„Bitte nicht!“ – Gemischte Reaktionen auf neuen Cockpit-Schutz „Halo“

Die Reaktionen auf den neuen Cockpit-Schutz in der Formel 1 reichen von „Bitte nicht!“ (Hamilton) über „hässlich, aber ok“ (Massa) bis hin zu „hässlich, aber notwendig“ (Vettel).

07.03.2016 Online Redaktion

Bei den Testfahrten vor Beginn der Formel 1 -Saison 2016 in Barcelona testete Kimi Räikkönen den neuen Cockpit-Schutz „Halo“. Der Aufbau, der unbestreitbar an einen Flip-Flop erinnert, soll verhindern, dass die Piloten durch große Trümmerteile verletzt werden. Auch die Wahrscheinlichkeit für potenziell tödlich Unfälle wie jenen von Julien Bianchi, der bei einem Zusammenstoß mit einem Bergungsfahrzeug so schwer am Kopf verletzt wurde, dass er an den Folgen des Crashes verstarb, soll durch die verbundenen Bügel verringert werden.

Hamilton: „Bitte nicht!“

„Halo“ soll bereits 2017 zum Einsatz kommen. Die Reaktion der Formel 1-Piloten ist indes gemischt: während Räikkönen das System als „okay“ bezeichnet hatte, fiel das Urteil andere Fahrer weit kritischer aus. So postete Weltmeister Lewis Hamilton ein (mittlerweile wieder gelöschtes) Bild von Räikkönens Ferrari auf Instagram mit dem Kommentar: „Bitte nicht! Das ist die schlimmste Modifikation in der Geschichte der Formel 1. Ich schätze das Streben nach Sicherheit in der Formel 1, und so wie sie jetzt ist, ist sie perfekt.“

„Element der Gefahr ist attraktiv und sexy“

Auch Force India-Pilot Nico Hülkenberg ist kein Fan des neuen Cockpit-Schutzes. „Tut es nicht. Es sendet die falsche Nachricht. Die Formel 1 ist derzeit sehr sicher“ zitiert autosport.com den Deutschen. „Es sieht schrecklich aus, es gefällt mir nicht. […] Man kann den Sport nicht sterilisieren. Er muss ein Element von Gefahr beinhalten – ich denke, das ist attraktiv und sexy und auch das, was die Formel 1 braucht.“ Die Sicherheitsstandards in der Formel 1 seien auch ohne „Halo“ hoch genug, so Hülkenberg weiter: „Ich bin bereit, die [verbliebenen] Risiken zu akzeptieren und so weiter zu machen wie bisher. Mit persönlich gefällt [Halo] nicht, und es fühlt sich für mich so an, als würde man versuchen auch das letzte bisschen Risiko zu eliminieren.“

Massa: Cockpitschutz gut, aber hässlich

Der Optik des Cockpitschutzes steht auch Williams-Pilot Felipe Massa kritisch gegenüber. „Sicherheit ist das Wichtigste und ich bin total einverstanden mit Halo oder dem geschlossenen Cockpit oder was auch immer – ich bin mit dieser Änderung einverstanden“, begrüßt der Brasilianer den Grundgedanken des Konzeptes. „Aber es sieht nicht besonders gut aus. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt – wenn es gut für die Sicherheit ist, ist es gut.“

Vettel: Halo hätte leben retten können

Massas Standpunkt kann sich auch der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel anschließen. Der Deutsche stimmt zu, dass „Halo“ „nicht besonders gut aussieht“ – „aber wenn es hilt, die Sicherheit zu erhöhen und Leben zu retten, wären mindestens 2 Fahrer noch am Leben – Henry Surtees und Justin Wilson – wenn wir ein solches System nutzen würden. Es kann hässlich sein, aber nichts kann rechtfertigen, dass diese beiden nicht mehr am Leben sind. Wir können das System noch ästhetisch verbessern und dahingehend, wie sehr es die Sicht beeinflusst.“

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  • Hauerg

    Hab mich nicht am Voting beteiligt, weil ich keiner der Aussagenzustimme:

    Bin GEGEN den Halo. Aber nicht, weil er urschirch ist, sondern weil er bei aller Hässlichkeit nur begrenzten Schutz bietet.
    Gegen ein Trumm wie damals bei Massa oder scharfe Unterbodenteile eines aufsteigenden Autos beim Crash hilft er nix.
    Wenn schon, denn schon: Kanzel. Bin neugierig, wie die REdBull Lösung ausschaut, die nächsten Monat an einem Auto gezeigt werden soll.
    Halo halte ich für groben Irrweg.

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