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Egal was ihr am Wochenende macht, schaut euch das MotoGP-Finale an!

Das Finale der MotoGP-WM 2015 verspricht Hochspannung. 7 Punkte Vorsprung hat der Gesamtführende Valentino Rossi auf seinen Teamkollegen Jorge Lorenzo.

05.11.2015 APA

Der 8. November 2015 ist ein Sonntag, in der Spanischen Gemeinde Cheste wird es Mittags um die 20 Grad Celsius haben, es wird nicht Regnen, aber leicht bewölkt sein. Richtig heiß wird es dann ab 14 Uhr werden, wenn auf dem Circuit Ricardo Tormo – 20 Kilometer von Valencia entfernt – das WM-Finale 2015 der MotoGP ausgetragen wird. Dabei kommt es zum Showdown zwischen Altmeister Valentino Rossi und Jorge Lorenzo.

Valentino Rossi vs. Jorge Lorenzo

„Forza Vale“ gegen „Vamos Jorge“. „46“ gegen „99“! So lautet verkürzt dargestellt der Kampf beim Gran Premio de la Comunitad Valenciana, dem wohl wieder von 150.000 Fans besuchten Showdown der WM 2015. Vor dem 18. und letzten Saisonrennen auf dem Ricardo Tormo Circuit führt Rossi sieben Zähler vor seinem Yamaha-Teamkollegen Lorenzo die WM-Fahrerwertung an, muss aber womöglich von ganz hinten los fahren.

Circuit Ricardo Tormo

Entscheidung im letzten Saisonrennen

In der 67-jährigen Geschichte der Weltmeisterschaft gab es nur 16 Anlässe, bei denen der Titelkampf in der Königsklasse erst im letzten Rennen entschieden wurde. Die sieben Punkte sind der knappste Vorsprung vor dem Finale seit 1992. Diesmal geht es nach 17 Rennen, 418 Runden und insgesamt fast 2.000 Kilometern am Sonntag (ab 13.45 Uhr live) um alles.

Spannung um Strafe gegen Rossi

Mehr als der knappe Vorsprung und die Frage, ob der 36-jährige und nach vielen schwachen Jahren 2015 wiedererstarkte Rossi seinen historischen, weil bereits zehnten oder der 28-jährige Herausforderer Lorenzo seinen fünften WM-Titel einfährt, beherrscht vor der Entscheidung etwas anderes das öffentliche Interesse. Es sind die Diskussionen wegen der Ereignisse beim vorletzten Rennen in Malaysia und die deshalb ausgesprochene Strafe gegen Rossi.

Marquez vs. Rossi

In Sepang war ein Konflikt zwischen Rossi und Lorenzos Landsmann Marc Marquez offen ausgebrochen. Der Italiener hatte dem als Titelhalter bereits entthronten Spanier schon vor dem Rennen unterstellt, seinem Landsmann Lorenzo im aktuellen WM-Kampf Schützenhilfe leisten zu wollen. Prompt konzentrierte sich Honda-Pilot Marquez dann im Rennen mehr auf Rossi als auf die Verfolgung der Spitzenreiter.

Streit eskaliert

Das Duell der beiden Streithähne eskalierte, als Marquez im Rad-an-Rad-Duell mit Rossi zu Boden musste und ausfiel. Angeblich, weil ihn der Italiener mit einem Fußtritt zu Fall gebracht hatte. Die TV-Bilder lassen diesen Schluss zwar zu, taugen aber nicht als Beweis. Rossi erhielt zu seinem vorhandenen Strafpunkt dennoch drei weitere und muss in Valencia ganz nach hinten.

400.000 Fans unterstützen Rossi

Danach ging es nur noch rund. Über 400.000 Fans unterzeichneten eine Petition, um die Strafe gegen Rossi rückgängig zu machen. Selbst Italiens Regierungschef Matteo Renzi mischte sich ein. Marquez klagte, von einer italienischen TV-Crew zu Hause belästigt worden zu sein. FIM-Präsident Vito Ippolito bezeichnet die Sitation als derart „vergiftet“, dass man die übliche Donnerstags-Presekonferenz absagte, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.

 

Einspruch gegen Strafe

Rossi hatte schon davor Überlegungen, wegen seiner eventuellen Chancenlosigkeit auf einen Valencia-Start zu verzichten, rasch wieder verworfen. Vielmehr erhob er beim Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne Einspruch, um die Strafe zumindest abzumildern. Die brisante CAS-Entscheidung wurde noch am Donnerstagnachmittag erwartet.

Trailer: WM-Finale

7 Punkte trennen Rossi und Lorenzo

Und der Ausgang derselben könnte WM-entscheidend sein. Rossi führt vor dem Finale mit 312 Zählern vor Lorenzo, der mit den zweiten Plätzen in Philip Island und Sepang seinen Rückstand auf sieben Punkte reduziert hat. „Ich warte auf die Entscheidung und hoffe auf ein halbwegs normales Rennen, um gegen Jorge mit gleichen Waffen kämpfen zu können“, lautet die Hoffnung Rossis vor dem CAS-Urteil.

Valencia zählt nicht zu den Lieblingsstrecken des Italieners

Rossi hat allerdings eine schlechte Valencia-Bilanz. Er ist seit 1999 dort immer angetreten, hat in 16 Rennen aber erst zwei Mal (2003 und 2004) gewonnen. 2006 verspielte er dort mit einem Sturz sogar den Titel. Zuletzt Weltmeister wurde er 2009.

Was passiert bei Punktegleichstand?

Sollte doch Lorenzo den Titel holen, wäre er neben Wayne Rainey (1992) und Nicky Hayden (2006) der erst dritte Fahrer der Geschichte, der ein Punktedefizit beim Saisonfinale noch zu seinen Gunsten gedreht hat. Sollten beide Fahrer am Ende gleichauf liegen, wäre Lorenzo Champion, weil er 2015 mehr Siege eingefahren hat als Rossi. Lorenzo kommt mit sechs, Rossi mit vier Erfolgen zur Entscheidung.

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