GP Österreich 1986
Michele Alboreto (re.), Alain Prost und Stefan Johansson am 17. August 1986. © Bild: AFP / Getty Images / Daniel Janin
 

GP von Österreich: 26 Mal Königsklasse

Alle bisherigen GPs von Österreich.

01.05.2014 APA

Die Königsklasse war bisher 26 Mal in Österreich zu Gast. Ein Rückblick zeigt die Highlights der Formel 1 in Österreich.

Flugplatzrennen Zeltweg

1964 (23. August)

Lorenzo Bandini siegt im Ferrari, auf der „Rumpelpiste“ zerbrechen viele Renner. Phil Hills Cooper verbrennt inmitten von Strohballen und markiert das Ende der Flugplatzpiste als WM-Kurs.

Österreichring (18 Rennen)

1970 (16. August)

Vor 100.000 Zuschauern gibt es durch Jacky Ickx vor Clay Regazzoni beim 8. GP von Österreich einen Ferrari-Doppelsieg. Jochen Rindt scheidet aus, begeisterte Fans reißen die Zäune nieder.

1971 (15. August)

Mit Helmut Marko (BRM/11.) und Niki Lauda (March/out) sind vor 120.000 Fans zwei Österreicher am Start. Es siegt Jo Siffert (BRM).

1972 (13. August)

Der Aufstieg von Lauda beginnt, Platz zehn auf     March. Emerson Fittipaldi gewinnt im schwarz-goldenen JPS-Lotus.

1973 (19. August)

Lauda kann wegen einer Handverletzung nicht starten, Sieger Ronnie Peterson (Lotus).

1974 (18. August)

Lauda lockt 150.000 Fans an, es gewinnt aber Carlos Reutemann (Brabham). Dieter Quester (Surtees) wird Neunter, Helmut Koinigg qualifiziert sich nicht.

1975 (17. August)

Beim 13. GP von Österreich verunglückt Mark Donohue im Warm Up tödlich und reißt einen Streckenposten mit in den Tod. Lauda kommt als WM-Leader, wird Sechster und später Weltmeister. Der Italiener Brambilla gewinnt die vorzeitig beendete Wasserschlacht und rast vor Freude mit seinem March gegen die Boxenmauer.

1976 (15. August)

Nach dem Nürburgring-Unfall von Lauda und ohne Ferraris sehen nicht einmal 50.000 John Watson (Penske) siegen. Am Start u.a. der sechsrädrige Tyrrell.

1977 (14. August)

Alan Jones (Shadow) gewinnt den turbulenten GP aus der siebenten Reihe vor Lauda, der in diesem Jahr zum zweiten Mal Weltmeister wird. Hans Binder wird Zwölfter, der Ö-Ring durch die neue Schikane nach Start und Ziel um 31 Meter länger.

1978 (13. August)

Wegen Regens wird in zwei Teilen gefahren, Ronnie Peterson gewinnt, Renault kommt erstmals mit Turbo-Motoren.

1979 (12. August)

Lauda scheidet aus und hat wenige Wochen später vom „Kreisfahren“ genug, Jones (Williams) gewinnt wieder.

1980 (17. August)

Rene Arnoux macht im Renault-Turbo den Ö-Ring zur schnellsten Strecke der Welt (236,9 km/h Schnitt), sein Teamkollege Jean-Pierre Jabouille gewinnt vor nur 55.000 Fans. „Schürzenautos“ sind modern.

1981 (16. August)

Der Renault-Turbo von Prost verglüht, Jacques Laffite (Ligier) gewinnt mit einem Zwölfzylinder-Saugmotor.

1982 (15. August)

Das spannendste Finale entscheidet Elio de Angelis (Lotus) vor Keke Rosberg für sich, Lauda (McLaren) wird beim Heim-Comeback Fünfter.

1983 (14. August)

Alain Prost schafft im Renault-Turbo endlich seinen ersten Österreich-Sieg, Lauda wird vor 120.000 mit einem Ford-Sauger Sechster.

1984 (19. August)

Nelson Piquet fährt im Training unfassbare 248,235 km/h Schnitt. Das Rennen wird zwei Mal gestartet, Lauda feiert im McLaren-Turbo den ersten und bisher einzigen Heimsieg und wird zum dritten Mal Weltmeister. Jo Gartner (Osella) scheidet aus, Debütant Gerhard Berger (ATS) wird Zwölfter.

1985 (18. August)

Massenkarambolage am Start, Rennabbruch. Nach dem Neustart gewinnt Alain Prost vor Ayrton Senna, weil in Laudas McLaren der Turbolader streikt. Ein Startopfer ist Gerhard Berger, Lauda gibt seinen Rücktritt per Saisonende bekannt.

