„Hamilton ist der wahre Sieger“ – Pressestimmen zum Grand Prix von Belgien

Rosberg ging aus dem Grand Prix von Belgien als Sieger hervor, doch die Aufholjagd seines Teamkollegen beeindruckte die internationale Presse weit mehr: „Hamiltons Vorstellung verheißt nichts Gutes für Rosberg“

29.08.2016 APA

Beim Großen Preis von Belgien in Spa feierte Nico Rosberg am Sonntag einen souveränen Start-Ziel-Sieg, Kollege Lewis Hamilton stürmte nach 55 Strafplätzen von ganz hinten noch auf den dritten Platz. Nur zehn Punkte büßte Hamilton von seinem WM-Vorsprung auf Rosberg ein. Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo fuhr auf den 2. Platz. Max Verstappen, Ricciardos niederländischer Teamkollege, wurde bei seinem Quasi-Heimrennen nur Elfter und sorgte mit seiner kompromisslosen Fahrweise für Schlagzeilen. Glimpflich ging ein Horror-Unfall von Renault-Fahrer Kevin Magnussen aus: Der Däne zog sich lediglich eine kleine Schnittwunde am linken Knöchel zu.

Die internationalen Pressestimmen zum Großen Preis von Belgien 2016

Pressestimmen aus England

The Guardian: „Für Nico Rosberg wird kein bitterer Beigeschmack bleiben nach diesem Sieg in Belgien. Es ist sein erster in Spa, und jeder Formel-1-Pilot möchte einen solchen gerne in seiner Vita haben. Aber er wird sich wundern, wieso er die Ardennen nicht als Führender in der Gesamtwertung verlässt. Lewis Hamilton hat die vergangenen vier Rennen gewonnen – und selbst in diesem Rennen in Belgien, bei dem scheinbar alles gegen ihn lief, fährt er auf Rang drei vor und behält seine Führung.“

The Times: „Hamilton stürmt 18 Plätze nach vorne und ist der wahre Sieger. Der Brite wird Dritter und trotzt allen Strafen.“

The Telegraph: „Hamilton hält sich in einem bemerkenswerten Rennen schadlos. Glück, gute Entscheidungen und herausragende Manöver spielten bei diesem Rennen, einem der denkwürdigsten und wichtigsten seiner Karriere, eine große Rolle. Die herbe Strafe mit der Versetzung ans Ende des Feldes hat letztlich nur zu einem Verlust von zehn Meisterschaftspunkten geführt.“

The Sun: „Lew Beauty: Lewis Hamilton kämpft sich bei Nico Rosbergs Sieg vom Ende des Feldes aufs Podium. Das desaströse Wochenende des Champions findet ein versöhnliches Ende.“

Daily Mirror: „Das Mercedes-Paar Hamilton und Rosberg setzt seinen Titelzweikampf fort. Aber Hamiltons Vorstellung verheißt nichts Gutes für Rosberg.“

Daily Mail: „Rosberg holt in einem atemlosen Rennen seinen sechsten Saisonsieg. Vom Chaos hinter ihm hat Rosberg kaum etwas mitbekommen, während er von der Pole Position zur maximalen Punktzahl fuhr.“

Pressestimmen aus Spanien

Marca: „Max Verstappen war der Protagonist beim Beginn des Rennens. Rosberg ging spazieren, gewann eines der prestigereichsten Rennen der WM und ist wieder auf Tuchfühlung mit Hamilton.“

As: „Sieg für Rosberg, Aufholjagd von Hamilton und Alonso in Spa. Verstappens Hunger provoziert seine Aktion jenseits des Limits. Nicht alles sollte perfekt sein in Lewis‘ Königreich. Alonso zeigt mit seiner Aufholjagd, dass er ein Großer ist. Rosberg pirscht sich mit seinem Triumph wieder heran. Rosberg gewinnt locker von Anfang bis zum Ende.“

