Dietrich Mateschitz in Jerez
Das hat mit Rennsport nichts zu tun, so Mateschitz.
 

F1: Kritik von Mateschitz

Der Red-Bull-Chef ist über die „überreglementierte“ Formel 1 verärgert und fordert Änderungen.

12.05.2014 APA

Aus Sicht von Dietrich Mateschitz entwickelt sich die Formel 1 in die falsche Richtung. Der Red-Bull-Chef spart nach dem Großen Preis von Spanien nicht mit Kritik an der Königsklasse. Das habe nicht primär mit dem fehlenden Lärm zu tun. „Es geht um ein Reglement, das hinten und vorne nicht stimmt“, meinte Mateschitz. „Man darf die Formel 1 nicht niederreglementieren.“

„Das hat mit Rennsport nichts zu tun“

Die laufende Saison hat die größte Regelrevolution der Geschichte mit sich gebracht. Neben neuen Hybrid-Turbomotoren wurden auch rigorose Spritlimits eingeführt. „Man hat nicht mehr die Möglichkeit, voll zu fahren. Die Fahrer können nicht mehr ans Limit gehen“, meinte Mateschitz. „Wenn man zwei Drittel eines Rennens im Economy-Modus fährt, um Sprit zu sparen, dann ist das keine Formel 1. Das hat mit Rennsport nichts zu tun.“

Angst vor Zuschauerschwund

Über kurz oder lang werde sich das auch in den Zuschauerzahlen niederschlagen, warnte Mateschitz. „Das ist eine Spirale, eine endlose Kette. Da muss sich dringendst etwas ändern“, betonte der Milliardär, der seit fast zehn Jahren zwei Formel-1-Teams besitzt. „Im Moment richten die Leute ihr Wochenende noch nach den Übertragungszeiten aus. Wir müssen verhindern, dass sich das ändert.“

Kein Ausstieg von Red Bull

Die Formel 1 dient auch seinem Getränkekonzern als Marketingplattform. An einen Ausstieg denkt Mateschitz wegen der unbefriedigenden Situation aber noch keineswegs – auch nicht daran, weniger in die Königsklasse des Motorsports zu investieren. „Die Formel 1 ist ja eine Passion, das ist keine Frage des Geldes“, versicherte der demnächst 70-Jährige. „Im Moment ist einfach der Wurm drinnen.“

Was die Formel 1 ausmacht

Einer guten Show fehlen gleich mehrere Zutaten. „Der Lärm ist nicht das Hauptthema, es geht um den Rennsport an sich“, sagte Mateschitz. „Es geht darum, so schnell zu fahren wie du kannst. Es geht um Mut und um das Überholen.“ All das werde vom aktuellen Reglement nicht begünstigt. Es gebe zu viele Einschränkungen. Mateschitz: „eine Überreglementierung“.

Am Lärm wird gearbeitet

Dazu kommen die im Vergleich zum Vorjahr deutlich leiseren Motoren. „Der Lärm gehört dazu, aber das darf auch nicht dramatisiert werden“, meinte der Red-Bull-Eigentümer. „Das ist noch am einfachsten hinzubekommen.“ Mercedes testet bereits diese Woche in Barcelona ein vergrößertes Auspuff-Endrohr in Trichterform, das die doppelte Lautstärke bringen soll. Bis zum Grand Prix von Österreich am 22. Juni könnte es eingeführt werden.

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  • ElKoze

    Lärm ist auch nicht alles. Das 6 Zylindermotoren keinen schönen Klang haben ist nun mal so. Gerade aber der Lärm sollte für div. Umweltüberprüfung niedrig gehalten werden. Der Sprit ist mit der Tankgröße auch schon limitiert, wozu dann noch die Durchflussmenge ??? F1 wird zur Taktik und nicht zur Vollgasshow….

  • Ravenbird

    Dieser Mann ist nicht zufällig einer der erfolgreichsten Menschen der Neuzeit.
    Das, was ich hier immer wieder schreibe, sagt er offen heraus.
    Hoffentlich wird er gehört.
    Kommissare weg, Regelwerk von 1000 Seiten auf eine Seite reduzieren ohne die Schrift zu verkleinern, Strafbüchlein weg, Oberlehrer weg.
    Was zählt, ist der Charakter und das Können der beteiligten Menschen.
    Es ist für einen Zuseher, so es noch ein paar gibt, elendiglich zu sehen, daß da ein paar Autos rumfahren, aber man weiß nicht, ob der eine nach dem Überfahren einer Linie während einer bestimmten Phase von den Oberlehrern nach dem Rennen nach hinten versetzt wird, ob jetzt Überholverbot ist oder nicht und was bei der Gerichtsverhandlung herauskommt, weil der eine dem anderen im Rennen – natürlich absichtlich – ins Auto gefahren ist.
    Prost und Senna wären längst vergessen, hätte es diesen vertrottelten Blödsinn damals schon gegeben.

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