Mario Tomasini Nachwuchskartler Familie Eltern Einstieg in den Motorsport
Beim Einstieg in den Motorsport ist die Familie das wichtigste.
 

Nachwuchskartler – „Ich darf fahren bis es dunkel wird“

Mario Tomasini ist acht Jahre alt und auf dem Weg in den Motorsport. Ein Erfahrungsbericht.

17.02.2014 Online Redaktion

Mario Tomasini weinte bitterlich. Bei rund 50 Stundenkilometern fuhr ihm ein Konkurrent über das linke Vorderrad. Mario verlor bei der ersten Testfahrt nach der Winterpause die Kontrolle über sein Rennkart und knallte in einen Reifenstapel. Die Testfahrt war vorbei und Mario brüllte und weinte.

Nicht, weil er sich verletzt hätte. Nicht, weil er mit der Enttäuschung nicht hätte umgehen können, die ihm sein Lieblingssport entgegengeschleudert hatte, sondern weil der Rahmen des Karts verzogen war und er nicht mehr weiterfahren konnte.

Nach diesem Unfall folgte eine Familiensitzung. Grundlegende Fragen mussten diskutiert werden. Will Mario noch weitermachen, wie lassen sich Schule und Motorsport zusammen bringen, wie lassen sich die Kosten im Haushaltsplan unterbringen?

Mario Tomasini – Start in den Motorsport

Was folgte war ein Traumstart. Ein guter Freund der Familie sprang als Sponsor ein und Mario bekam kurzfristig ein neues Kart. Eine Woche später sein erstes Rennen – bei erbarmungswürdigen zwei Grad Celsius und Regen. Es folgten drei weitere Läufe – allesamt im Regen aber ohne Unfälle. Am Ende der Saison sicherte sich Mario den Rotax Max Micro Meistertiltel in der Schweiz.

Das Mario soweit kam, ist auch dem behutsamen Vorgehen der Eltern zu verdanken. Es gilt, die Interessen und Neigungen der Kinder zu entdecken und ohne künstlichen Leistungsdruck zu fördern. Bei Mario war das vergleichsweise leicht.

Mario Tomasini Nachwuchskartler Familie Eltern Einstieg in den Motorsport

Mario Tomasini.

Schon mit sechs Jahren hat er angefahren Kart zu fahren – mit einem Bambini-Kart, bei dem die Pedale noch umgebaut werden mussten, weil er noch zu klein war. Marios Begeisterung kannte keine Grenzen – es musste sogar ein Funk in seinen Helm eingebaut werden, um ihn überhaupt zum stehen bleiben zu bewegen. Der Eine oder Andere Ausrutscher gehörte zum Kart fahren dazu, jedoch verlor Mario nie die Freude daran und wollte immer wieder sofort weiterfahren.

Nach zwei Jahren, kurz vor Marios achtem Geburtstag war klar, dass jetzt der nächste Schritt getan werden muss. Die Familie besuchte ein Kart-Rennen in der Schweiz um Kontakte zu knüpfen und um sich und dem Nachwuchs ein Bild vom Sport zu machen. Ab diesem Tag redete Mario nur noch von Karts und Rennen. Bei diesem Rennen lernten die Tomasinis auch ein Schweizer Kart-Team kennen, dass Mario zu Testfahrten einlud.

Erste Testfahrten

So kam es zur ersten Testfahrt. Nach vielen Runden, als der Radius der Kurven vor lauter Müdigkeit immer größer wurde, wollten die Eltern Mario von der Strecke lotsen. Der hatte den Instruktoren aber gut zugehört und antwortete nur: „Ich darf fahren bis es dunkel wird“.

So wurde bei Mario der Grundstein für die Begeisterung gelegt und auch der besagte Unfall nach der Winterpause konnte ihn nicht stoppen.

Ein Interview mit Martin Tomasini, Marios Vater, lesen Sie hier. Es geht um den Umgang mit Unfällen, die Kosten einer Saison und die Rolle der Eltern. Kontakt zu Martin Tomisini gibt es hier.

Mehr zum Thema
pixel