© Mark Thompson/Getty Images
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Ricciardo gewinnt dramatischen GP von Ungarn

Erstmals in der Formel 1 Saison 2014 ist kein Mercedes unter den Top 2. Ricciardo sichert sich in einem dramatischen Rennen seinen zweiten Saisonsieg

27.07.2014 APA

Die Formel-1-Fans auf dem Hungaroring sind am Sonntag voll auf ihre Rechnung gekommen. Die 70 Runden in Ungarn, wo normalerweise meist „Überholverbot“ gilt, arteten zum Spektakel aus. Regen, Sonne, Unfälle, Safety-Car-Phasen und zahlreiche Positions- und Führungswechsel schrieben den Rennfilm, der das Zeug zum Allzeit-Klassiker hat. Am Ende hatte Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo die Nase vorne.

Ricciardos zweiter Sieg

Der 25-jährige Australier feierte nach Kanada 2014 den zweiten Sieg seiner Formel-1-Karriere. Im dramatischen Finale verwies Ricciardo dank zwei beherzter Überholmanöver die beiden Ex-Weltmeister Fernando Alonso (Ferrari) und Lewis Hamilton (Mercedes) auf die Plätze zwei und drei. Hamilton legte eine famose Aufholjagd hin.

© REUTERS/Bernadett Szabo

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Vettel mit Ausrutscher auf Platz 7

Nach seinem Motorschaden im Qualifying am Samstag musste der 29-Jährige von der Boxengasse aus starten und rollte danach – einmal mehr – das Feld von hinten auf. Der aus der Pole Position gestartete WM-Leader Nico Rosberg (Mercedes) musste sich mit Rang vier begnügen. Weltmeister Sebastian Vettel stand als Siebenter erneut im Schatten seines neuen Red-Bull-Teamkollegen Ricciardo.

In der WM führt weiterhin Rosberg, Hamilton verkürzte den Rückstand aber mit seiner Sensationsfahrt auf elf Punkte. Die Formel 1 verabschiedet sich nun in die Sommerferien. Die Pause endet in vier Wochen am 24. August mit dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps.

Ricciardo nutze „verrückten Rennverlauf“

„Der verrückte Rennverlauf hat mich in eine gute Position gebracht. Ich wusste, dass ich dieses Ding sogar gewinnen kann. Und diese Chance hab ich dann am Schopf gepackt“, freute sich Ricciardo nach ausgelassenem Jubel und Champagnerdusche. Ein Regenguss rund 45 Minuten vor dem Start hatte in Mogyorod nahe Budapest die Basis für den aufregenden Nachmittag gelegt.

Zahlreiche Unfälle

Der schwedische Caterham-Pilot Marcus Ericsson sorgte mit einem wilden Abflug in einen Reifenstapel in der 8. Runde für den ersten Safety-Car-Auftritt. Die Piloten eilten in Scharren an die Box, um sich auf der immer trockener werdenden Piste die Slicks abzuholen. In dieser Phase wurde das Klassement völlig auf den Kopf gestellt. Sehr zur Freude auch von Hamilton, der immer weiter nach vorne gespült wurde.

Bereits in der 22. Runde folgte Safety-Car-Phase Nummer zwei, diesmal verlor der Mexikaner Sergio Perez die Kontrolle über seinen Force-India-Boliden. Fast hätte es auch Vierfachchampion Vettel erwischt, der Deutsche fing seinen Red Bull bei einem Dreher auf der Start-Ziel-Gerade in der 33. Runde aber gerade noch rechtzeitig vor der Boxenmauer ein.

© Mark Thompson/Getty Images

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Kampf in den letzten Runden um die Führung

Im Finish spitzte sich die Lage zu einem aufregenden Dreikampf um den Sieg zwischen Alonso, Hamilton und Ricciardo zu. In den Runden 67 und 68 legte Ricciardo seine großen Auftritte hin und überholte zunächst Hamilton und dann auch noch Alonso. Dahinter rauschte dann auch noch Rosberg heran, die Überholversuche gegen Hamilton blieben aber erfolglos.

„Dieser zweite Platz bedeutet uns allen sehr, sehr viel“, versicherte Alonso, der am Dienstag seinen 33. Geburtstag feiert und die zahlreichen nach Ungarn gereisten Ferrari-Fans jubeln ließ. „Dieses Rennen war wirklich sehr schwer zu verstehen“, sagte auch der zweifache Weltmeister angesichts des spektakulären Rennverlaufs.

