Latvala konnte erstmals die Rallye Frankreich für sich entscheiden. © Massimo Bettiol/Getty Images
Latvala konnte erstmals die Rallye Frankreich für sich entscheiden. © Massimo Bettiol/Getty Images
 

Latvala feierte vierten Saisonsieg und wahrte WM-Titelchance

Latvala in Frankreich erstmals auf Asphalt erfolgreich. WM-Leader Ogier wurde von einem Defekt aus der Bahn geworfen

06.10.2014 Press Inform

Jari-Matti Latvala hat im elften Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft seinen fünften Saisonsieg gefeiert und damit seine Titelchancen gewahrt. Der Finne gewann am Sonntag in Frankreich im VW Polo nach elf Erfolgen bei Schotter-Rallyes erstmals auf Asphalt und kam bei zwei ausstehenden Läufen und noch maximal 56 möglichen Punkten bis auf 27 Zähler an WM-Leader Sebastien Ogier heran.

Jari-Matti Latvala über seinen Sieg bei der Rallye Frankreich

„Ein ganz toller, wichtiger Sieg für uns. Ich habe seit Jahren darauf hingearbeitet, meine erste Asphalt-Rallye zu gewinnen. In Deutschland habe ich die Chance leider verpasst, aber nun habe ich gezeigt, dass ich daraus gelernt und an mir gearbeitet habe. Jeder Rallye-Fahrer träumt davon, in seiner Karriere auf Asphalt, Schotter und Schnee zu gewinnen und ich bin überglücklich, diesen Meilenstein endlich erreicht zu haben. Die Weltmeisterschaft bleibt nun weiter offen und alle Fans der Rallye-WM können sich auf eine spannende Rallye Spanien freuen“, so der sichtlich glückliche Finne in einer ersten Stellungnahme.

© FREDERICK FLORIN/AFP/Getty Images

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Erstmals seit 2004 kein Franzose auf Platz 1

Bleibt die Frage, wie er es geschafft hat, dass zum ersten Mal seit 2004 kein Franzose bei der Rallye Frankreich triumphierend ganz oben auf dem Podest steht? „Ich habe gelernt, dass es nicht entscheidend ist, wie schnell man in eine Kurve hineinfährt, sondern wie schnell man aus ihr herauskommt. Dazu musste ich meine Koordination zwischen Lenkbewegungen und Gaspedalstellung umstellen. Das habe ich mir auf Inboard-Aufnahmen von Sebastien Loeb genau angesehen. Er war genau wie mein jetziger Teamkollege Sebastien Ogier ein Meister darin, seine Reifen nicht zu überfordern.“

© FREDERICK FLORIN/AFP/Getty Images

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Ogier in Gedanken bei Bianchi

„Das war wahrlich nicht meine Rallye. Wir haben aber in der Meisterschaft immer noch einen Joker. Im Augenblick denke ich auch an meinen Freund Jules Bianchi“, sagte Ogier. Bianchi war beim Formel-1-Rennen im japanischen Suzuka mit seinem Marussia schwer verunglückt und wurde bereits am Sonntag am Kopf operiert.

Sebastien Ogier mit Problemen

Jener Sebastien Ogier fuhr am Ende seines schon am Freitag durch technische Probleme sehr früh verkorksten Heimspiels zumindest bei der Powerstage noch die maximale Punktzahl ein. Drei Punkte, die am Ende der Weltmeisterschaft viel Wert sein können. Der aktuelle Vorsprung auf seinen Teamkollegen beträgt nun nur noch 27 Zähler. Ogier könnte jedoch mit nur einem Punkt mehr am Ende der kommenden Rallye Spanien seinen Weltmeistertitel verteidigen – und der 13. Rang in Frankreich wäre vergessen.

Doppelsieg von Volkswagen

Dass Volkswagen dennoch einen Doppelsieg verbuchen konnte, lag neben Jari-Matti Latvala am Norweger Andreas Mikkelsen. Er schaffte damit zum dritten Mal hintereinander den Sprung aufs Treppchen. „Ich war am Anfang schnell, aber gestern war Jari-Matti schneller“, so Mikkelsen. „Deshalb habe ich mich konzentriert, den zweiten Platz abzusichern.“ Einen verdienten dritten Platz fuhr Citroen-Pilot Kris Meeke nach Hause. Mit seinem vierten Podestplatz in diesem Jahr unterstrich der Brite erneut, dass mit ihm immer zu rechnen ist. „Ich bin mit meinem Wochenende sehr zufrieden“, verriet er im Ziel. „Mehr hätte ich nicht machen können. Heute ging es nur darum, den Platz zu verwalten. Für mich ist die Konstanz sehr wichtig, und dass ich den Podestplatz nach Hause gebracht habe.“

Ausfall von Robert Kubica

Ein prominenter Name hätte normalerweise am Ende auf Platz vier genannt werden sollen. Doch wie so oft fiel Robert Kubica aus. Der Pole hatte bis zu seinem Ausfall in der Powerstage ein nahezu perfektes Wochenende absolviert. Doch kurz vor Schluss musste er seinen Ford Fiesta RS WRC im tiefen Schlamm abstellen. Dank seines Ausfalls konnte sich der Spanier Dani Sordo über den vierten Rang freuen. „Ich war mit dem Auto sehr zufrieden, die Abstimmung ist mittlerweile sehr gut. Ich hoffe, so wird es auch in Spanien sein“, meinte der Hyundai-Pilot. Der Finne Mikko Hirvonen belegte mit zwölf Sekunden-Rückstand den fünften Platz. Dahinter ging es richtig knapp zur Sache. Ford-Fahrer Elfyn Evans nutzte die Powerstage, um sich noch an Citroen-Fahrer Mads Ostberg vorbeizuschieben. 1,7 Sekunden betrug am Ende sein Vorsprung.

Geburtstagskind landet in den Top 10

Die Plätze acht und neun gingen dieses Mal an die beiden Hyundai-Piloten Thierry Neuville und Bryan Bouffier. Der Belgier Neuville verlor bereits am ersten Tag durch einen defekten Turbo jede Menge Zeit. Mit Ford-Fahrer Martin Prokop schaffte noch ein Geburtstagskind den Sprung in die Top-Ten – er feierte seinen 32. Geburtstag. Die Rallye Spanien wird vom 23. bis zum 26. Oktober gefahren.

Ergebnis der Rallye-Frankreich

18 Prüfungen / 303,63 km / 1.232 Gesamt-km

1. Jari-Matti Latvala (FIN) Volkswagen 2:38:19,1 Std.
2. Andreas Mikkelsen (NOR) Volkswagen +0:44,8 Min.
3. Kris Meeke (GBR) Citroen +1:05,3
4. Daniel Sordo (ESP) Hyundai +1:48,7
5. Mikko Hirvonen (FIN) Ford +2:00,7
6. Elfyn Evans (GBR) Ford +3:00,8

 

Rallye WM-Zwischenstand

Nach 11 von 13 Läufen

1. Ogier (FRA) VW 217 Punkte
2. Latvala 190
3. Mikkelsen 143
4. Hirvonen 93
5. Thierry Neuville (BEL) Hyundai 83
6. Meeke 82

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