Sport: „Rosberg scheitert nicht am Tag von Hamiltons Aufholjagd und setzt sich in einem verrückten Rennen in Belgien durch. Hamilton rettet sich von seinem schwierigen Startplatz. Brutaler Unfall von Magnussen, der Start war voller Tumulte. Rosberg jetzt noch neun Punkte hinter Hamilton in der Gesamtwertung. Alonso nutzt den Wahnsinn von Spa und wird nach toller Leistung Siebter. Verstappens Heimspiel wurde zum Fiasko.“

El Mundo Deportivo: „Rosberg und Hamilton haben das Sagen auf dem Podium. Alonso landet auf einem Punkteplatz und zeigt durch seine Aufholjagd, dass er immer noch etwas zu bieten hat. Durch seinen dritten Platz lässt Hamilton Rosberg den Sieg nicht voll auskosten. Verstappen konnte diesmal nicht groß auftrumpfen. Magnussens schwerer Unfall brachte vieles durcheinander. Auch wenn der Punktevorsprung reduziert wurde, ist dieser dritte Platz kein Rückschlag für Hamilton.“

Pressestimmen aus Italien

Gazzetta dello Sport: „Überirdischer Rosberg holt Hamilton ein. Der beste Ferrari des Jahres schafft nicht einmal den dritten Platz. Vettels sechster und Räikkönens neunter Platz sind eine Misere, für die jedoch nicht nur Verstappen verantwortlich gemacht werden kann. Ferrari hat in Belgien unter der Aufsicht des neuen Technikchefs Mattia Binotto jedenfalls eine Reaktionsfähigkeit bewiesen, die bisher noch unbekannt war. Etwas bewegt sich am Ferrari-Firmament. Jetzt muss man auf Monza am Sonntag warten.“

Corriere dello Sport: „Vettel und Verstappen mauern Ferrari ein. Verschwendete Gelegenheit für Maranello. Das Auto hat zwar Potenzial gezeigt, doch es ist unbestreitbar, dass Vettel eine mehrfache Kollision verursacht und somit die Aussicht auf ein positives Wochenende für Ferrari zerstört hat. Ferrari muss sich jetzt die Wunden lecken.“

Tuttosport: „Vettel muss sich mit dem sechsten Platz begnügen. Er weiß genau, dass er einen Platz auf dem Podium erobert hätte, wäre es nicht zum Zusammenstoß mit Verstappen gekommen. Die Folgen für Ferrari sind gravierend. Die Erfolgshoffnungen schwinden dahin.“

La Stampa: „Desaströser Start Vettels. Es ist ein Film, den wir schon gesehen haben. Die beiden Ferrari starten gut, scheinen wettbewerbsfähig zu sein, versuchen, Mercedes zu überholen, doch prallen in der ersten Kurve gegeneinander. Vor vier Monaten war das schon in China geschehen. Beschädigtes Auto, ruiniertes Rennen.“

La  Repubblica: „Rosberg schlägt keinen Gewinn aus den Schwierigkeiten seines Rivalen Hamilton. Doch er siegt in Spa, was könnte er sich noch mehr wünschen? Vettel beschuldigt Verstappen, doch mit seinem Verhalten hat er sein und Räikkönens Rennen ruiniert. Die Reaktion, die ihm den sechsten Platz beschert, nutzt wenig.“

Pressestimmen aus Frankreich

L’Equipe: „Rosberg ruhig, Hamilton furios. Rosberg kommt Hamilton zwar näher, doch der Champion bleibt vorne. Das Duell wird bis zum Ende spannend bleiben.“

Pressestimmen aus der Schweiz

Blick: „Rosberg gewinnt den Spektakel-GP von Belgien! Crashes, Dreher, Fights – der Große Preis von Belgien bietet alles, was ein Formel-1-Rennen braucht. Das wollen die Fans sehen: In Spa gibts kein langweiliges Rundendrehen, kein Taktieren. Vollgas ab der ersten Renn-Sekunde und ganz viel Action!“

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