Sabine Kehm
Informationsstopp im Falle einer Reha.
 

Schumacher: Informationsstopp im Falle von Reha

Der Informationsfluss zum Gesundheitszustand Michael Schumachers soll ab einem, noch nicht festgelegten, Zeitpunkt völlig eingestellt werden.

14.04.2014 APA

Der Informationsfluss zum Gesundheitszustand Michael Schumachers soll ab einem, noch nicht festgelegten, Zeitpunkt völlig eingestellt werden. Dann will Managerin Sabine Kehm auch nicht mehr wie bisher über den Zustand des vor 15 Wochen beim Skifahren verunglückten Formel-1-Rekordweltmeisters in schriftlichen Stellungnahmen informieren.

Öffentlicher Rückzug im Falle einer Reha

„Unser Plan und unser Wunsch wären schon, dass ab dem Moment, in dem Michael in eine Reha-Klinik gehen könnte, dass wir dann auch diese mediale Begleitung unsererseits einstellen“, kündigte Kehm am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Günther Jauch“ an.

Grenzen des öffentlichen Interesses

Die ehemalige Journalistin, die seit rund 15 Jahren Schumacher begleitet, attestierte der Öffentlichkeit ein „Recht auf Informationsfluss“ in der Sendung, die 5,68 Millionen Menschen sahen. Aber sie schränkte ganz klar ein: „Bis an einen gewissen Punkt.“ Dieser ist für Kehm und die Familie Schumacher erreicht, wenn eine Rehabilitation beginnen würde.

Kleine Fortschritte

Wann das soweit sein könnte, ist offen. Schumacher mache weiter kleine Fortschritte. „Die machen uns logischerweise sehr froh und geben uns großen Mut, aber es sind kleine Momente – Momente der Bewusstheit, des Erwachens und der Wachheit.“ Kehm betonte zugleich, dass Prognosen über den weiteren Genesungsverlauf nicht möglich seien.

Kritik an Ärzten

In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch Ärzte, die sich ohne Kenntnis des konkreten Falls zu den Chancen des siebenfachen Champions äußern würden. Allen voran hatte sich seit dem Unfall am 29. Dezember in Meribel ein ehemaliger Formel-1-Arzt immer wieder mit Ferndiagnosen und Einschätzungen via Internet gemeldet. Kehm sagte dazu: „Ich halte das in Teilen für sehr verwerflich.“

Viele Spekulationen

Für die Öffentlichkeit ergebe sich letztlich ein Bild, „das wir eigentlich permanent korrigieren müssten, indem wir das wahre Bild erzählen“, erklärte Kehm. „Und das wollen wir natürlich nicht.“ So hatte sie vom Tag des Unfalls an betont, dass nur entscheidende Veränderungen von Schumachers Zustand mitgeteilt würden. Auf viele, teilweise abenteuerliche Spekulationen, die weltweit in Medien auftauchten, ist Kehm praktisch nie eingegangen.

Wahrung der Privatsphäre

Dass man die Privatsphäre nun weiter so schütze, sei vor allem auch im Sinne Michael Schumachers. Der zweifache Familienvater hat darauf schon immer größten Wert gelegt. In diesem Sinne wolle man erst recht diese Entscheidung aufrechterhalten, erklärte Kehm. Deshalb werde man versuchen, so wenig wie möglich Privates nach außen dringen zu lassen, wenn der 45-jährige Deutsche mit einer Reha beginnen würde.

Leute wollten sich Zutritt zur Klinik verschaffen

Auch das wird sicher nicht leicht werden. Seit dem Tag des Skiunfalls, als sich Schumacher bei seinem Sturz mit dem Kopf auf einen Felsen trotz Helmes ein schweres Schädel-Hirntrauma zugezogen hat, ist das Interesse an dem berühmten Patienten riesengroß. Neben einem Journalisten, der sich als Priester verkleidet Zutritt zu Schumacher auf der Intensivstation verschaffen wollte, hatte sich eine andere Person als Schumachers Vater ausgegeben. „Es gab sehr viele abstruse Fälle von Leuten, die versucht haben, in die Intensivstation vorzudringen, um vielleicht ein Foto oder ein Video zu machen“, erzählte Kehm.

Mehr zum Thema
pixel