Rallye Argentinien
Sébastien Ogier hat das Auto ins Ziel gebracht.
 

Rallye Argentinien: Nachbericht

Nach einem harten Rennverlauf feiert VW einen Doppelerfolg.

12.05.2014 Press Inform

Jari-Matti Latvala hat mit seinem Copiloten Miikka Anttila die Rallye Argentinien 2014 gewonnen, damit hat das Duo seinen bisher zehnten WRC-Sieg gefeiert. Der Weg dorthin war jedoch kein Leichter, der Finne hatte mit einem harten Rennverlauf zu kämpfen. Mit nun neun WRC-Siegen in Folge sicherte sich das gesamte Volkswagen Motorsport-Team zudem einen neuen Serien-Rekord.

Ogier auf Platz zwei

Abgerundet wurde die erfolgreiche VW-Wettfahrt vom zweiten Platz des Weltmeisters Sebastien Ogier. Der Rückstand von 1:26.9 Minuten bei einer Gesamtsiegerzeit von 4:41:24.8 Stunden von Latvala zeigt, dass der Finne dieser Rallye seinen Stempel aufdrücken konnte. Ogier fuhr hingegen am letzten Renntag nicht mehr auf den Gesamtsieg, sondern legte mehr Wert auf die Sicherung des zweiten Platzes. „Wir haben nicht mehr gepusht. Ich versuchte, das Auto ins Ziel zu bringen. Jari-Matti hat den Sieg verdient“, erklärte Ogier. Platz drei ergatterte Citroen-Pilot Kris Meeke mit einem Rückstand von 5:54.7 Minuten.

Thierry Neuville im Hyundai

Thierry Neuville im Hyundai

Fahren wie auf Glatteis

Doch nicht nur die drei Podiums-Fahrer durften sich bei der 700 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires stattfindenden Rallye als Sieger fühlen. Denn am letzten Renntag wurden durch Sichtweiten von stellenweise weniger als 50 Metern alle Sinne von jedem einzelnen Fahrer auf eine besonders harte Prüfung gestellt. „Das gehört definitiv zum Schwierigsten, was ich in meiner Kariere bisher gefahren bin. Das war wie Fahren auf Glatteis“, sagte Jari-Matti Latvala im Ziel der Prüfung. Teamkollege Sebastien Ogier fügte hinzu: „Hier geht es nur noch darum, überhaupt durchzukommen.“

Durchschnittsgeschwindigkeit wie bei Überführungsetappen

Wie hart es wirklich für die Spitzenfahrer war, zeigt ein Zeitvergleich zum Vorjahr. Jari-Matti Latvala erzielte auf Wertungsprüfung „El Condor“ eine Zeit von 15.07,6 Minuten. 2013 fuhr er bei schönem Wetter nahezu exakt zwei Minuten schneller. Noch beeindruckender wird es, wenn ein Blick auf die normalerweise unvorstellbar hohe Durchschnittsgeschwindigkeit geworfen wird: Latvala fuhr dieses Jahr rund 64 Kilometer pro Stunde – in der WRC kommt so etwas eigentlich nur bei den Überführungsetappen vor. Bei der abschließenden Powerstage flogen dann allerdings wieder die Autos und kiloweise Gatsch durch die Lüfte. Mit dem Ergebnis, dass Sebastien Ogier durch den Sieg der letzten Wettfahrt drei und Teamkollege Latvala als Dritter einen Weltmeisterschaftspunkt nach Wolfsburg holten. Den zweiten Platz der Power Stage erfuhr sich der Finne und Ford-Fahrer Mikko Hirvonen, der am Ende Gesamt-Neunter wurde.

Jari-Matti Latvala im VW

Jari-Matti Latvala im VW

Mikkelsen kämpft sich zurück

Hinter dem Rallye Argentinien-Dritten Kris Meeke rundete der dritte VW-Fahrer Andreas Mikkelsen die Volkswagen-Show ab. Noch in der Wertungsprüfung fünf durch einen abgesprungenen Lichtmaschinen-Riemen von Platz drei zurückgefallen, kämpfte er sich am Samstag und letztendlich auch bis zum Schluss auf Platz vier zurück. „Es war ein sehr gutes Wochenende“, strahlte am Ende Mikkelsen. „In der Power Stage bin ich es vorsichtig angegangen, weil es gefährlich wurde.“ Nicht sehr von Erfolg geprägt war das Rennen des gesamten Hyundai-Teams. Abgesehen von einer Bestzeit auf der kurzen Superspecial von Thierry Neuville und seinem Gesamt-Fünften-Platz, war nichts zu holen. Dani Sordo musste am Samstag sogar endgültig aufgeben, da es an seinem Hyundai i20 WRC technische Probleme gab, die zwar von Anfang an auftauchten, aber dennoch nicht behoben werden konnten.

Sonntag war der schwierigste Tag

Mit Blick auf die übrigen Abstände wurde es am Ende beim Kampf um Platz sechs zwischen Robert Kubica und Elfyn Evans am spannendsten. Mit nur fünf Sekunden Unterschied starteten beide Fahrer in die 14. und damit letzte Wertungsprüfung. Da Evans in seinem Ford jedoch auf Sicherheit fuhr und der ebenfalls Ford fahrende Pole Kubica das Tempo hoch hielt, konnte er sich den sechsten Rang erfahren. „Die Rallye war sehr schwierig. Nach der Recce war uns klar, dass der Sonntag der schwierigste Tag sein würde. Die Bedingungen waren auch extrem. Wir sind eine Rallye ohne Probleme gefahren und haben Punkte gesammelt. Das ist gut“, berichtete am Ende ein überglücklicher Robert Kubica.

Fahrer-Wertung

1. Sebastien Ogier im VW mit 112 Punkten

2. Jari-Matti Latvala im VW mit 88 Punkten

3. Andreas Mikkelsen im VW mit 48 Punkten

Mads Ostberg im Citroen mit 48 Punkten

4. Mikko Hirvonen im Ford mit 40 Punkten

Hersteller-Meisterschaft

1. Volkswagen Motorsport mit 187 Punkten

2. Citroen mit 90 Punkten

Das nächste Rennen, bestehend aus 17 Wertungsprüfungen, findet vom 5. bis zum 8. Juni in Italien statt.

pixel