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Der Sieger heißt in diesem Jahr: Thierry Neuville (rechts).
 

Rallye Deutschland: Da hat sich VW zu früh gefreut

Bei der Rallye Deutschland zeigte Hyundai der Übermacht von Volkswagen mit einem Doppelsieg die lange Nase. Bei wechselhaftem Wetter siegte Thierry Neuville trotz eines Horrorcrashs beim Shakedown vor seinem Teamkollegen Dani Sordo.

25.08.2014 Press Inform

Rund um die schöne Stadt Trier ging es an diesem Wochenende heiß her. Denn die Rallye Deutschland hielt Hof und sorgte zwischen – und ab und an auch in – den Weinbergen für Motorenlärm der Extraklasse. Die Motorsportabteilung aus dem Hause Volkswagen hatte sich schon alles für die große Abschlussparty am Sonntag zurechtgelegt. Das ausgegebene Ziel war klar: die Herstellerweltmeisterschaft sollte gefeiert werden. Dass die Damen vom Eventteam ihre wochenlang gereiften Partypläne wieder zurück in den Schrank legen durften, dafür sorgte der Rallyeneuling Hyundai. Denn nicht nur, dass mit dem Belgier Thierry Neuville der Gesamtsieger der Rallye Deutschland in einem südkoreanischen Fahrzeug ganz oben aufs Podium fuhr. Mit dem Zweitplatzierten Dani Sordo komplettierte ein weiterer Hyundai-Pilot den Doppelsieg in der Eifel. Immerhin landete am Ende noch ein Volkswagen-Fahrer auf Rang drei. Allerding hieß der weder Ogier noch Latvala, sondern Andreas Mikkelsen. Da er für das Team VW Motorsport II fährt, bringen seine gewonnenen 15 Zähler dem Weltmeisterteam aber nichts.

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Sieg für Neuville trotz Horrorcrash

Dabei startete die Rallye Deutschland für den Sieger Neuville alles andere als planmäßig. Schon beim sogenannten Shakedown kam der Belgier mit seinen Boliden so stark von der Strecke ab, dass er erst nach sechsmaligem Überschlagen auf allen vier Rädern zum Stehen kam. Dem Überrollbügel und der aktuellen Sicherheitstechnik sei Dank, ist weder ihm noch seinem Beifahrer etwas passiert. „Zum Glück waren wir da nicht so schnell unterwegs“, meinte er anschließend cool in die Kameras. Was dann folgte glich, zumindest in technischer Hinsicht, fast schon einem Wunder. Denn in der Nacht zimmerten ihm seine Mechaniker ein komplett restauriertes Fahrzeug zusammen. Selbst eine kleine Gruppe von Volkswagen-Ingenieuren zollte am nächsten Morgen der Hyundai-Truppe mit Applaus ihren Respekt. So viel Glück hatte Weltmeister Sebastien Ogier nicht. Denn nach seinem zweiten Unfall, bei dem er mit knapp 180 Kilometern pro Stunde von der Strecke abkam, war sein Überrollbügel so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sein Team auch in den zur Verfügung stehenden drei Stunden vor Ort keine Chance gehabt hätte, ihm ein sicheres Auto zu präsentieren.

Video: Thierry Neuvilles Crash bei der Rallye Deutschland 2014

Latvala führte.. und verunfallte

Dass sich der in der WM-Gesamtwertung auf Platz zwei liegende Finne Jari-Matti Latvala nicht den ihm auf dem Silbertablett überreichten Rallyesieg einheimste, lag einzig und allein an ihm. Mit rund einer Minute Vorsprung startete er als Führender in den letzten Tag und verunfallte. Der Tisch war gedeckt für die nachfolgenden Piloten Neuville, Sordo und Mikkelsen. „Eine bessere Rallye hätten wir uns nicht aussuchen können, vor hunderttausenden Fans. Es war toll, die vielen belgischen Flaggen am Streckenrand zu sehen, das hat mich noch mehr motiviert“, sagte Neuville.

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Rechnerischer Minierfolg für VW

Doch auch, wenn die Frage des Siegers in Deutschland am letzten Tag recht früh geklärt war, blieb Volkswagen am Ende noch die Hoffnung auf einen rechnerischen Minierfolg. „Wenn Citroen-Pilot Mads Ostberg in der abschließenden Powerstage weder den ersten noch den zweiten Platz einfährt, kommt der nächste Weltmeister aus dem Hause Volkswagen“, rumorte es durch den Servicepark. Dementsprechend Spannungsgeladen verfolgten die vielen tausend VW-Fans, trotz des Fehlens ihrer Superstars, die letzte Wertungsprüfung. Und siehe da, am Ende konnte sich Volkswagen unter anderem sogar beim Sieger Neuville bedanken, der sich zwei Punkte für den zweiten Platz bei der Powerstage holte. Platz eins belegte Ford-Pilot Elfyn Evans, der am Ende auf den vierten Gesamtplatz fuhr. Rang drei und damit einen Extrapunkt holte der Finne Mikko Hirvonen, der sich direkt hinter seinem Teamkollegen über Platz fünf freuen durfte. Der von VW mit Argusaugen beobachtete Mads Ostberg landete nur auf Rang fünf – gefeiert wurde bei den Deutschen dennoch nicht. Zu sehr nagte der Ausfall der beiden Topfahrer an ihnen. Zumal schon im letzten Jahr keiner von beiden ins Ziel kam.

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Kubica mit Getriebeschaden ausgeschieden

Neben den Top-fünf-Fahrern sorgte auch Ex-Formel-1-Star Robert Kubica mit zwei Bestzeiten für Aufsehen. Dass er auch diese Rallye nicht bis zum Ende fahren konnte, lag allerdings nicht wie so oft an ihm selbst, sondern an einem Getriebeschaden.

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