Michael Schumacher (c) REUTERS/Kim Kyung-Hoon
Michael Schumacher (c) REUTERS/Kim Kyung-Hoon
 

Schumacher: Entwicklung des Gesundheitszustandes völlig offen

Der Gesundheitszustand von Michael Schumacher hat sich zwei Tage nach seinem schweren Skiunfall auf kritischem Niveau stabilisiert. Keine Prognose möglich.

02.01.2014 APA

Mit Beginn des vierten Kliniktages ist die Entwicklung des Gesundheitszustandes des Ex-Formel-1-Weltmeisters weiter völlig offen. Die Lage für den 44-Jährigen hatte sich nach seinem Skiunfall am Sonntag nach Angaben der Klinikärzte zwar leicht gebessert, die Mediziner im Universitätsspital sprechen aber weiterhin von Lebensgefahr.

Schumacher schwebt damit vor seinem 45. Geburtstag an diesem Freitag weiter in Lebensgefahr

„Wir sind erst am dritten Tag, nachdem es passiert ist. Wir müssen alle vorsichtig sein mit unseren Einschätzungen“, betonte Schumachers Managerin Sabine Kehm. Dennoch waren es zumindest keine schlechteren Nachrichten, die seine Managerin bei einer chaotischen Presserunde vor zahlreichen Kamerateams überbrachte. Der Zustand von Michael Schumacher hat sich in der Silvesternacht zumindest stabilisiert. „Das ist für den Moment eine gute Nachricht. Ich betone für den Moment“, sagte Kehm, „es gab keine Veränderungen, weder im positiven noch im negativen.“ Schumacher schwebt damit vor seinem 45. Geburtstag an diesem Freitag weiter in Lebensgefahr.

„Es liegt noch ein langer Weg vor ihm“, hatte Jean-Francois Payen vom behandelnden Ärzteteam bereits am Dienstag in Grenoble betont. Nachdem Schumacher am Montagabend um 22.00 Uhr operiert worden war, hatten die Mediziner die Situation um den siebenfachen Weltmeister „etwas besser unter Kontrolle“. Bei dem zweistündigen Eingriff war ein Hämatom auf der linken Hirnseite entfernt worden. Die Operation war ohne Komplikationen verlaufen.

Michael Schumacher beim GP von Japan 2012  (c) REUTERS/Kim Kyung-Hoon

Michael Schumacher beim GP von Japan 2012
(c) REUTERS/Kim Kyung-Hoon

Massive Kopfverletzungen

Wie schon die Ärzte am Dienstag, wies auch Managerin Kehm darauf hin, dass man nur von Stunde zu Stunde und Tag zu Tag schauen könne. Zu schwer sind die Kopfverletzungen, die sich Schumacher bei seinem Skiunfall am Sonntag in Meribel zugezogen hat.

Schumacher war nach einem Sturz auf einem angeblich nicht markierten Hang in Meribel mit dem Kopf gegen einen Felsen geprallt. Trotz eines Helmes zog er sich dabei schwere Verletzungen zu. Als er in das Krankenhaus in Grenoble eingeliefert wurde, litt er an einem „Kopftrauma mit Koma“. Schumacher musste sofort notoperiert werden.

Dort sei der 44-Jährige beim Ansatz zu einer Kurve gegen eine Felsen gefahren und in die Luft geschleudert worden. Kopfüber sei er dann auf einen Felsen gestürzt, sagte Kehm vor Journalisten. Schumacher war demzufolge nicht mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs. Dennoch schlug sein Kopf offensichtlich heftig auf. Dabei soll sein Helm zersprungen sein. Die Ersthelfer waren nach wenigen Minuten an der Unfallstelle.

Nach stundenlangem Bangen um den Gesundheitszustand der Rennsportlegende nahm die Sorge am Abend dramatische Züge an. Der französische TV-Sender BFMTV berichtete, dass Schumacher auch eine Hirnblutung erlitten hatte. Unmittelbar nach seinem Sturz soll der Ex-Pilot dagegen noch ansprechbar und bei Bewusstsein gewesen sein.

Schumachers Unfälle

Siebenmal wurde Schumacher Weltmeister in der Formel 1. 1999 überstand er seinen schwersten Unfall, als er in Silverstone im Ferrari verunglückte. Der Arzt, der damals seinen Schien- und Wadenbeinbruch behandelte, war am Sonntag ebenfalls nach Grenoble gereist.

Mit sieben WM-Titeln und 91 GP-Siegen ist Schumacher der erfolgreichste Rennfahrer der Geschichte. Nach einem dreijährigen Comeback bei Mercedes hat er seine Karriere im Vorjahr endgültig beendet. Der Unfall in den Bergen ist nicht der erste, den Schumacher bei einer Freizeitaktivität hinter sich hat. 2009 zog er sich bei einem Motorradsturz in Spanien unter anderem Brüche im Bereich der Schädelbasis und der Halswirbelsäule zu.

Privat lebt Schumacher mit seiner Frau und seinen Kindern in der Schweiz. Sein 14-jähriger Sohn Mick soll ihn laut französischen Medienberichten beim Skifahren begleitet haben. Schumachers Managerin Sabine Kehm bestätigte lediglich, dass der Rekordweltmeister bei seinem Unfall nicht alleine unterwegs war. Andere Personen seien allerdings nicht zu Schaden gekommen.

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