"Wir sind in einer guten Position": Vettel stapelt auch nach seinem 32. Sieg tief.
"Wir sind in einer guten Position": Vettel stapelt auch nach seinem 32. Sieg tief.
 

Nach Sieg in Monza: Vettel ist WM-Titel schon (fast) sicher

Der Red Bull-Pilot könnte wohl nur mit äußerst viel Pech daran gehindert werden, sich den vierten Titel in Serie zu holen. Er selbst gibt sich aber (noch) bescheiden.

09.09.2013 Online Redaktion

Die Formel 1-WM scheint nach bereits gelaufen. Lewis Hamilton hatte bereits kurz nach Vettels Sieg in Monza vermeldet, keine Chancen mehr auf den Titel zu sehen. In der Tat scheint Vettel der Sieg spätestens seit Sonntag sicher – nur eine außergewöhnliche Serie an Pleiten, Pech und Pannen könnte den Durchmarsch des deutschen Red-Bull-Piloten noch stoppen. Vettel stieg aber verbal auf die Euphoriebremse: „Es ist nicht meine Art, so was zu sagen. Wenn man zu weit in die Ferne schaut, kann man das aktuell Schöne vielleicht nicht so genießen.“

Alonso bereits 53 Punkte im Rückstand: „Haben vielleicht nicht den Speed, Vettels Vorsprung aufzuholen“

Indes resignieren selbst die Rivalen nach ihren teils heftigen Rückschlägen im Grand Prix von Italien. „Wir müssen bei der WM realistisch sein“, forderte Fernando Alonso. „Wir haben nicht mehr viele Rennen und vielleicht nicht den Speed, um mehrere hintereinander gewinnen zu können und den Vorsprung von Vettel aufzuholen. Wir brauchen Glück und Ausfälle von Sebastian.“ Statt im richtungweisenden Ferrari-Heimrennen im Königlichen Park eine erfolgsversprechende Aufholjagd starten zu können, büßte der Spanier weitere sieben Punkte auf Vettel ein, womit ihm sieben Rennen vor Schluss bereits 53 Zähler auf das „Sieg-Monster von Monza“ („Bild“) fehlen. Seinen zweiten Platz bezeichnete er nüchtern als „Maximum“.

Medien feiern Vettel bereits als Sieger

Der gänzlich leer ausgegangene Kimi Räikkönen hatte seine WM-Perspektiven schon vor dem elften Platz als minimal bezeichnet. Der finnische WM-Vierte weist 88 Zähler weniger als Vettel auf. Für die internationalen Medien ist die WM-Entscheidung ebenfalls gefallen. „Vettel hat die Hand an der Weltmeisterschaft. Der perfekte Sebastian vernichtet den Traum von Alonso“, titelte „La Gazzetta dello Sport“. Der „Corriere dello Sport“ schrieb: „Alonso verabschiedet vom Podium aus die Weltmeisterschaft. Vettel von einem anderen Planeten.“ Und in Alonsos spanischer Heimat urteilte „El Periodico“ über den WM-Spitzenreiter: „Der Deutsche bricht Rekorde wie dereinst sein Idol Michael Schumacher.“

Vettel bleibt defensiv

Vettel fährt in der Titelfrage trotzdem weiter einen defensiven Kurs. Ehe rechnerisch nicht alles klar ist, will er davon auch nicht abweichen. Das betonte er in Monza mehrfach. Nach seinem für Alonso und Ferrari gleich doppelt schmerzhaften Coup räumte der 26-jährige Deutsche aber immerhin ein: „Wir sind in einer guten Position.“

Das ist untertrieben: Mit 222 Punkten liegt Vettel nach dem Europa-Finale klar an der Spitze. „Im Vergleich zum Vorjahr, wo wir hier nach einem Totalausfall 44 Punkte zurück waren, ist das schon eine Beruhigung“, befand Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko. „Aber keinesfalls eine WM-Vorentscheidung oder Garantie.“

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