Robert Kubica und Gary Hartstein.
Robert Kubica (re) und Gary Hartstein (li) 2007 in Indianapolis.
 

Schumacher: Gesundheitszustand „Gar nicht gut!“

Der ehemalige Formel-1-Chefarzt Gary Hartstein analysiert den Gesundheitszustand von Michael Schumacher. Sein Fazit fällt leider pessimistisch aus.

25.02.2014 Online Redaktion

Seit einigen Tagen wird spekuliert, dass der Aufwachprozess von Michael Schumacher unterbrochen wurde. Der frühere Formel 1 Chefarzt Gary Hartstein analysiert die bekannten Fakten und kommt zum Schluss, dass die Behandlung möglicherweise bereits abgebrochen wurde.

Vier Wochen lang hatten die Ärzte Schumacher in einem künstlichen Koma gehalten und das Schädel-Hirn-Trauma, das er sich bei dem Sturz zugezogen hat, beobachtet. Sie hatten das Abklingen der Hirnschwellungen abgewartet und erst dann den Aufwachprozess eingeleitet. Dieser soll jetzt gestoppt worden sein.

Der frühere Formel 1 Chefarzt Gary Hartstein ist ein Experte für Unfälle und deren Behandlung. In seinem Blog „A Former F1 Doc Writes“ erklärt Hartstein: „Ich bekomme keine Informationen aus Grenoble“ stellt Hartstein klar, „aber ich kann Schlüsse aus dem ziehen, was vom Spital bekannt gegeben wird.“

Die wichtigsten Punkte aus Hartsteins Analyse

  • Es gibt keine wirklich gute Nachrichten, denn sonst würde man auch darüber sprechen
  • Aufwachprozess gestoppt? In der Pharmazie werden Medikamente verwendet, die vom Körper schnell abgebaut werden. Die Medikamente wurden vor Wochen abgesetzt. Selbst die stärksten Barbiturate wären von einem Körper mit einer gesunden Leber- und Nierenfunktion – die Michael sicher hat – längst abgebaut
  • Kann Michael wieder selbst atmen? Das wäre ein Meilenstein. Falls nicht wäre das ein Indiz für eine ernsthafte Gehirn-Fehlfunktion, von der ich nicht hoffe, dass sie eingetreten ist
  • Einem Bericht der Bild zufolge soll Michael keine Reaktion auf externe Reize zeigen. Wenn das stimmt, dann ist das eine sehr schlechte Nachricht. Es würde bedeuten, dass der Hirnstamm geschädigt ist.
  • Trotz einer solchen Schädigung bleibt immer noch Hoffnung auf eine teilweise Gesundung
  • Eine Schädigung des Stammhirns würde einen andauernden vegetativen Zustand – ein Wachkoma (apallisches Syndrom) – bedeuten
  • Ungefähr 50 Prozent der Patienten kommen aus einem solchen Zustand wieder heraus, aber üblicherweise mit Spätfolgen, Fehlfunktionen des Gehirns
  • Fazit: Nicht gut, Überhaupt nicht gut

 

Hartstein erstaunt

In einem weiteren Blog-Eintrag zeigt sich Hartstein erstaunt über das Schweigen aus Grenoble. „Ich kann nicht verstehen, weshalb man nichts über Michael erfährt“, schreibt er. Aus welchem Grund es Corinna Schumacher oder die Kinder belasten würde, wenn man die Öffentlichkeit etwas mehr informieren würde. Mehrmals zuvor hatte Hartstein in seinem Blog festgehalten, dass Michael Schumacher auch eine Person ist, die im öffentlichen Interesse steht und es die Fans auch verdienen, informiert zu werden.

Er hat auch keine Erklärung, weshalb Schumachers Aufwachphase jetzt wieder gestoppt worden sein sollte. Ein Grund könnte sein, dass sich die Lungenfunktion so verschlechtert hat, dass Schumacher wieder beatmet werden muss. Es könnt allerdings auch sein, dass sich an seinem neurologischen Zustand etwas geändert hat oder dass eine Infektion vorliegt. „Wir haben dazu allerdings keine Informationen“, schreibt Hartstein und skizziert mögliche Szenarien:

Behandlung eingestellt?

Wenn Michael nicht selbstständig atmet und – wie wir nur annehmen können – auch keine Anzeichen einer Interaktion mit seiner Umwelt zeigt und wenn gleichzeitig medizinische Aufnahmen und Untersuchungen vorliegen, die eine irreversible Schädigung des Stammhirns anzeigen, dann werden die Ärzte mit der Familie sprechen, ob sie die Behandlung einstellen sollen. Unter diesen Umständen gäbe es nämlich keine Aussicht auf eine Erholung. Es ist möglich, dass dieses Gespräch bereits stattgefunden hat.

Wenn Michael selbstständig atmet, aber nicht auf seine Umwelt reagiert, dann ist weiterhin Geduld angesagt. Ein Monat nach Ende der Medikamentierung für den künstlichen Koma-Zustand besteht noch eine 50-Prozent-Chance, dass Michael wieder erwacht – wobei allerdings die Antwort auf die Frage, bis zu welchem Grad Schumacher das Bewusstsein wieder erlangt offen bleibt.

Nur noch 20 Prozent Chance

Nach sechs Wochen – also in nun drei Wochen – reduziert sich diese Chance auf 20 Prozent. Wobei der Großteil der Patienten, die nach dieser Zeit aus dem Koma erwachen, schwere Behinderungen davontragen. Nach einem Jahr wacht praktisch kein Patient mehr aus dem Koma auf.

Obwohl ebenfalls voller Hoffnung befürchtet Hartstein Schlimmes, denn – wie er schreibt: „Wenn Michael selbstständig atmet und auch mit der Umwelt interagiert – was ich sehr hoffe, aber stark bezweifle – dann wäre es eine Schande, wenn man den Fans diese gute Nachricht nicht mitteilen würde.

Vielen Dank an Peter Sempelmann von Format.at

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  • guteronkelbastian

    Wer überhaupt einmal daran dachte, dass M. Schumacher wieder so wird wie er früher war, der hat sich getäuscht bzw. täuschen lassen-von den verdammten Drecksmedien. Als C. Schumacher darum bat, man möge die Persönlichkeitsrechte wahren, war doch anzunehmen, dass es nichts mehr wird. Es tut mir leid, aber die Wirklichkeit ist nun mal einfach grausam und hart. Nicht nur für arme Menschen in Afrika oder Amerika, sondern auch für die Reichen und Schönen. Das sollen die Medien immer wieder kommunizieren.

  • Zeliska Adolf

    Leider sieht es nicht gut aus,aber vielleicht geschiet
    noch ein Wunder und……..

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