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„Ich fühle mich wie Ayrton Senna und Superman“ – Lewis Hamilton ist Formel 1-Weltmeister 2015

Nach dem viertletzten Grand Prix der Formel 1-Saison 2015 in Austin steht fest: Lewis Hamilton ist zum 3. Mal Formel 1-Weltmeister, Nico Rosberg verschenkte den Sieg.

26.10.2015 APA

Nach dem Grand Prix der USA steht es fest: Lewis Hamilton hat sich seinen dritten WM-Titel in der Formel 1 gesichert. Der Brite gewann am Sonntag den turbulenten, aber regenfreien US-Grand-Prix in Austin vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg und Sebastian Vettel im Ferrari. Dank seines zehnten Saisonerfolges, der von einem Rosberg-Fehler mitermöglicht wurde, ist der 30-Jährige in den drei verbleibenden Rennen nicht mehr einzuholen.

„Das ist der größte Moment in meinem Leben“

Hamilton zog durch den dritten WM-Triumph nach 2008 und 2014 unter anderem mit seinem Idol Ayrton Senna, Landsmann Jackie Stewart und Niki Lauda gleich. „Das ist der größte Moment in meinem Leben. Ich kann jetzt noch gar nicht die richtigen Worte finden. Ohne mein Team wäre das nicht möglich gewesen. Ich danke euch so sehr. Meine Familie, ich liebe euch“, sagte Hamilton, der als erster Brite in der Geschichte der Königsklasse den WM-Titel erfolgreich verteidigen konnte. Oder, wie er es in einem Interview mit der BBC formulierte: „Als Kind wollte ich immer Ayrton Senna oder Superman sein. Heute fühle ich mich wie beide.“

Lauda: „Bin emotional ergriffen“

Sein österreichischer Teamaufsichtsratschef Lauda freute sich über den nächsten Triumph des deutschen Rennstalls. „Das war perfekt gemacht, es war ein aufregendes Rennen und eine perfekte Leistung, man kann dem Lewis nur gratulieren. Dreimal Weltmeister, das ist toll“, meinte Lauda nach dem 13. Saisonsieg seiner Truppe. „Ich bin emotional ergriffen.“

Fahrfehler von Rosberg ermöglichte Hamiltons Sieg

Möglich machte den vorzeitigen Triumph von Hamilton aber erst ein Fehler des vor ihm führenden Rosberg sieben Runden vor Schluss, den der Vorjahressieger zum entscheidenden Überholmanöver nützte. Lauda sparte deshalb nicht mit Kritik an Rosberg. „Das war eindeutig ein Fahrfehler, das hat Lewis den Weltmeistertitel hier gebracht.“

Wolff: „Man muss Nico jetzt aufbauen“

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bedauerte zwar den Lapsus von Rosberg, freute sich aber auch überschwänglich mit Hamilton. „Ein unglaublicher Wahnsinn. Mir fehlen einfach die Worte. Es ist gut, dass wir den Sack hier zugemacht haben. Es kann nicht besser gehen, Fahrer- und Konstrukteursweltmeister – ein super Gefühl“, meinte Wolff. Rosberg habe vor dem Fehler eben attackieren müssen, um das Rennen gewinnen zu können. „So hat er es aus der Hand gegeben, schade. Man muss Nico jetzt aufbauen, wenn wir uns natürlich über den Fahrertitel sehr freuen.“

Regenfreier US-Grand Prix

Rechtzeitig vor dem Start des viertletzten Grand Prix der aktuellen Formel 1-Saison hatte der noch im verkürzten Qualifying – das Rosberg vor Hamilton für sich entschieden hatte – gefallene Dauerregen aufgehört. Deshalb gingen alle Piloten mit Mischreifen ins Rennen. Hamilton drängte sich gleich in der ersten Kurve mit einem harten Überholmanöver an Rosberg vorbei. Sein Teamkollege rutschte auf Platz fünf zurück, überholte aber sofort Sergio Perez (Force India) und wenig später unmittelbar nach einer virtuellen Safety-Car-Phase auch die Red Bulls von Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat.

Hamiltons Reifen ermöglichten Rosbergs Führung

In der 13. Runde musste Rosberg Ricciardo aber wieder vorbeilassen. Der Australier zog zwei Umläufe später auf immer noch feuchter Strecke recht mühelos auch an Spitzenreiter Hamilton vorbei, dem seine Intermediate-Pneus Probleme bereiteten. Deshalb musste der Brite wenig später auch Rosberg vorbeilassen und auf Trockenreifen wechseln. Aber auch seine Konkurrenten zogen kurz darauf die Slicks auf.

Erste Führungsrunden für Ricciardo

Nach der ersten Serie von Boxenstopps fand sich Hamilton auf Platz vier wieder. Ricciardo durfte unterdessen die ersten Führungsrunden für Red Bull in diesem Jahr fahren. Diese Konstellation drehten die auf zunehmend trockener werdenden Untergrund überlegenen Mercedes jedoch bald wieder um, indem sie an den jeweils vor ihnen liegenden „Bullen“ vorbeifuhren.

