Gruppenfoto von Mercedes Wolf, Hamilton, Rosber, Brawn stehn hinter dem Rennauto
Noch ist nicht sicher, ob diese vier Herren nächste Saison wieder nebeneinander stehen werden
 

Mercedes plant für 2014

Die WM 2013 ist beinahe entschieden. Mercedes konzentriert sich auf die nächste Saison und lauert auf seine Chance.

25.10.2013 APA

 

Die Dominanz von Sebastian Vettel und dem Red-Bull-Team lässt für diese Formel-1-Saison wenig Spielraum übrig. Wenn es nach Mercedes geht, dann soll sich dieser Umstand 2014 ändern. Aufgrund des neuen Reglements will das Team rund um Lewis Hamilton in der nächsten Saison aufschließen. „Wichtig ist, dass wir konstant vorne eine Rolle spielen“, so Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. „Wir wollen unter den drei Teams sein, die um die WM fahren.“

Mercedes fällt nach der Sommerpause zurück

In der laufenden Saison, der ersten unter dem 41-jährigen Wiener Wolff, mussten die Silberpfeile die Ausnahmestellung der Bullen noch anerkennen. Zwar gab es in bisher 15 Saisonrennen durch Lewis Hamilton und Nico Rosberg acht Siege und drei Pole Positions, in der zweiten Saisonhälfte übernahm aber Vettel das Kommando. Der Deutsche steht am Wochenende in Indien vor seinem vierten WM-Titel in Serie.

Die beste Kombination

„Rund um ihn hat sich ein Team entwickelt, das funktioniert“, sagte Wolff über Vettel. „Er ist einer der besten Fahrer und sitzt im besten Auto. Das ist die beste Kombination im Moment.“ Die „Ära Vettel“ habe seiner Meinung nach bereits 2008 in Monza begonnen, als dieser einen Sensationssieg für Red Bulls Zweitteam Toro Rosso gefeiert hatte. Wolff: „Da hat er bewiesen, was in ihm steckt. Er war das fehlende Glied, um aus Red Bull ein Spitzenteam zu machen.“

Voller Motivation

Die Leistungen des österreichisch-englischen Rennstalls seien vorbildlich. „Wir haben die Motivation, auch auf diesem Niveau zu fahren“, versicherte Wolff. „Wir wollen eine sportliche Benchmark sein, unter den besten drei Teams, und Rennen gewinnen.“ Mittelfristig soll es auch um die WM gehen. „Aber da muss das eine ins andere greifen. Das ist nochmal ein zweiter Schritt.“

Fehlende Konstanz

In der laufenden Saison habe vor allem die Konstanz gefehlt. Seit Belgien Ende August warten die Silberpfeile vergeblich auf einen Podestplatz. Es bleibt der Kampf um Rang zwei in der Konstrukteurs-WM. Derzeit fehlen zehn Punkte auf Ferrari, das Guthaben auf Lotus beträgt 23 Zähler. Wolff sieht es auch als Testlauf für kommende Jahre. „Das Team soll um den zweiten Platz kämpfen, wie es um den ersten kämpfen würde.“

Hoffnungen für Saison 2014

Die große Chance darauf ist 2014. „Nächstes Jahr wird auf Reset gedrückt. Es ist eine technische Revolution“, erklärte Wolff. „Die Reihenfolge von heuer sagt wenig aus über das nächste Jahr.“ Nicht nur die Aerodynamik ist neu, auch der komplette Antriebsstrang mit V6-Turbomotor und deutlich aufgewertetem Energierückgewinnungssystem (ERS) ist es.

Konzentration auf 2014

90 Prozent der Mitarbeiter sind bei Mercedes bereits mit dem Auto für die kommende Saison beschäftigt, bestätigte Wolff. „Unsere Ressourcen sind weitgehend auf 2014 verlagert.“ Es ist ein Balanceakt, zu dem ob der kurzen Winterpause alle Teams gezwungen sind. Ende Jänner stehen die ersten Testfahrten auf dem Programm.

Veränderungen bei Mercedes

Ein Trumpf könnte der Mercedes-Motor sein. „Wir dürfen aber nicht von einem überlegenen Antriebsstrang träumen“, warnte Wolff. „Auch die Konkurrenz arbeitet Vollgas daran.“ Vielmehr beschäftigt den Manager die Reorganisation. Die Rolle von Teamchef Ross Brawn könnte sich anhaltenden Spekulationen zufolge zugunsten von Technikdirektor Paddy Lowe ändern. Wolff: „Ein Rennteam verändert sich. Es funktioniert gut, wenn jede Person in ihrem richtigen Kompetenzbereich agiert.“

 

pixel