kopf geprallt war, habe sich acht Meter entfernt von dem markierten Abschnitt befunden.

Schumacher hatte sich bei dem Sturz am 29. Dezember im Skigebiet oberhalb von Meribel schwere Kopfverletzungen zugezogen. Eine Einschätzung über die Geschwindigkeit sei bisher noch nicht möglich. Die Ermittler wiesen mehrfach daraufhin, dass Schumacher offensichtlich ein sehr guter Skifahrer sei. “Die Geschwindigkeit ist für uns kein entscheidendes Element”, betonte Quincy.

Skier offenbar nicht Grund für den Unfall

Untersucht werden weiterhin auch die Skier, mit denen Schumacher gefahren war. Stephane Bozon, einer der weiteren Ermittler, sagte aber, dass die Skier “nach unseren Erkenntnissen nicht die Ursache für den Unfall” gewesen sind. Sie seien in sehr gutem Zustand.

Auf die Frage, ob Schumacher unvorsichtig gewesen sei, die markierte Piste zu verlassen, wollte Staatsanwalt Quincy nicht antworten. Es sei noch offen, ob strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet werden. Dies betreffe auch mögliche Ermittlungen gegen den Pistenbetreiber im Skigebiet von Meribel, erklärte Staatsanwalt Quincy.

Untersuchungen zum Schumacher-Unfall dauern noch weitere 2 Wochen

Das zweite Video von Michael Schumachers Unfall eines Essener Skifahrers ist offenbar nie bei den Ermittlern angekommen. Die Staatsanwaltschaft wiederholte ihre Aussage, dass der Amateurfilm nie übermittelt wurde. Die französischen Ermittler wollen den Crash von Michael Schumacher noch zwei Wochen lang weiter untersuchen (Stand: 19.1.2014). Dann soll es eine abschließende Pressekonferenz zum Unfallhergang geben.

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