Red Bull droht mit Ausstieg aus der Formel 1

Helmut Marko fordert bessere Renault-Motoren oder Audi als Partner – ansonsten werde sich Red Bull aus der Formel 1 verabschieden

13.05.2015 Online Redaktion

Das vergangene Formel 1-Wochenende in Spanien verlief für den ehemals schier unschlagbaren Serienweltmeister Red Bull wieder einmal alles andere als zufriedenstellend. Sowohl Daniel Ricciardo als auch Daniil Kvyat wurden beim ersten europäischen Grand Prix der laufenden Saison überrundet. Ricciardo – im Vorjahr noch Dritter – schaffte es in Spanien gerade einmal auf den siebenten Platz. Im Training waren sogar die Toro Rosso-Piloten schneller als die beiden Red Bulls.

Red Bulls Motorsportchef droht mit Ausstieg aus der Formel 1

Helmut Marko will nicht weiter zusehen, wie die Leistung seines Teams sinkt. Im Gespräch mit der BBC kündigte der Red Bull-Motorsportchef an, sein Rennstall werde sich aus der Formel 1 zurückziehen, wenn er keinen konkurrenzfähigen Motor bekommen könne. Bisher waren die im vergangenen Jahr eingeführten Hybridmotoren von Renault eine große Enttäuschung für das ehemals erfolgsverwöhnte Team. Der Vertrag zwischen Red Bull und Renault läuft bis Ende 2016. Trotzdem sei eine baldige Zusammenarbeit mit Audi eine weitere Option für den Verbleib von Red Bull in der Königsklasse des Motorsports, so Marko weiter.

Noch keine offiziellen Verhandlungen mit Audi

Konkrete diesbezügliche Verhandlungen zwischen Red Bull und Audi hätten allerdings noch nicht stattgefunden: „Es gibt so viele Gerüchte. Offiziell hat es bisher aber weder eine Anfrage noch Gespräche gegeben. Die VW-Gruppe [der Audi angehört] muss erst interne Angelegenheiten klären, bevor sie sich mit einer eventuellen künftigen Rolle im Motorsport auseinandersetzen kann.“

Audi-Chef kann nicht ja oder nein sagen

Als Audi-Chef Rupert Stadler am Wochenende von Auto Express gefragt wurde, ob Audi innerhalb der nächsten 5 Jahre in die Formel 1 einsteigen werde, „lächelte er, zuckte mit den Schulter und pausierte, bevor er sagte“: „Es ist etwas, das wir uns überlegen. Aber wir überlegen uns auch viele andere Dinge. Ich kann nicht ja oder nein dazu sagen.“

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  • SteakIT

    Audi-Red Bull Racing wär schon mega cool

  • hellipirelli

    Irgendwie kommt Marko in den Medien rüber wie ein schmollendes Kind, dem man sein Spielzeug weggenommen hat. Toro Rosso war mit den gleichen Motoren nicht nur im Qualifying schneller, sondern auch bei den Long Runs und im Rennen immer zumindest auf Augenhöhe mit RBR – und dies mit zwei F1-Neulingen und kleinerem Budget!
    Dass die aerodynamischen Kenntnisse von Adrian Newey mit Einführung der neuen Aggregate weit weniger Gewicht hatten als vorher, sah man voriges Jahr ab Jahresbeginn. Außerdem hatte Mercedes die Konkurrenz Ferrari und Renault mit seiner thermisch weit effizienteren Lösung (Turbine und Lader in zwei Gehäusen räumlich getrennt) monatelang genarrt.
    Wenn der VW-Konzern nicht jetzt schon einen F1-geeigneten Hybrid V6 praktisch fertig entwickelt hat, verpufft die Drohgebärde in Richtung Renault wohl auch ziemlich wirkungslos. Denn die Vorlaufzeiten bis zum rennfertigen Triebwerk sind einfach zu lang. Das sieht man bei Honda deutlich. Und die sind ja auch keine Idioten.
    Außerdem ist es der gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Aggregathersteller und Chassishersteller sicher nicht förderlich, wenn Zweiterer immer über Ersteren öffentlich motzt, obwohl auf beiden Seiten Fehler begangen wurden.

    • EinfachIch

      Eine gelungene Analyse! Ich sehe das prinzipiell gleichermaßen, wobei ich natürlich einwende, dass Red Bull an Renault ja doch den einen oder anderen und mit Sicherheit nicht gerade lächerlichen Betrag überweist. Und als solches natürlich bei fehlendem Erfolg (die Ausfallsstatistik aufgrund von Motorenproblemen spricht eine deutliche Sprache) sicher auch das Recht hat, aufzumucken.

      Meines Erachtens ist die Formel 1 zum Tode verurteilt, seit

      * die Fahrer der XBox/Playstation-Generation angehören,

      * die servounterstützten Lenkraddreher (mehr machen sie ja nimmer) beleidigt winseln und nach dem Vati rufen (Hamilton und der Toto, aber auch der Niki, die dann ganz arg böse sind auf den schlimmen, schlimmen N. Rosberg und den auch ganz schlimm ausschimpfen oder auch der Alonso, als er noch bei Ferrari war, sich immer wieder weinerlich beschwert hat, wenn andere schneller waren und wie die anderen Vollpfosten alle heißen) rufen, wenn einer überholt, der ihnen nicht paßt,

      * oder anfragen, ob sie andere Autos (nein, nicht die des eigenen Teams! Andere!) überholen dürfen (J. Button)

      * ein F1-Rennwagen im Fehlerfall re-booted werden muß,

      * die Motoren klingen wie ein Muezzin im Stimmbruch

      * die Streckenposten einem Fahrer nur dann helfen dürfen, wenn ein grünes Lichtlein in der Karosserie leuchtet, damit der Streckenposten aufgrund des ansonsten zu erwartenden Stromschlags nachbesetzt werden muß, weil von ihm nicht viel übrigbliebe. Und damit die Streckenposten vielleicht irgendwann einmal gar nicht mehr rekrutiert werden können (ganz im Sinne „aussterbender Job“)

      * der Zeitgeist dank politischer Umerziehung in Europa eh völlig abdriftet in eine Gesellschaft der ungebildeten, vermeintlich Pflanzenessenden (die Veganer essen tatsächlich Pilze und glauben, sie essen Pflanzen!) radfahrenden Pseudo-Ökos, die die Natur mit beiden Beinen treten (vegane Abtreibungsbefürworten sind eigentlich ein Fall für den Arzt), die sich gleichzeitig mit dem trendigen iPhone und iPad in ein gesellschaftliches Nirvana katapultieren und eigentlich keine Interessen mehr zeigen, als vielleicht auf Zuruf der „Drahtzieher“ Betroffenheit zu markieren und in jeden sich anbietendes Rektum zu kriechen.
      Da ist einfach kein Platz mehr für einen Sport, der früher Gehirnschmalz auf der technischen Seite mit geringen Mittel verlangte. Heute ist das nicht einmal mehr HiTech, das ist eigentlich nur mehr abgehoben.
      Und so gesehen ist natürlich Red Bull in der Misere: normalerweise sponsert Red Bull ja Sportarten, die mit Leidenschaft, aber auch mit einer waghalsigen Herausforderung zu tun haben.
      Die Formel 1 steht nicht mehr für diese Begriffe.

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