...dabei steht Martini den Williams-Boliden so gut!
 

Organisation will Alkohol-Sponsoring in der Formel 1 verbieten

Ob Martini, Smirnoff oder Johnnie Walker – sie alle sollen aus der Formel 1 vertrieben werden, um alkoholbedingte Unfälle zu dezimieren. Aber ob das wirklich hilft?

15.11.2014 Online Redaktion

Alkohol ist in der Formel 1 omnipräsent, zum Beispiel als Martini-Schriftzug auf den Williams-Boliden, Smirnoff als Force India-Sponsor und Johnnie Walker als offizieller Formel 1-Whiskey. Ganz schön viel Hochprozentiges für einen Sport, in dem es im Prinzip um hochkonzentriertes Fahren geht – das meint zumindest European Alcohol Policy Alliance in einem offenen Brief an FIA-Präsident Jean Todt. Die Organisation mit Sitz in Paris fordert ein Ende von Alkoholhersteller-Sponsoring in der Formel 1.

Betrunkenes Fahren Ursache für 25 Prozent der tödlichen Unfälle

In dem offenen Brief heißt es, betrunkenes Fahren sei  2013 die Ursache für 6.500 Todesfälle in Eurpa gewesen – das entspräche 25 Prozent der Verkehrstoten. Die Organisation zieht daraus den Schluss, dass die Formel 1-Fans verleitet werden zu glauben, Alkohol am Steuer sei nichts Schlimmes, da die Werbungen ja in ihrem liebsten Motorsport omnipräsent sind. In dem Brief heißt es:

„Spnsoring von Sportveranstaltungen ist ein beliebtes Marketinginstrument für die Alkoholindustrie, um ihre Produkte zu bewerben. Dieses Sponsoring funktioniert aber anders als herkömmliche Werbungen, da es indirekt und implizit funktioniert. Es erlaubt Unternehmen, […] eine psotive Assoziation zwischen dem Sport und dem Produkt herszustellen.“

Mariann Skar, Genrealsekretärin der auch „Eurocare“ genannten Organisation, suggeriert auch, dass das Alkoholhersteller-Sponsoring bereits bestehenden EU-Gesetzen widerspricht, in denen das Bewerben von Alkohol, das in irgendeiner Form mit dem Autofahren in Verbindung steht, verboten ist. Zudem werden die Logos der Alkoholhersteller bei einigen Rennen auch jetzt schon durch andere ersetzt, beispielsweise in Russland oder in diversen muslimischen Ländern.

Symptome oder Ursachen?

Es bleibt abzuwarten, Jean Todt dem Brief irgendwelche Aktionen folgen lassen wird. Wenn die Zahl der alkoholbedingten Verkehrstoten sich durch das Entfernen von Spirituosen-Logos in der Formel 1 tatsächlich senken lassen würde, würde das aber nur auf viel tiefer sitzende Probleme hinweisen, die durch eine solche Maßnahme keineswegs als beseitigt angesehen werden könnten.

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  • Te.Ka

    Es gibt immer jemanden, der gegen etwas ist. Es gibt seit einiger Zeit auch ein Tabakwerbeverbot, ohne daß sich die Zahl der Raucher reduziert hat. Die Gewinner sind die Tabakkonzerne, die sich die Werbeausgaben in Milliardenhöhe ersparen und so um einiges mehr verdienen, während im Sport dieses Geld fehlt.
    Tatsache ist dafür, daß in Ländern, in denen es ein Alkoholverbot gibt, die Agressionsbereitschaft sehr ausgeprägt ist. Ich fühle mich jedenfalls in Gegenwart eines schlafenden Alkoholikers sicherer, als in Gegenwart eines nüchternen Selbstmordattentäters.

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