Lewis Hamilton trainiert am Nürnburgring.
Lewis Hamilton trainiert am Nürnburgring.
 

Reifenplatzer: Formel 1-Fahrer drohen mit Grand Prix-Boykott

Nach dem Reifenchaos in Silverstone kündigten die Piloten einen Boykott des Grand Prix von Deutschland im Falle weiterer Probleme an.

05.07.2013 APA

Nachdem beim Formel 1 Grand Prix in Silverstone vergangenen Sonntag gleich fünf Reifen geplatzt waren, haben die Fahrer am Donnerstagabend bekannt gegeben, im Falle weiterer Reifenplatzer den Grand Prix von Deutschland boykottieren zu wollen. Die vermeidbaren Probleme würden „das Leben der Fahrer, Streckenposten und Fans gefährden“, so die Fahrervereinigung GPDA.

So war etwa Ferrari-Star Fernando Alonso in Silverstone  nur knapp einem wegfliegenden Reifenteil des McLaren von Sergio Perez entgangen. Im Rennen waren innerhalb kurzer Zeit die linken Hinterreifen an drei verschiedenen Autos förmlich explodiert. Schon im Training hatte es einen Fall gegeben, kurz vor Ende des Rennen einen weiteren. Der Ausrüster Pirelli kündigte nach einer eingehenden Fehleranalyse bereits für den Nürburgring überarbeitete Reifen an. Eine Kevlarschicht soll das bisher verwendete Stahlband ersetzen, um Überhitzungen an der Innenschulter zu vermeiden.

FIA leitet Sofortmaßnahmen ein

Der Automobil-Weltverband (FIA) leitete Sofortmaßnahmen ein und machte auch vor Regeländerungen nicht halt, um die Sicherheit der Piloten künftig besser gewährleisten zu können. Der ursprünglich den Nachwuchsfahrern vorbehaltene Test in zwei Wochen in Silverstone wurde für alle Piloten geöffnet, um Reifen auszuprobieren – wenngleich nicht alle Fahrer begeistert sind, auf die gefährliche Strecke zurückzukehren.

Sofortiger Boykott bei Problemen beim Deutschland-Grand Prix

„Wir sind dazu bereit, unsere Autos bis ans Limit zu bringen, so wie wir es immer tun, und wie es von unseren Teams, Sponsoren und Fans verlangt wird“, gab die GPDA nach der Fahrersitzung am Donnerstagabend auf dem Nürburgring bekannt. Die Pilotenvereinigung schränkte aber gleich im nächsten Satz ein: „Die Fahrer haben sich dazu entschlossen, sich sofort von der Veranstaltung zurückzuziehen, sollten ähnliche Probleme beim Deutschland-Grand-Prix auftreten.“

Schon nach dem Silverstone-Fiasko hatten einige Fahrer laut über einen Boykott nachgedacht, in der Eifel hatte es zuletzt aber nach Entspannung der Situation ausgesehen. Fast alle Piloten äußerten ihr Vertrauen in Pirelli, dass der Hersteller die Probleme in den Griff bekommen werde. Zuletzt hatten 2005 in Indianapolis Probleme mit den Michelin-Reifen für eine GP-Farce gesorgt. Damals waren nur die drei mit Pneus des Konkurrenten Bridgestone ausgerüsteten Teams zum Rennen angetreten.

 

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