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Die 1. WM-Entscheidung steht an.
 

Die 1. WM-Entscheidung in Sotschi

Die schnelle Rennstrecke in Sotschi spielt Mercedes in die Karten, den ersten WM-Titel wird Red Bull wohl schon in Russland an die Silberpfeile abgeben müssen.

09.10.2014 APA

Die erste Titelentscheidung der Formel-1-Saison 2014 steht unmittelbar bevor. Mercedes ist, angesichts der Dominanz von Lewis Hamilton und Nico Rosberg, der WM-Konstrukteurstitel kaum noch zu nehmen. Sollte WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton oder Verfolger Nico Rosberg den Großen Preis von Russland in Sotschi gewinnen, dann kann Titelverteidiger Red Bull nach zuletzt vier Triumphen en suite den deutschen Autobauer bei noch drei ausstehenden Rennen nicht mehr einholen.

Schnelle Strecke spricht für Mercedes

Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel und sein australischer Teamkollege Daniel Ricciardo müssen zumindest 18 Punkte mehr einfahren als das Silberpfeil-Duo, damit die Titelentscheidung in der Konstrukteurswertung vertagt wird. Das scheint angesichts der aktuellen Dominanz von Mercedes unmöglich. Außerdem ist die neue Strecke in der Winter-Olympia-Stadt äußerst schnell, womit die „Sternenflotte“ gegenüber den „Bullen“ aufgrund des stärkeren Motors erneut klar im Vorteil scheint.

Hamilton über die Rennstrecke von Sotschi

Insbesondere Hamilton freut sich auf die neue Herausforderung im größten Land der Welt. So wie praktisch alle Fahrer konnte sich der Brite nur im Simulator auf das erste Formel-1-Rennen auf dem 5,853 km langen Kurs in Sotschi vorbereiten. „Natürlich sind wir viele Runden im Simulator gefahren. Aber man weiß nie so richtig, wie es sein wird, bevor man nicht dort ist und ein Gefühl für die Strecke entwickelt hat“, erklärte Hamilton, der die jüngsten drei Rennen in Monza, Singapur und Suzuka allesamt gewonnen hat.

Hamilton vor Rosberg

Der achtfache Saisonsieger hat vor dem 16. von 19 Saisonläufen zehn Punkte Vorsprung auf seinen deutschen Titelrivalen Rosberg, der es erst auf vier GP-Erfolge in diesem Jahr gebracht hat. Die Arbeit im Simulator bezeichnete der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg als wichtig, „um so gut wie möglich die richtigen Linien und Gänge herauszufinden“. Er selbst absolvierte vor ein paar Jahren schon einmal eine Promotion-Fahrt in Moskau. „Damals bin ich rund um den Kreml gefahren. Das war richtig cool“, erinnerte sich Rosberg.

Wenig internationale Zuschauer

Die einheimischen Organisatoren rechnen mit rund 5.000 internationalen Zuschauern beim WM-Debüt der Motorsport-Königsklasse auf russischem Boden. „Wir hatten mehr erwartet“, räumte Promoter Sergej Worobjew am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Sotschi ein. Nur rund zehn Prozent der voraussichtlich 55.000 Grand-Prix-Zuschauer kommen damit nicht aus Russland.

Ukrainekonflikt soll sich nicht negativ auswirken

Der Vize-Gouverneur von Krasnodar, Alexander Saurin, erklärte allerdings auf die Frage, ob womöglich der Konflikt mit der Ukraine das Interesse internationaler Besucher beeinflusst habe, dass man von eben diesen zehn Prozent im ersten Jahr ausgegangen sei. Nach Veranstalterangaben waren drei Tage vor dem Rennen nur noch knapp mehr als 2.000 Tickets erhältlich. Im kommenden Jahr soll die Zuschauerzahl auf 75.000 gesteigert werden.

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