ari vatanen fia f1 gp russland sotschi
FIA-Spitzenfunktionär spricht sich gegen das Rennen in Sotschi aus.
 

Die erste Stimme gegen das F1-Rennen in Sotschi

Ari Vatanen, Motorsport-Spitzenfunktionär und Ex-Rallye-Weltmeister, ist für eine Absage des Formel-1-Rennens in Sotschi

04.09.2014 APA

Im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat sich erstmals ein Spitzenfunktionär aus dem Motorsport zum bevorstehenden Rennen in Sotschi zu Wort gemeldet. Der ehemalige Rallye-Weltmeister und Ex-EU-Parlamentarier Ari Vatanen ist für eine Absage des Grand Prix von Russland in Sotschi. „Unterstützen wir das Regime, das dieses Blutvergießen steuert? Oder sagen wir, das ist nicht korrekt? Nach Russland zu gehen, würde eine Botschaft der Akzeptanz setzen“, erklärte Vatanen in der britischen Tageszeitung „The Telegraph“.

Ehemaliger Konkurrent von Jean Todt

Der ehemalige Rallye-Weltmeister und EU-Parlamentarier Vatanen war 2009 unterlegener Rivale des Franzosen Jean Todt im Kampf um das Präsidenten-Amt im mächtigen Internationalen Automobil-Verband (FIA) gewesen. Mittlerweile arbeiten die beiden aber eng zusammen, und Vatanen machte in der Donnerstag-Ausgabe der britischen Tageszeitung klar, dass FIA-Chef Todt über seinen Vorstoß informiert sei.

„Das russische Regime vermischt Politik und Sport“

Gegen Russland gibt es wegen der Ukraine-Krise bereits zahlreiche Boykotts, auch über die Absage der Fußball-WM 2018 wird bereits heftig spekuliert. „Es heißt oft, dass die Formel 1 Politik und Sport nicht vermischen soll, aber das russische Regime vermischt Politik und Sport bereits auf offensichtliche Art und Weise. Also müssen wir reagieren. Es ist nun Aufgabe von Bernie (Ecclestone, Anm.) und den Rechteinhabern, das Rennen abzusagen“, forderte Vatanen nun.

Außergewöhnliche Situation

Der 65-jährige Vatanen sprach zudem von einer außergewöhnlichen Situation, wie es sie „seit dem Zweiten Weltkrieg“ nicht mehr gegeben habe.

Ecclestone bisher für Einhaltung der Verträge

Der von Vatanen angesprochene Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hatte allerdings erst vergangenes Wochenende klar gemacht, dass die Verträge eingehalten und das für den 12. Oktober vorgesehene Premieren-Rennen der Motorsport-Königsklasse im Olympia-Ort von 2014 wie geplant stattfinden soll. Weltmeister Sebastian Vettel hatte nach den ersten Testrunden auf den eben erst fertiggestellten Grand-Prix-Kurs in Sotschi gemeint, man werde „viel Spaß“ haben.

Links zur Formel 1

 

pixel