Sebastian Vettel
Die Titelverteidigung ist längst abgeschrieben, der Teamkollege Ricciardo fährt dem Serienweltmeister davon, die Saison 2014 ist für Vettel mit viel Frust verbunden.
 

Was wurde eigentlich aus…? Sebastian Vettel!

Der erfolgsverwöhnte Serienweltmeister Sebastian Vettel durchlebt derzeit eine Saison voller Frust. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

21.08.2014 APA

Nach vier Weltmeistertiteln in Folge verläuft die aktuelle Formel-1-Saison für Sebastian Vettel nicht nach Wunsch. Im Gegenteil, der deutsche Rennfahrer muss derzeit mit viel Frust umgehen und sieht nicht nur seinen Teamkollegen davonfahren. „Es war eine harte erste Saisonhälfte“, bilanzierte der vierfache Weltmeister vor dem Belgien-Grand-Prix in Spa-Francorchamps (Sonntag, Start: 14.00 Uhr/live ORF eins, RTL und Sky) frustriert.

Trendwende nicht in Sicht

Die Aussichten, nun nach der Sommerpause eine Trendwende zu schaffen und das verflixte Seuchenjahr wenigstens noch einigermaßen passabel abzuschließen, scheinen eher düster. So beinhart wie 2014 hat es den Deutschen in acht Jahren in der Königsklasse noch nie erwischt. Eine verkorkste Testphase vor dem Saisonstart, jede Menge technische Defekte, ein leistungsschwacher Hybrid-Turbo von Renault, taktische Fehler der Teamstrategen, aber auch einfach Pech im Rennverlauf – eigentlich ging für den Red-Bull-Piloten schief, was nur schief gehen konnte.

Bereits 114 Punkte hinter dem Spitzenreiter

Vor dem zwölften der insgesamt 19 Saisonläufe rangiert Vettel mit für ihn mageren 88 Punkten meilenweit hinter der WM-Spitze. Der Gesamtsechste liegt angesichts der erdrückenden Mercedes-Dominanz faktisch uneinholbare 114 Zähler hinter WM-Spitzenreiter Nico Rosberg (202) und 103 Punkte hinter Lewis Hamilton (191) im zweiten Silberpfeil.

Neo-Teamkollege mit Traumsaison

Mindestens ebenso sehr ärgert Vettel, dass auch sein Teamkollege Daniel Ricciardo (131) schon 43 Punkte mehr als er auf dem Konto hat. Während der einstige Seriensieger nur zweimal als Dritter auf dem Podest stand, konnte der australische Red-Bull-Aufsteiger mit seinen zwei Grand-Prix-Triumphen in Kanada und zuletzt Ungarn als einziger die Siegesserie des Silberpfeil-Duos durchbrechen.

Technische Probleme und viel Pech

Bei den Red-Bull-Verantwortlichen genießt der Superstar trotz seines Absturzes weiter große Unterstützung. „Man muss die Gründe erkennen, warum etwas nicht so läuft. Bei Vettel lag es zum größten Teil daran, dass es extreme Zuverlässigkeitsprobleme mit seinem Auto gab, und wenn es dann mal lief, hatte er Pech“, sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko. Die Kritik am 27-jährigen Titelverteidiger sei „zum größten Teil überzogen und unfair“.

Spekulationen um Wechsel von Vettel

Die Red-Bull-Riege weiß, dass sie ihren Vorzeigefahrer speziell in dieser sportlich deprimierenden Phase nicht verärgern darf, damit dieser sich nicht doch noch ernsthaft mit attraktiven Alternativen befasst. Der Vertrag läuft zwar noch bis 2015, aber immer wieder machen Spekulationen die Runde, Mercedes und Ferrari seien an einer Verpflichtung Vettels interessiert.

Red Bull setzt weiterhin auf Renault

Marko ist davon überzeugt, dass Red Bull dank einer intensivierten Zusammenarbeit mit Renault seinen Fahrern in der kommenden Saison wieder einen gewohnt siegfähigen Rennwagen stellen kann. Zudem setzt der Steirer auf die mentalen, kämpferischen und fahrerischen Qualitäten Vettels: „Sebastian kann wie kaum ein anderer seine Batterien neu aufladen. Es war extrem, wie er sich in den letzten Jahren gerade nach der Sommerpause noch einmal steigern konnte.“

Spa ist für Vettel eine besondere Strecke

Besonders eindrucksvoll bewies dies Vettel im Vorjahr. Sein Sieg auf dem anspruchsvollen Ardennen-Kurs war der Auftakt für eine spektakuläre Serie: In den nach Belgien folgenden acht Rennen triumphierte Vettel ebenfalls. „Daran denke ich immer gerne“, sagte der Serienchampion. „Spa ist einer meiner Lieblingskurse.“

 

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