Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images
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Matthias Walkner startet bei der Rallye Dakar 2015

Der Ex-Motocross-Weltmeister Matthias Walkner startet bei der Rallye Dakar 2015. Wie er sich vorbereitet hat, seine Ziele und was Kinigadner über ihn sagt.

15.12.2014 APA

Gleich nach dem Jahreswechsel startet das erste Motorsporthighlight des Jahres 2015, vom 4. bis 17. Jänner gilt es die 9.200 Kilometer der Rallye Dakar zu bewältigen. Unter den Teilnehmern ist auch Ex-Motorcross-Weltmeister Matthias Walkner. Der Österreicher startet als einer von fünf KTM-Werksfahrern bei der 37. Ausgabe der Extrem-Rallye. „Im ersten Jahr muss er ruhig bleiben und ins Ziel fahren“, gab KTM-Motorsportchef Pit Beirer die Devise vor.

Intensive Vorbereitung von Matthias Walkner

Walkner hat sich mehr als ein halbes Jahr intensiv vorbereitet, um nach dem Wechsel vom Motocross-Sport mit einer Renndauer von einer guten halben Stunde pro Lauf beim zweiwöchigen Extremsport-Klassiker ein gutes Debüt zu absolvieren. „In den 14 Tagen sitzt man mindestens 100 Stunden auf dem Motorrad, das ist so viel wie ein halbes Jahr Motocross. Das sind zwei verschiedene Welten“, sagte der Salzburger am Montag in Wien.

Die Route der Rallye Dakar 2015

Foto: JUAN MABROMATA/AFP/Getty Images

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Die größten Herausforderungen

Die Umstellung auf die langen Distanzen und das Navigieren, also das schnelle Lesen des „Roadbooks“, waren die größten Herausforderungen an Walkner. Die Renndauer von rund acht Stunden pro Tag hat der enge Freund Marcel Hirschers durch Änderung im Training („75 Prozent Ausdauer und nur noch 25 Prozent Kraft“) bewältigt. Für eine möglichst entspannte Position auf der KTM 450 Rallye (450 ccm, 63 PS, 140 kg) über viele Stunden hatte Hirschers Trainer-Vater Ferdinand wichtige Tipps parat.

Matthias Walkner

Matthias Walkner, der erste österreichische KTM- Werkspilot bei der Rallye Dakar seit 15 Jahren. Foto: APA/ HERBERT PFARRHOFER

Höhentraining dringend notwendig

Dem für ihn neuen Orientieren bei Geschwindigkeiten von rund 150 km/h im Gelände hat sich der Kuchler bei der Rallye Marokko (11. Gesamtrang) und vor allem beim mehrwöchigen Training mit dem vierfachen Dakar-Gewinner Marc Coma in Spanien angenähert. Der Spanier hatte heuer für den 13. Sieg von KTM in Folge gesorgt. „Er hat sich sehr um mich bemüht. Mit dem Roadbook-Lesen fühle ich mich jetzt vertraut“, erklärte Walkner, der dieser Tage Höhentraining auf dem Kitzsteinhorn absolviert, um sich an die teils große Höhe (Pässe bis 4.200 m) einzustellen.

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images

Letzter Motorradfahrer war Heinz Kinigadner

Der MX3-Weltmeister von 2012 ist der erste Österreicher seit Heinz Kinigadner, der 2000 zum siebenten Mal teilgenommen hatte, in einem Motorrad-Werksteam. Zuletzt hatten der Tiroler Martin Freinademetz (2007 in Afrika 90., 2010 in Südamerika 39.) und der Salzburger Ferdinand Kreidl (2012 und 2013/85.) als Privatfahrer die nun in Südamerika gefahrene Rallye bestritten.

Kinigadner über seinen Nachfolger

Kinigadner hatte das Engagement des Motocross-Testfahrers Walkner im Rallye-Werksteam eingefädelt und hält große Stücke auf seinen Nachfolger. „Ich weiß, dass er als Motocross-Fahrer in punkto Fahrtechnik beste Voraussetzungen mitbringt und er hat sich profimäßig vorbereitet“, sagte der Ex-Motorcross-Weltmeister und bezeichnete „Durchkommen“ als größtes Ziel bei der Premiere.

„Ich hoffe ganz stark, dass er die ohne Blessuren übersteht, wenn er das schafft, kann er danach tempomäßig mit der Spitze mitfahren“

„Die Platzierung im ersten Jahr ist egal“

Dazu müsse sich Walkner in der ersten Woche einbremsen. „Ich hoffe ganz stark, dass er die ohne Blessuren übersteht, wenn er das schafft, kann er danach tempomäßig mit der Spitze mitfahren“, betonte Kinigadner. „Die Platzierung im ersten Jahr ist egal“, ergänzte Beirer, „unter drei Jahren darf man nicht Bilanz ziehen.“ Für die Zukunft wäre es aber ein Traum, einen österreichischen Spitzenfahrer im Team zu haben.

"Bringt als Motocross-Fahrer beste Voraussetzungen mit", Kinigadner (li.) über Walkner. Foto: APA/ HERBERT PFARRHOFER

„Bringt als Motocross-Fahrer beste Voraussetzungen mit“, Kinigadner (li.) über Walkner. Foto: APA/ HERBERT PFARRHOFER

Das Ziel von Walkner

Walkner will unbedingt das Ziel erreichen und wäre mit einer Top-20-Gesamtplatzierung und dem einen oder anderen Top-Ten-Etappenrang sehr zufrieden. „Ich will möglichst viele Erfahrungen mitnehmen. Vom fahrerischen Niveau her glaube ich schon, dass ich mit den Top Ten mithalten kann. Neu ist für mich, mit 150, 160 km/h zu fahren und dabei auch noch zu navigieren. Aber am wichtigsten ist, dass ich keinen Hubschrauber von innen sehe.“ Denn einen Unfall, wie ihn Kinigadner u.a. bei seiner letzten Teilnahme 2000 erlitten hatte, will Walkner beim Debüt unbedingt vermeiden.

Steckbrief von Matthias Walkner

  • Geboren: 1. September 1986 in Kuchl/Salzburg
  • Größe/Gewicht: 1,79 m/82 kg
  • Wohnort: Kuchl/Salzburg
  • Beruf: KTM-Werksfahrer
  • Disziplin: Rallye
  • Hobbys: Bergtouren, Mountainbike, Grillen
  • Homepage: www.matthiaswalkner.com

Größte Motorsporterfolge

Motocross

  • Weltmeister MX3 2012, WM-Dritter MX3 2013
  • Sieger EM-Lauf 2009, EM-Gesamt-Fünfter

Rallye

  • 11. Rally Marokko 2014 (6. Tagesrang)
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