Das Duell um die ersten Plätze in den letzten Runden. © Lars Baron/Getty Images

Das Duell um die ersten Plätze in den letzten Runden. © Lars Baron/Getty Images

Hamilton von 22 aufs Stockerl

Hamilton meinte zu seiner Aufholjagd: „Ich habe so hart wie möglich gepusht und geschaut, was noch möglich ist. Die Safety-Car-Phasen haben mir dabei geholfen. Am Ende fühlt es sich viel besser als so mancher Sieg an.“ Dabei hat Hamilton jedoch eine klare Teamorder nicht befolgt. Von der Box war nach rund zwei Drittel des Rennens die klare Anweisung gekommen, den zu diesem Zeitpunkt knapp dahinter fahrenden Rosberg überholen zu lassen.

Rosberg hatte nämlich noch mehr Boxenstopps als Hamilton vor sich und hätte bei freier Bahn noch die eine oder andere Sekunde herausfahren können. Dies verweigerte Hamilton jedoch. Der österreichische Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff meinte angesichts der brisanten teaminternen Szenen: „Wenn er ihn vorbei gelassen hätte, hätte Nico vermutlich das Rennen gewonnen. Das muss man managen und das ist nicht sehr einfach. Wir werden uns zusammensetzen und das genau besprechen.“

Daniel Ricciardo Twitter


Endstand des Formel-1-Grand-Prix von Ungarn:

Sonntag, 27.7.2014 in Budapest 70 Runden a 4,381 km. Gesamt 306,630 km:

1. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 01:53:05,580, Durchschnittsgeschw.: 162,812 km/h
2. Fernando Alonso (ESP) Ferrari +05,225
3. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes +05,857
4. Nico Rosberg (GER) Mercedes +06,361
5. Felipe Massa (BRA) Williams +29,841
6. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari +31,491
7. Sebastian Vettel (GER) Red Bull +40,964
8. Valtteri Bottas (FIN) Williams +41,344
9. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso +58,527
10. Jenson Button (GBR) McLaren +01:07,280
11. Adrian Sutil (GER) Sauber +01:08,169
12. Kevin Magnussen (DEN) McLaren +01:18,465
13. Pastor Maldonado (VEN) Lotus +01:24,024
14. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso +1 Runde
15. Jules Bianchi (FRA) Marussia +1 Runde
16. Max Chilton (GBR) Marussia +1 Runde

Ausgeschieden: Marcus Ericsson (SWE) Caterham, Romain Grosjean (FRA) Lotus, Esteban Gutierrez (MEX) Sauber, Nico Hülkenberg (GER) Force India, Kamui Kobayashi (JPN) Caterham, Sergio Perez (MEX) Force India

Schnellste Runde: Nico Rosberg (GER) – 1:25,724 (Schnitt: 183,981)

Formel 1 WM-Stand (nach 11 von 19 Rennen):

1. Nico Rosberg (GER) Mercedes 202
2. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 191
3. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 131
4. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 115
5. Valtteri Bottas (FIN) Williams 95
6. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 88
7. Nico Hülkenberg (GER) Force India 69
8. Jenson Button (GBR) McLaren 60
9. Felipe Massa (BRA) Williams 40
10. Kevin Magnussen (DEN) McLaren 37
11. Sergio Perez (MEX) Force India 29
12. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 27
13. Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso 11
14. Romain Grosjean (FRA) Lotus 8
15. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso 6
16. Jules Bianchi (FRA) Marussia 2

Formel 1 Konstrukteurs-WM (nach 11 von 19 Rennen):

1. Mercedes 393
2. Red Bull 219
3. Ferrari 142
4. Williams 135
5. Force India 98
6. McLaren 97
7. Toro Rosso 17
8. Lotus 8
9. Marussia 2

Nächstes Rennen: Grand Prix von Belgien am 24. August in Spa

  • R. Schuster

    Warum werden in der Ergebnisliste die Anzahl der Boxenstopps nicht angeführt ?
    (Übrigens auch im Text nicht!)
    Gerade beim Rennen gestern nicht uninteressant!

    Aber diesmal hats wenigstens der „Kurier“ geschafft.

    mfg R. Schuster

    • Danke für den Hinweis, das ist essenziell!
      Wir werden die Boxenstopps nachtragen und in Zukunft immer mit anführen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Michael

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