MotoGP-Rookie Marc Marquez könnte am Sonntag besonderen Grund zum Feiern bekommen.
MotoGP-Rookie Marc Marquez könnte am Sonntag besonderen Grund zum Feiern bekommen.
 

MotoGP: Erster Rookie-WM-Titel seit 35 Jahren für Marquez?

Am Sonntag in Valencia könnte der 20-jährige den Titel als jüngster MotoGP-Weltmeister einfahren – Kollegen kritisieren aggressiven Fahrstil

07.11.2013 APA

Rookie Marc Marquez hat eine sensationelle MotoGP- Saison hingelegt und einen Rekord nach dem anderen gebrochen. Der 20-jährige Spanier fuhr bisher in 15 von 17 Saisonrennen auf das Podium und holte sechs Siege sowie acht Pole Positions, so viele wie kein anderer vor ihm. Am Sonntag in Valencia hat er nun auch die Gelegenheit, den ersten Rookie-WM-Titel seit 35 Jahren (Kenny Roberts) einzufahren.

Marquez‘ Fahrstil unter Kritik

Marquez‘ Fahrstil sorgt indes immer wieder für Aufruhr. Kritik kommt vor allem von seinem einzigen verbliebenen Titelkonkurrenten Jorge Lorenzo: „Er fährt ständig aggressiv mit extremem Risiko. Damit bringt er sich und seine Gegner in Gefahr“, so der Yamaha-Pilot über seinen Landsmann. Die Rennleitung müsse den Neuling wegen seiner rücksichtslosen Manöver härter bestrafen. Marquez selbst stürzte zwar mehrfach spektakulär, hatte aber meist mehr Glück als seine Gegner.

Rossi: „Marquez hat außergewöhnliche Fähigkeiten“

Valelntino Rossi, neunmaliger Champion, hat hingegen nur Lob für Marquez übrig. „Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten“, konstatierte „Mister MotoGP“. Marquez zeigt sich ob der freundlichen Worte seines Idols geschmeichelt: „Es ist eine Ehre für mich, mit ihm und den anderen gemeinsam Rennen zu fahren. Für mich ist ein Kompliment von Valentino das Größte, denn er ist schon seit meiner Kindheit ein Held für mich.“

Marquez: Rambo auf dem Weg zur Spitze

Die berühmt-berüchtigten Manöver des Italieners dienten Marquez offensichtlich als Inspiration. So in Jerez, als er in der nach seinem Landsmann Lorenzo benannten Kurve eben diesen kurz vor dem Ziel ausbremste und an der Grenze zur Unfairness von der Ideallinie brachte. Rossi hatte das 2005 mit dem damaligen spanischen Helden Sete Gibernau getan. Doch auch Rossi wurde zum Marquez-Opfer: In Laguna Seca schlüpfte im berühmten „Corkscrew“ der Spanier im Staub neben der Piste am Italiener vorbei – eine Aktion, mit der Rossi 2008 den Australier Casey Stoner düpierte. Und während sich Rossi dem Ende seiner glanzvollen Karriere nähert, läutet Marquez mit seinem möglichen WM-Titel in der MotoGP nach dem Gewinn der 125 Kubizentimeter-Klasse (2010) und der Moto2 (2012) eine neue Ära ein – da sind sich die Experten sicher.

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