Sabine Kehm, die Managerin von Michael Schumacher.
Sabine Kehm, die Managerin von Michael Schumacher.
 

Schumacher: Die Aufwachphase

Michael Schumacher befindet sich seit dem 31.1.2014 in der Aufwachphase, möglicherweise leidet er derzeit unter einer Lungenentzündung.

14.02.2014 APA

Schumacher in der Aufwachphase

Michael Schumacher befindet sich tatsächlich in der Aufwachphase (Stand: 31.1.2014). Diese Information wurde laut französischem TV-Sender “BFMTV” von dem Neurochirurgen Stéphane Chabardes von der CHU in Grenoble bestätigt. Im Rahmen des medizinischen Standardverfahrens reduzieren die Ärzte Stück für Stück die Sedierung, um zu versuchen, den siebenfachen F1-Weltmeister aus dem künstlichen Koma zu holen. 31 Tage nach seinem Skiunfall liegt Schumacher noch immer auf der Intensivstation.

Reagiert der Patient auf seine Umwelt

Professor Jean-Luc Truelle, früherer Chef der Neurologie am Krankenhaus Foch à Suresnes, erklärt in “L’Équipe”, woran man erkennt, ob ein Aufwachprozess gut verläuft. ”Das erste wichtige Zeichen ist, dass der Patient die Augen öffnet.” Danach folgen einige Tests, um zu schauen, ob der Patient auf seine Umwelt reagieren kann: “Schließen Sie die Augen”, “Öffnen Sie die Augen”, “Drücken Sie die Hand”. Das Koma sei per Definition ein Zustand, in dem man diese Fähigkeiten verliert. “Nach dem Aufwachen kommen diese Fähigkeiten zurück.” Das könne aber auch eine zeitlang dauern.

Aufwachphase von Schumacher gestoppt?

Und wieder gibt es neue Gerüchte zu Schumachers Gesundheitszustand. Angeblich soll Schumacher mit starken Antibiotika behandelt werden, was auf eine Lungenentzündung hindeuten könnte. Er habe sich die schwere Infektion demnach in der Phase zugezogen, in der er langsam aus dem künstlichen Koma geholt werden soll. Ob die Aufwachphase deshalb unterbrochen oder gestoppt wurde, ist nicht bekannt (Stand: 12.2.2014).

Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung oder Pneumonie ist eine Entzündung des Lungengewebes. Bei Schumacher könnte sie durch verschiedene Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten) oder eingeatmete Fremdkörper (z.B. Mageninhalt) in der Aufwachphase aus dem Koma ausgelöst worden sein. Die Ansteckung erfolgt typischerweise durch das Einatmen von Mikroorganismen. In seltenen Fällen entsteht eine Lungenentzündung durch Bakterien, die im Laufe einer anderen Entzündung  über die Blutbahn in die Lunge geschwemmt werden. Das Einatmen von Mageninhalt (Aspiration) kann ebenfalls Ursache einer Lungenentzündung sein. Eine Pneumonie wird immer mit Antibiotika behandelt, im Fall einer durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündung erfolgt die Therapie in der Regel mit Penicillinen oder verwandten Antibiotika.

Kein Kommentar von der Managerin

Sabine Kehm will die Spekulationen nicht kommentieren, sagt aber: ”Wie immer in solchen Fällen lautet meine Antwort, dass Meldungen zu Michaels Gesundheitszustand, die nicht von den behandelnden Ärzten oder seinem Management stammen, als Spekulation angesehen werden müssen”.

Kein Dementi von Kehm zu Schumachers Lungenentzündung

Managerin Sabine Kehm hat erneut darauf hingewiesen, dass die Aufwachphase von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher einige Zeit in Anspruch nehmen kann. “Die Familie glaubt weiterhin fest an Michaels Genesung und schenkt dem Team der Ärzte, Schwestern und Pfleger ihr volles Vertrauen”, hieß es in einer Erklärung vom Donnerstag (13.2.2014).

Nachdem am Mittwoch die “Bild” über eine angebliche Lungenentzündung bei dem 45-Jährigen berichtet hatte, erklärte Kehm zudem: “Wie meist in solchen Fällen verläuft nicht jeder Tag wie der andere.” Eine Bestätigung für die Erkrankung, die sich Schumacher dem Bericht zufolge in der vergangenen Woche zugezogen haben soll, gab sie nicht in dem schriftlichen Statement.

Sabine Kehm: “Wir sind uns dabei bewusst, dass die Aufwachphase lange dauern kann”

Der Ex-Pilot liegt in Grenoble seit seinem Skiunfall am 29. Dezember im künstlichen Koma. “Wichtig ist nicht, wie schnell, sondern dass Michaels Heilungsprozess weiterhin kontinuierlich und kontrolliert voran geht”, hieß es weiters in der Erklärung. “Die Familie bittet jedoch um Verständnis, wenn sie medizinische Einzelheiten weiterhin nicht diskutieren möchte, um Michaels Privatsphäre zu schützen. Wie bereits von Anfang an versichert, werden wir entscheidende Neuigkeiten im Gesundheitszustand Michaels weiterhin bekannt geben. Wir sind uns dabei bewusst, dass die Aufwachphase lange dauern kann.”

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