Vettel-Aufholmanöver

Vettel hatte das Mittelfeld indes von hinten aufgerollt, er war nach Rückversetzung wegen eines Motorwechsels von Platz 13 ins Rennen gestartet. Vor der Rennhälfte war der Ferrari-Star bereits Vierter. Hamilton stellte unterdessen mit einem Überholmanöver gegen Ricciardo die Startreihenfolge mit den zwei Mercedes vor dem Australier wieder her.

Safety-Car und Führungswechsel

Ein weiterer Safety-Car-Einsatz ab der 28. Runde führte dazu, dass sich das Feld wieder zusammenschob. Von den Topfahrern nutzte nur Vettel diese Phase zum zweiten Reifenwechsel, prompt brauste er nach dem Neustart auf mittelharten Reifen an beiden Red-Bull-Boliden vorbei. Eine weitere virtuelle Safety-Car-Phase nutzten dann auch Rosberg und Vettel zum Umstecken der Reifen. Hamilton blieb auf der Strecke und übernahm die Spitze. Rosberg reihte sich zunächst hinter Vettel und Max Verstappen auf Position vier ein, passierte den Toro-Rosso-Fahrer und seinen Landsmann aber sofort wieder.

Sieben Runden vor Schluss passierte Rosbergs Fehler

In den nächsten auf einen Kwjat-Unfall folgenden Safety-Car-Runden wurde auch bei Hamilton der fällige Reifenwechsel absolviert, wodurch wieder sein Stallrivale die Führung übernahm. Sieben Runden vor dem Ende unterlief Rosberg dann aber das verhängnisvolle Malheur, das Hamilton (43. GP-Sieg) schließlich die WM-Krone aufsetzte sollte.

Der ganze Formel 1-Grand Prix der USA 2015 zum Nach-Schauen:

Endstand des Formel-1-Grand-Prix der USA am Sonntag in Austin/Texas sowie die WM-Wertungen nach dem 16. von 19 Saisonrennen (56 Runden a 5,513 km = 308,405 km):

1. Lewis Hamilton (GBR)
Mercedes
1:50:52,703 Std.
Schnitt:
168,221 km/h

2. Nico Rosberg (GER)
Mercedes
+2,850

3. Sebastian Vettel (GER)
Ferrari
+3,381

4. Max Verstappen (NED)
Toro Rosso
+22,359

5. Sergio Perez (MEX)
Force India
+24,413

6. Carlos Sainz jr. (ESP)
Toro Rosso
+25,619

7. Jenson Button (GBR)
McLaren
+28,058

8. Pastor Maldonado (VEN)
Lotus
+32,273

9. Felipe Nasr (BRA)
Sauber
+40,257

10. Daniel Ricciardo (AUS)
Red Bull
+53,371

11. Fernando Alonso (ESP)
McLaren
+54,816

12. Alexander Rossi (USA)
Manor
+1:15,277

Ausgeschieden: Valtteri Bottas (FIN) Williams, Marcus Ericsson (SWE) Sauber, Romain Grosjean (FRA) Lotus, Nico Hülkenberg (GER) Force India, Daniil Kwjat (RUS) Red Bull, Felipe Massa (BRA) Williams, Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari, Will Stevens (GBR) Manor

Schnellste Runde: Nico Rosberg (GER) Mercedes in der 49. Runde in 1:40,666 Min. (Schnitt 197,150 km/h)

WM-Stand (nach 16 von 19 Rennen):

1. Lewis Hamilton (GBR) (steht als Weltmeister fest)
Mercedes
327

2. Sebastian Vettel (GER)
Ferrari
251

3. Nico Rosberg (GER)
Mercedes
247

4. Kimi Räikkönen (FIN)
Ferrari
123

5. Valtteri Bottas (FIN)
Williams
111

6. Felipe Massa (BRA)
Williams
109

7. Daniil Kwjat (RUS)
Red Bull
76

8. Daniel Ricciardo (AUS)
Red Bull
74

9. Sergio Perez (MEX)
Force India
64

10. Max Verstappen (NED)
Toro Rosso
45

11. Romain Grosjean (FRA)
Lotus
44

12. Nico Hülkenberg (GER)
Force India
38

13. Felipe Nasr (BRA)
Sauber
27

14. Pastor Maldonado (VEN)
Lotus
26

15. Carlos Sainz jr. (ESP)
Toro Rosso
20

16. Jenson Button (GBR)
McLaren
14

17. Fernando Alonso (ESP)
McLaren
11

18. Marcus Ericsson (SWE)
Sauber
9

Konstrukteurs-WM (nach 16 von 19 Rennen):

1. Mercedes (steht als Weltmeister fest)
574

2. Ferrari
374

3. Williams
220

4. Red Bull
150

5. Force India
102

6. Lotus
70

7. Toro Rosso
65

8. Sauber
36

9. McLaren
25

Nächstes Rennen: Grand Prix von Mexiko am 1. November in Mexiko-Stadt

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