Red Bull testet Canopy-Cockpitschutz: „Sieht aus wie ein Polizei-Einsatzschild“

„Da hat man dieses coole, elegante, futuristische Formel 1-Auto, und dann sitzt ein Polizei-Schutzschild obendrauf“: Hamilton kritisiert Canopy-Cockpitschutz noch vor den ersten Tests.

29.04.2016 Online Redaktion

2017 soll ein Cockpitschutz in der Formel 1 zum Einsatz kommen. Wie genau dieser aussehen soll, ist aber noch unklar. Im ersten Freien Training vor den Grand Prix von Russland will nach Ferrari jetzt auch Red Bull einen solchen Schutz testen. Das „Canopy“-Konzept („Vordach“) soll gegenüber dem Alternativentwurf „Halo“ mit besserer Sicht und mehr Schutz punkten, so Red Bull-Teamchef Christian Horner.

„Sieht aus wie ein Polizei-Schutzschild“

Mercedes ist von dem Konzept wenig angetan. Die Silberpfeile tendieren zu dem „Halo“-Konzept; für „Canopy“ hat der amtierende Weltmeister Lewis Hamilton kein gutes Wort übrig. „Wenn sie das schon machen müssen, sollte man das Cockpit wie bei einem Kampfjet schließen“, sagte der Brite im Interview mit Autosport. Diese Scheibe sieht schrecklich aus. Es sieht aus wie ein Polizei-Schutzschild. Da hat man dieses coole, elegante, futuristische Formel 1-Auto, und dann sitzt ein Polizei-Schutzschild obendrauf.“

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© Bild: twitter.com/redbullracing

Auch Kritik an „Halo“

Auch für den Halo-Cockpitschutz, den böse Zungen mit einem Flip-Flop vergleichen, hat Hamilton noch ein wenig Kritik übrig: „Die Carbonfaser-Struktur war offensichtlich gut, aber Fernando [Alonso] wäre nach seinem Crash in Melbourne möglicherweise nicht aus dem Auto gekommen“.

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© Bild: twitter.com/redbullracing

Hamilton: Gefahr muss sein

Generell sei es aber eine gute Sache, dass die FIA sich um die Erhöhung der Sicherheit kümmere. „Daran muss immer gearbeitet werden – so lange es nicht die Ästhetik, den Style und die Coolness der Formel 1 beeinflusst.“ Zudem mache die latente Gefahr die Formel 1 attraktiver: „Wenn ich in das Auto steige, weiß ich dass es gefährlich ist. Dieses Risiko bin ich bereit einzugehen, und das jeder Fahrer eingehen muss. […] Jeder, der gerade erst begonnen hat Formel 1 zu schauen kommt zu mir und sagt, „oh, es ist so gefährlich“. Das trägt zu einem großen Teil ihrer Bewunderung bei. Wenn man all das eliminiert, könnte die Person es ja fast selber machen.“

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