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Sicherheitskräfte schirmen Schumacher in der Uni-Klinik in Lausanne ab.
 

Schumacher: Medienansturm trotz Nachrichtensperre

Die Medien üben sich in Spekulationen, Fakten zur Rehabilitation Schumachers wird es demnächst aber wohl keine geben.

17.06.2014 APA

Seit gestern ist bekannt, dass Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher nicht mehr im Koma liegt und die Klinik in Greboble, in der er seit Ende Dezember gelegen hatte, bereits verlassen hat. Die Motorsport-Szene und die internationalem Medien haben die Nachricht mit Freude, aber auch Besorgnis aufgenommen. Seine Verlegung an die Uni-Klinik in Lausanne (CHUV) und damit seine Wahlheimat Schweiz hat trotz anhaltender Nachrichtensperre zu einem Medienansturm geführt.

Michael Schumacher wurde in die Uni-Klinik in Lausanne (CHUV) verlegt.

CHUV: Medienerfahrung dank Arafat

Schlagzeilen hatte die CHUV zuletzt mit Jassir Arafat gemacht. Als Experten im vorigen Jahr untersuchten, ob der Ex-Palästinenserführer einem Giftmord mit Polonium zum Opfer gefallen sein könnte, wurden sie von Medien aus aller Welt bedrängt. Jetzt stehen wieder Kamerateams und Reporter vor dem Uni-Klinikum unweit des malerischen Genfer Sees. „Ein einziges Bild von Schumi mit offenen Augen, vielleicht gar lächelnd, das wäre die absolute Sensation“, sagt ein französischer Fotograf. „Darauf würde ich auch viele Wochen warten.“

Sicherheitskräfte schirmen Schumacher ab

Wochen, Monate, Jahre? Niemand weiß, wie lange es dauern wird, bis die Genesung des kurz vor Jahresende 2013 mit den Skiern verunglückten Schumacher solche Fortschritte macht, dass an einen offiziellen Fototermin auch nur entfernt zu denken wäre. Abgeschirmt von den Medien – wie schon in den vielen Monaten zuvor im Krankenhaus in Grenoble – wurde der 45-Jährige in einem Krankenwagen zum Hintereingang der Lausanner Uni-Klinik gebracht. Sicherheitskräfte achten darauf, dass ausschließlich das medizinische Personal und die Familie zu ihm gelangen.

Keine Details zum Verlauf der Reha

Klinik-Sprecher Darcy Christen bestätigte zwar, dass Schumacher nun von Ärzten der CHUV behandelt wird. Doch zugleich machte er wie auch Schumacher-Managerin Sabine Kehm klar, dass bis auf weiteres keinerlei Einzelheiten zum Verlauf der Rehabilitation bekannt gegeben werden.

Riesiges Medienecho

Erwartungsgemäß löste selbst diese knappe Mitteilung ein riesiges Medienecho aus. Auch – und gerade – in der Schweiz, wo die Schumachers seit Jahren leben. Seit dem verhängnisvollen Ski-Unfall des Formel-1-Stars vor rund 170 Tagen war die Anteilnahme der Eidgenossen kein Bisschen weniger stark als in seiner deutschen Heimat. Zugleich wirkte diese Botschaft in der Kombination mit der strikten Einhaltung der ärztlichen Schweigepflicht durch die CHUV-Mediziner wie ein Startschuss für Spekulationen. Aber auch für durchaus seriöse Überlegungen zum Verlauf und möglichen Erfolgen der Rehabilitation.

Verlegung nach Lausanne nachvollziehbar

Eine Frage wurde rasch nachvollziehbar beantwortet: Warum wurde Schumacher nicht in ein hoch spezialisiertes Zentrum in Basel gebracht? Weil man zum einen offenbar auch der Lausanner Klinik eine fachlich exzellente Behandlung zutraut. Zum anderen aber erscheint den Experten als besonders wichtig, dass Schumacher eine Rehabilitation in vertrauter Umgebung und ständigem Kontakt zu seinen Angehörigen ermöglicht wird. Der Familiensitz in Gland am Genfer See ist nur rund 30 Autominuten von der Lausanner Klinik entfernt. Die Umgebung mit dem See und den Savoyer Alpen am anderen Ufer ähnelt der um Schumachers Villa.

Motorsport-Gemeinde atmet auf

Erfreut reagierte auch die Motorsport-Gemeinde. „Es ist ein wirkliches Aufatmen. Das Schlimmste ist überstanden. Jetzt muss er weiterkämpfen“, sagte etwa Red Bulls Motorsport-Berater Helmut Marko über die Schumacher-Nachricht in Servus TV. „Er kann kämpfen, er hat immer eine wahnsinnige Konstitution gehabt. Wir hoffen, dass er wieder so wird, wie er war“, ergänzte Marko. Der ehemalige Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck meinte: „Nach fünf Monaten im Koma wird der Weg zurück natürlich nicht leicht. Millionen Fans unterstützen ihn hier draußen – er ist ein Kämpfer.“

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