Max Chilton muss trotz Insolvenz nicht um sein Geld fürchten.
Max Chilton muss trotz Insolvenz nicht um sein Geld fürchten.
 

Nach Caterham eröffnet auch Marussia Insolvenzverfahren

Nun ist es offiziell: Das schwächelnde Formel 1-Team Marussia tut es Caterham gleich und eröffnet ein Insolvenzverfahren. Eine Teilnahme am USA-GP ist damit ausgeschlossen.

27.10.2014 APA

Jetzt ist es fix: Der Grand Prix der USA am kommenden Wochenende wird definitiv nicht nur ohne Caterham, sondern auch ohne Marussia stattfinden. Der britisch-russische Rennstall eröffnete ein Insolvenzverfahren, wie der Insolvenzverwalter am Monatg mitteilte. Ob Marussia bei den letzten beiden Saisonrennen in Brasilien und Abu Dhabi starten kann, sei offen. Die Möglichkeiten seien aber „sehr begrenzt“.

Kein frisches Geld für Marussia

Der Teamführung des WM-Neunten ist es den Angaben zufolge nicht gelungen, frisches Geld aufzutreiben, um die Zukunft des Rennstalls auf lange Sicht zu sichern. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist demnach „alternativlos“. Fast 200 Mitarbeiter sind von der drohenden Zahlungsunfähigkeit betroffen. Darunter sind auch die Stammpiloten Max Chilton aus England und der Anfang Oktober bei einem Unfall in Japan schwer verunglückte Franzose Jules Bianchi. Es habe jedoch keine Kündigungen seit Einleitung des Insolvenzverfahrens gegeben, schrieb der Insolvenzverwalter. Die Mitarbeiter seien bis Ende Oktober noch bezahlt worden.

Ausweg für Marussia?

Für Marussia könnte sich aber ein Ausweg aus der Misere andeuten. Einem Bericht des „Telegraph“ zufolge soll ein britisch-indisches Brüderpaar aus der Stahlindustrie Interesse an dem Rennstall haben. „Wir stehen kurz vor einem Abschluss“, zitierte die englische Zeitung einen der beiden möglichen Geldgeber, Baljinder Sohi. „Der Preis muss aber stimmen.“ Der aktuelle Teambesitzer Andrej Scheglakow soll einem Verkauf nicht abgeneigt sein. Die „Daily Mail“ schrieb, dass Manor Grand Prix Racing, die Firma hinter Marussia, Anfang Oktober wegen eines Insolvenzverfahrens beim Londoner High Court angefragt habe.

Erstmals seit 2005 nur 18 Boliden am Start

Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone hatte bereits am Wochenende angekündigt, dass die finanziell in Notlage geratenen Teams Caterham und Marussia nicht am kommenden Grand Prix in Texas teilnehmen. Die Investoren von Caterham, Letzter der Konstrukteurswertung, hatten schon in der vergangenen Woche das Management an einen Insolvenzverwalter übergeben. In den USA werden somit erstmals seit dem Monaco-Rennen 2005 nur 18 Wagen an den Start gehen.

Caterham-Piloten: „Turbulente Zeiten“

Die beiden Caterham-Piloten Kamui Kobayashi und Marcus Ericsson meldeten sich in sozialen Netzwerken zu Wort. „Leider, wegen der Situation des Teams, werde ich nicht bei den Grand Prix in den USA und in Brasilien fahren“, schrieb der Japaner Kobayashi auf Facebook. „Turbulente Zeiten. Zur Zeit passieren eine Menge Dinge“, teilte der Schwede Ericsson mit.

Viele Rennställe mit finanziellen Problemen

Die Beispiele Marussia und Caterham zeigen, dass die vermeintliche Glamourserie Formel 1 für wenig zahlungskräftige Teams längst zu einem hochriskanten Wagnis geworden ist. Nicht einmal die Hälfte der insgesamt elf Rennställe darf als finanziell gesund gelten. Teams wie Lotus, Sauber und Force India sind von Bezahlfahrern abhängig.

„Hohe Kosten größte Baustelle in der Formel 1“

„Die größte Baustelle in der Formel 1 sind die hohen Kosten. Wir müssen sie reduzieren“, hatte Weltverbandschef Jean Todt dem Fachmagazin „Auto, Motor und Sport“ in einem Interview am Rande des Großen Preises von Bahrain im April gesagt. Eine Kostenbremse gibt es aber bis heute nicht.


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