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Rosberg ist Formel 1-Vizeweltmeister 2015

Mit seinem fünften Saisonsieg sicherte sich Nico Rosberg in Brasilien den „Trostpreis“ der Formel 1-Saison 2015 – Hamilton und Vettel auf den Plätzen 2 und 3

16.11.2015 APA

Nico Rosberg hat auch das zweite Rennen nach der verlorenen Formel-1-Weltmeisterschaft gewonnen und ist damit wie im Vorjahr Vize-Weltmeister. Der Deutsche feierte am Sonntag, dem 15.11. beim vorletzten Saisonlauf in Brasilien vor seinem als Champion fest stehenden Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton sowie beiden Ferraris einen Start-Ziel-Sieg. Es war der 13. GP-Sieg für Rosberg.

Pole für Rosberg

Rosberg ging nach der fünften Pole in Folge auch in Sao Paulo vom ersten Startplatz aus ins 18. und vorletzte Saisonrennen. Während er vor der Ende Oktober in den USA gefallenen WM-Entscheidung immer wieder trotz bester Ausgangsposition von Hamilton düpiert worden war, behielt er wie schon zuletzt beim Sieg in Mexiko seine Führung bis zum Ende und darf sich ein Rennen vor Schluss nun fünffacher Saisonsieger und erneut Vizeweltmeister nennen.

Hamilton kam nicht vorbei

Am Start des Rennens in Interlagos gab es zwar eine kurze Berührung der beiden Silberpfeile, danach kam Hamilton trotz mehrere Versuche aber nicht an seinem wiedererstarkten Teamkollegen vorbei. Auch, weil Hamilton nach jedem Reifenwechsel Rosbergs gleich in der folgenden Runde ebenfalls sofort an die Box musste. Zwar saugte sich der Brite in jedem der drei Stints – teilweise mit schnellsten Rennrunden – an seinen Teamkollegen heran, ruinierte dabei aber auch seine Reifen bzw. im Finish offensichtlich den Unterboden seines Autos. Zumindest beklagte sich der dreifache Weltmeister darüber am Funk.

Rosberg wollte nicht mehr reden

Denselben drehte der souveräne Rosberg kur vor Rennende mit der Bitte an die Box, nicht mehr mit ihm zu reden, ab. Am Ende siegte er 7,7 Sekunden vor Hamilton, wie im Vorjahr gelang ihm das auch diesmal in Brasilien aus der Pole-Position. „Das Ergebnis ist absolut super, es steckt aber auch viel Arbeit dahinter“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem elften Saison-Doppelsieg seiner Silberpfeile.

Vize-Weltmeistertitel fixiert

Der nun bei 297 Punkten haltenden Deutsche bekommt damit erneut den „Trostpreis“ der Motorsport-Königsklasse. Denn mit 31 Zählern Vorsprung auf Vettel (266) ist er beim Finale am 29. November in Abu Dhabi nicht mehr von Platz zwei zu verdrängen. Vettel gelang als Drittem vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen zwar der bereits 13. Saison-Podestplatz, mehr als Platz drei ist nun aber auch in der Fahrer-WM für den Ferrari-Piloten nicht mehr möglich.

Auch Rosberg weiß nicht, wieso es so gut läuft

„Jawohl Jungs, Wahnsinn“, schrie Rosberg nach seinem zweiten Sieg in Folge in seinen Helm. „Das alles relativiert sich durch die Geschehnisse in Paris. Aber natürlich bin ich mit dem Rennausgang sehr glücklich“, sagte er beim Podest-Interview. Dann erklärte Rosberg: „Ich wollte nichts riskieren und habe das Renen und die Reifen kontrolliert.“ Warum es so gut laufe, seit die WM zu seinen Ungunsten entschieden ist, könne er sich auch nicht ganz erklären, meinte er.

Hamilton in Brasilien weiterhin sieglos

Nachdem ihm Rosberg am Samstag erneut um seine 50. Pole gebracht hatte, muss Hamilton auch nach dem neunten Brasilien-Start weiterhin auf seinen ersten Sieg in der Heimat seines Idols Ayrton Senna warten. Er kam zwar in jedem der drei Stints bis ins DRS-Fenster, überholen konnte er seinen Teamkollegen trotz zum Teil ärgerlicher Funk-Kommentare und der Bitte um eine Strategie-Änderung aber nie. Neben Spielberg in Österreich und Mexiko bleibt damit auch Brasilien ein weißer Fleck ins Hamiltons Sieg-Mappe.

Hamiltons „Job ist erledigt“

„Die Pace war gut, aber hier kann man einfach schwer überholten“, erklärte Hamilton. „Meine Zwischensprints haben die Reifen ruiniert, da ist es natürlich schwer“, gestand der Brite ein. Schon vorher hatte er aber klar gemacht: „Mein Job für dieses Jahr ist erledigt.“

Pressekonferenz nach dem Grand Prix von Brasilien

Ereignisloses Rennen

Die Ergebnisse des relativ ereignislosen Rennens – nur die ersten vier Autos kamen in derselben Runde ins Ziel – waren vorerst aus mehreren Gründen höchst inoffiziell. So kassierte Pastor Maldonado wegen eines Manövers gegen Marcus Ericsson (Sauber) fünf Strafsekunden, am Williams des Brasilianers Felipe Massa soll vor dem Start der Druck im rechten Hinterreifen zu hoch gewesen sein.

Trauerminute für Opfer von Paris-Terror

Vor dem Start hatte die Königsklasse sowohl bei der Fahrerparade als auch anschließend bei einer Trauerminute für die Verkehrs-Toten des vergangenen Jahres Zeichen für die Opfer und Hinterbliebenen des Terrorangriffs von Paris gesetzt. Ein speziell dekorierter Lastwagen hatte bei der Parade die Piloten über den Kurs gefahren, die französische Flagge mit schwarzer Schleife zierte die Flanken des Autos. Die Fahrer trugen Trauerflor.

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