Porsche 917 LeMan 1971 Helmut Marko
In den Pausen gewann Marko auch noch 40 DM beim Schnapsen.
 

One-Hit-Wonder

Als Fahrer gelang Helmut Marko nur ein einziger großer Sieg – es hätte anders kommen sollen.

17.03.2012 Autorevue Magazin

Hier geht es zur Reportage über LeMans 1971.

1971 war die Zeit der großen Le-Mans-Schlachten Ford gegen Ferrari gegen Porsche eigentlich schon vorbei. Im letzten Jahr der 5-Liter-Sportwagen traten zwar sieben Porsche 917 gegen neun Ferrari 512 an, von letzteren galt allerdings nur einer als bedingt satisfaktionsfähig. Ferdinand Piëch sagte vor dem Rennen: „Unsere einzige Konkurrenz sind unsere Fahrer untereinander.“

Das Rennen wurde dann ganz Le-Mans-mäßig zur Materialschlacht: Nur jeweils zwei von den dicken Porsches und Ferraris kamen ins Ziel. Helmut Marko und Gijs van Lennep waren taktisch klug gefahren und erzielten trotzdem einen Distanzrekord, der bis ins Vorjahr halten sollte. Im Finish waren der Rahmen, das Getriebe und die Bremsscheiben am Ende, aber Marko behielt die Nerven gegenüber dem von hinten anstürmenden Wyer-Porsche.

Porsche 917 LeMan 1971 Helmut Marko

Marko, Freund und Schulkollege von Jochen Rindt, hatte erst sein ­Studium abgeschlossen, bevor er seine Rennkarriere startete. Er stieg 1967 auf einem Formel V ein, dann zeigte sich schnell sein Langstrecken-Talent in einem mit Gerold Pankl gemeinsam gekauften Porsche 906. In Le Mans 1971 gewann er das prestigeträchtige Tourenwagenrennen in Spa, und nach Le Mans schien der Grazer die besten Karten im Rindt-Nachfolge-Gerangel mit Dieter Quester und Niki Lauda zu haben. Er sicherte sich einen fixen Platz im damals durchaus siegfähigen BRM-Team, scheiterte aber am chaotischen Teammanagement. In neun Rennen ging sich kein einziger WM-Punkt aus, bis schließlich beim Frankreich-GP 1972 ein aufgewirbelter Stein sein ­Visier durchschlug und ein Auge traf.

Marko wurde danach erfolgreicher Gastronom und stieg als Manager wieder in den Rennsport ein. Seine goldene Nase für Talente bewies er bei Gerhard Berger, Karl Wendlinger, Juan-Pablo Montoya und zuletzt Sebastian Vettel. Nicht zuletzt hat Helmut Marko nicht unwesentlichen Anteil daran, wo das Red-Bull-Team heute steht.

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