Die Direktorin der Klinik Jacqueline Hubert (R) und Professor Jean- Francois Payen.
Die Direktorin der Klinik Jacqueline Hubert (R) und Professor Jean- Francois Payen.
 

Schumacher: Die Operationen und medizinischen Informationen

Schumacher war nach seinem Skiunfall mit einem „Kopftrauma mit Koma“ am 29.12.2013 eingeliefert worden, so das Krankenhaus in Grenoble.

14.02.2014 APA

Der Rekordweltmeister der Formel 1 Michael Schumacher war nach seinem Skiunfall am Sonntag mit einem „Kopftrauma mit Koma“ eingeliefert worden, teilte das behandelnde Krankenhaus in Grenoble am späten Abend mit (29.12.2013). Das habe „umgehend eine neurochirurgische Behandlung“ erfordert.

Die Universitätsklinik in Grenoble hat am 31.12.2013 neue Informationen zum Gesundheitszustand von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher bekannt geben. Für den späten Vormittag kündigte das Krankenhaus ein aktuelles ärztliches Bulletin an.

Zweite Operation – Hämatom entfernt

Der Innendruck in Schumachers Schädel konnte durch den Eingriff am 30.12.2013 gegen 22.00 Uhr gemindert werden. Dass Schumachers Zustand sich so entwickelt hatte, dass die Operation möglich wurde, hatte die Ärzte nach eigener Aussage selbst überrascht. Es hatte ein Überdruck im Schädel vorgelegen, der größte Besorgnis ausgelöst hatte, erklärte der Chef-Anästhesist Jean-Francois Payen.

Bluterguss entfernt

Ein Scan habe aber gezeigt, dass ein Eingriff möglich sei. Nach Absprache mit den behandelnden Ärzten und der Familie von Schumacher – neben Frau Corinna mit den beiden Kindern sind auch Bruder Ralf und Vater Rolf vor Ort – nahmen die Mediziner diesen umgehend vor. Dabei wurde ein Bluterguss in der linken Hirnseite entfernt.

Medizinische Folgen eines schweren Schädelhirntraumas

Nachdem sich das Gehirn in einem starren Behälter befindet, hat es im Fall einer Schädigung keine Ausweichmöglichkeiten wie andere Organe. Der daraus folgende steigende Hirndruck ist die größte Problematik dieser Verletzungen, so Thomas Czech, stellvertretender Vorstand der Universitätsklinik für Neurochirurgie der MedUni Wien, der im APA-Gespräch die Folgen eines Schädelhirntraumas beschreibt.

Unterschiedliche Grade möglich

Durch den Druckanstieg im Schädel wird die Durchblutung des Gehirns erschwert, sobald ein kritischer Wert überschritten wird. Grundsätzlich ist ein Schädelhirntrauma bereits nach einer Gehirnerschütterung gegeben, von einem “schweren” spricht man dann, wenn das Gehirn durch die Verletzung beeinträchtigt ist.

Primär- und Sekundärschäden sind die Folge

Wenn der Kopf im Speziellen gegen einen Gegenstand prallt, ist nicht nur ein sogenanntes Kontakttrauma die Folge, sondern auch ein Beschleunigungstrauma, dass durch die plötzliche Abbremsung erfolgt und zu einer Verformung des Gehirns führen kann. Infolge reißen Nervenfasern und -bahnen wie auch Gefäße. “Die direkten Folgen des Unfalls werden ‘Primärschäden’ genannt”, erläuterte Czech, “doch unabhängig davon kommt es danach zusätzlich zu ‘Sekundärschäden’ wie etwa Schwellungen.”

Prognose nicht möglich

Damit kann der Druck auch nach dem Unfall weiter steigen und infolge können weitere Durchblutungsschäden entstehen – der Experte sprach von einer Spirale, die daraus resultieren könne. Neben intensivmedizinischen Maßnahmen, etwa nach Möglichkeit das Entleeren von Blutungen, gibt es intensivmedizinische Maßnahmen wie künstlichen Tiefschlaf, die Kühlung des Organs und die medikamentöse Behandlung, um den Folgen entgegen zu wirken. Eine Prognose nach einer derartigen Verletzung ist selten abschätzbar und nur aus dem weiteren Verlauf heraus möglich.

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