1986 (17. August)

Berger hätte gewonnen, verliert aber beim Batteriewechsel in der Box vier Runden und fährt aus lauter Wut im Benetton eine Runde mit 239,157 km/h. Dritter Prost-Sieg (McLaren), die Turbos haben bereits über 1.200 PS.

1987 (16. August)

Ladedruck-Begrenzer drücken die Motorpower auf unter 1.000 PS, Runden mit 242 km/h Schnitt werden trotzdem gefahren. Zwei Startkollisionen mit Millionenschaden lassen beim 25. WM-Lauf in Österreich Schlimmes erahnen. Nigel Mansel und Nelson Piquet sorgen für einen Williams-Doppelsieg, Berger scheidet im Ferrari mit Motorschaden aus. Bernie Ecclestone verabschiedet sich mit der Formel 1 aus Österreich.

A1-Ring (7 Rennen)

1997 (21. September)

Das Comeback-Rennen auf der durch die Umbau-Arbeiten langsamer, aber auch sicherer gewordenen Strecke, die nun den Namen A1-Ring Austria trägt, gewinnt Jacques Villeneuve. Der kanadische Williams-Pilot, der später auch Weltmeister wird, erreicht in seiner schnellsten Runde einen Schnitt von „nur“ 216,709 km/h. Für Berger endet sein letzter Heim-GP mit einer großen Enttäuschung: Der Tiroler kommt im Benetton vor 125.000 Fans nach einer Pannenserie nicht über Platz zehn hinaus und tritt nach Saisonende zurück.

1998 (26. Juli)

Der spätere Weltmeister Mika Häkkinen feiert im McLaren-Mercedes einen souveränen Start-Ziel-Sieg vor seinem Teamkollegen David Coulthard. Alexander Wurz (Benetton) muss sich dagegen bei seiner Heimpremiere vor 77.000 Zuschauern mit Rang neun begnügen.

1999 (25. Juli)

Häkkinen startet aus der Pole, wird aber gleich in der zweiten Kurve nach dem Start von seinem Teamkollegen Coulthard von der Strecke geboxt und nach einer tollen Aufholjagd vom letzten Platz aus noch Dritter. Der Sieg geht vor 110.000 Zuschauern an den Nordiren Eddie Irvine im Ferrari. Wurz holt als Fünfter im Heim-GP als erster Österreicher seit Niki Lauda 1984 Punkte.

2000 (16. Juli)

Michael Schumacher (Ferrari) scheidet bereits in der ersten Kurve aus, nachdem ihm Ricardo Zonta ins Heck gekracht war. Damit ist der Weg frei für Pole-Mann Häkkinen, der vor seinem McLaren-Mercedes-Teamkollegen Coulthard siegt.

2001 (13. Mai)

Nach vier zweiten Plätzen in Serie feiert Coulthard im „Silberpfeil“ den ersten Triumph auf dem A1-Ring. In einem wahren Motorsport-Krimi setzt sich der Schotte dank perfekter Boxen-Strategie vor den beiden Ferraris von Michael Schumacher und Rubens Barrichello durch, der in der letzten Runde der Teamorder Folge leistet und den Weltmeister passieren lässt.

2002 (12. Mai)

Der 25. WM-Lauf in Österreich endet mit einem umstrittenen Einlauf: „Pole-Mann“ Barrichello, der vom Start weg geführt hatte, leistet dem Befehl aus der Box Folge und lässt seinen Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher unmittelbar vor der Ziellinie vorbei, womit der deutsche Weltmeister erstmals in Spielberg triumphiert. Angesichts des gellenden Pfeifkonzerts der Zuschauer kann sich „Schumi“ über den Premierenerfolg aber nicht wirklich freuen und überlässt Barrichello bei der Siegerehrung den Platz für den Triumphator. Wegen dieser Vorfälle spricht die FIA am 26. Juli eine Geldstrafe von 1 Mio. Dollar gegen Ferrari sowie die beiden Fahrer aus und beschließt nach Saisonende ein Stallorder-Verbot.

2003 (18. Mai)

Den bisher letzten Grand Prix von Österreich holt 2003 ebenfalls Michael Schumacher vor mehr als 100.000 Zuschauern. Der Deutsche gewinnt vor dem Finnen Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes und Barrichello. Man freut sich über eine Gesamtbesucherzahl von 170.000 Fans. Der vorläufige Abschied der Formel 1 aus der Steiermark war schon vor dem Rennen bekannt gewesen.

2014 (22. Juni)

Am 22. Juni wird auf dem praktisch gleichen Kurs, der nun Red-Bull-Ring heißt, aber mit weit besserer Infrastruktur ausgestattet ist, nach elf Jahren Pause der 27. WM-Lauf in Österreich in Szene gehen.

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