Blick auf den Oesterreichring am Donnerstag, 31. Jaenner 2008, in Spielberg in der Steiermark
Der Österreichring im Jahr 2008. Damals war der Traum von Formel 1 in weiter Ferne.
 

Formel 1: Österreichring Chronologie

Heute erreicht uns die Meldung über das Formel-1-Comeback in Österreich. Der heimische Große Preis wurde vor knapp einem halben Jahrhundert erstmals am Zeltweger Flugplatz ausgetragen.

23.07.2013 APA

 

Die Nachricht über das Formel-1-Comeback in Österreich lässt die Herzen der Motorsportfans höher schlagen. Der heimische Große Preis wurde vor knapp einem halben Jahrhundert erstmals am Zeltweger Flugplatz ausgetragen. Der Anfang der Umbauarbeiten 2003 bedeutete gleichzeitig das Ende der Formel 1 in Österreich.

Die 1950er bis 1970er Jahre

Die Geschichte der Rennstrecke im obersteirischen Aichfeld beginnt 1957 bis 1964 mit den Flugplatzrennen von Zeltweg. Der Österreichring in Spielberg wird 1969 eröffnet, das erste Formel-1-Rennen geht am 16. August 1970 in Szene.

Die 1980er und 90er Jahre

Zwischen 1987 und 1997 gibt es zehn Jahre Pause, ehe der F-1-Zirkus auf die um 400 Mio. Schilling (29,1 Mio. Euro) umgebaute und in A1-Ring umbenannte Rennstrecke zurückgekehrt. Zwischendurch wird das Gelände für Open-Air-Konzerte genutzt, der ÖAMTC baut 1995 ein Fahrtechnik-Zentrum und fungiert als Betreiber. Immer wieder ist das Engagement der Öffentlichen Hand umstritten und Gegenstand politischer Auseinandersetzung. Die SPÖ drehte 1996 auf einen Pro-Kurs.

 

Chronologie der Ereignisse nach dem Aus der Formel 1 und dem Ende des A1-Rings

18. Mai 2003

Nach 25 Rennen verabschiedet sich die Formel 1. Rekordweltmeister Michael Schumacher siegt vor Kimi Räikkönen. Schon davor hatte Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz Pläne für die Übernahme des Motodroms und den Um- und Ausbau gewälzt, die sich in einem 700-Millionen-Euro-Projekt einer „Motorsport & Aviation Academy“ mit Unterstützung des Landes konkretisieren. Um den Weg freizumachen, müssen die langfristigen Verträge mit dem Pächter ÖAMTC abgelöst werden.

Oktober 2003

Mit der Einleitung des UVP-Verfahrens für den Ring-Umbau formiert sich der Widerstand unter den Anrainern vor allem gegen die geplante Off-Road-Strecke.

Juni 2004

Die erste Instanz genehmigt das Projekt auf dem Areal des A1-Rings, auf dem im Frühjahr die Abbrucharbeiten begonnen haben.

3. Dezember 2004

Der Umweltsenat durchkreuzt die Pläne. Mateschitz zieht sich zurück. Mit großem landespolitischen Anschub wird das Projekt – wieder mit Mateschitz – als „Projekt Spielberg Neu“ reanimiert. Mit Industriepartnern soll eine Prüf-, Test- und Incentivestrecke um 100 bis 150 Mio. Euro gebaut werden.

September 2005

Red Bull, KTM, Magna und VW unterzeichnen eine Absichtserklärung für Finanzierung, Durchführung und Inbetriebnahme.

Mai 2006

Alle Grundstücke sind mittels Optionen gesichert, Mateschitz äußert sich zuversichtlich über die Einhaltung des Zeitplans, wonach spätestens Ende 2007 gebaut werden soll.

Sommer 2007

VW gibt seinen Ausstieg bekannt, von den anderen Partnern und Mateschitz selbst kommen Zweifel an der Realisierbarkeit.

Jänner 2008

Der Umweltsenat bestätigt den positiven UVP-Bescheid, der im September von der ersten Instanz erlassen wurde. Davor war es zu einer – überraschenden – Einigung mit Initiativbürgern und Umweltanwältin. Obwohl „Spielberg Neu“ fertig genehmigt ist, bleibt die Umsetzung in Schwebe. Red Bull nimmt mit den potenziellen verbliebenen Investoren Gespräche auf, um das Geschäftsmodell zu überarbeiten und Alternativen zu prüfen.

4. Februar 2008

Nach einem Gespräch zwischen Landesregierung und potenziellen Investoren wird das Projekt abgeblasen.

2. April 2008

Red Bull verkündet den Bau einer „abgespeckten“ Variante des Rings in Spielberg.

10. Oktober 2008

Die Bauarbeiten für das Projekt Spielberg beginnen.

15. Mai 2011

Der neue Ring wird feierlich eröffnet und nimmt den auf das ganze Jahr ausgelegten Betrieb mit diversen Strecken sowie Konzerten auf. Rennserien wie die DTM oder die Formel Renault machen Station im Aichfeld.

23. Juli 2013

Red Bull kündigt an, dass Spielberg 2014 wieder im Formel 1-Rennkalender zu finden sein wird – vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.

 

  • Bernhard Egger

    Heutzutage kommen zum F1-GP 54.000 Besucher (Hockenheim) und zu einem MotoGP 220.000 (Sachsenring). Ich finde die F1 sehr überbewertet, da sie unter den Motorsportfans inzwischen zweitrangig ist (siehe Besucherzahlen)… Mit dem Fernglas kleine F1-Rennwagen im Kreis fahren zu sehen ist eben auch für Motorsportfans nicht gerade faszinierend. MotoGP am Red-Bull-Ring wäre mir 100-Mal lieber.

  • Bernhard Egger

    Heutzutage kommen zum F1-GP 54.000 Besucher (Hockenheim) und zu einem MotoGP 220.000 (Sachsenring). Ich finde die F1 sehr überbewertet, da sie unter den Motorsportfans inzwischen zweitrangig ist (siehe Besucherzahlen)… Mit dem Fernglas kleine F1-Rennwagen im Kreis fahren zu sehen ist eben auch für Motorsportfans nicht gerade faszinierend. MotoGP am Red-Bull-Ring wäre mir 100-Mal lieber…

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