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Wolff: "Die Direktive ist noch nicht vollständig klar"
 

Deutlich reduzierter Funkverkehr ab nächstem Formel 1-Rennen

Verschärfte Regelung betreffend die Fahrhilfe über Funk ab kommendem Rennwochenende in Kraft – Strafausmaß bei Verstößen noch unklar

12.09.2014 APA

Ab dem nächsten Formel-1-Rennen in Singapur am 21. September will der Automobil-Weltverband (FIA) Fahrhilfe über Funk unterbinden. Das betrifft beispielsweise Tipps an die Piloten etwa zu günstigeren Fahrlinien oder zum Spritsparen. „Das würde gegen die Regel verstoßen. Der Fahrer kann den Verbrauch auf dem Lenkrad ablesen. So wie Sie auch in ihrem privaten Auto“, betonte FIA-Rennleiter Charlie Whiting.

Keine „ferngesteuerten“ Piloten

Die FIA will mit der Maßnahme dem Eindruck entgegentreten, die Fahrer würden von ihren Renningenieuren während der Grand Prix ferngesteuert. Dabei beruft sich der Weltverband auf Artikel 20.1 der Sportregularien: „Der Fahrer muss das Auto allein und ohne fremde Hilfe fahren.“ Ein mögliches Strafmaß bei Verstößen soll noch nicht klar sein.

Wolff: „Es wird Kontroversen geben“

Die strikte Umsetzung des Regelwerks mit deutlich reduziertem Funkverkehr wirft aber Fragen auf. Nach Ansicht von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wird es deshalb zu Diskussionen kommen: „Die Direktive ist noch nicht vollständig klar, und es wird unvermeidlich sein, dass es einige Kontroversen darum geben wird.“

Auch „Geheim-Botschaften“ werden bestraft

Glauben die Teams, sich mit verklausulierten Botschaften oder mit Mitteilungen in anderen Sprachen als der üblichen englischen aushelfen zu können, wird auch das Konsequenzen haben. Whiting stellte klar, dass bei Zuwiderhandlungen gegen die Festlegung keine Warnungen ausgesprochen werden, sondern umgehend Strafen. „Vorausgesetzt unsere Richtlinien sind klar, sehe ich keinen Grund für eine Warnung“, meinte Whiting.

Wolff fordert weitere Klarstellungen

Laut Wolff würden aber weitere Klarstellungen benötigt, „inwieweit die grundlegenden Abläufe auf der Strecke davon betroffen sein werden“. Dies gelte besonders für den Start des Rennens. Was die sogenannte Formationsrunde vor dem Start betrifft, stellte Whiting allerdings auch bereits klar: „Die fällt wie alle anderen Informationen zur Bedienung des Autos unter Artikel 20.1. Also nicht erlaubt.“ In dem Umlauf vor dem Erlöschen der Ampeln werden praktisch alle Funktionen des Wagens noch einmal durchgespielt.

Verschärfte Regelung am gesamten Rennwochenende in Kraft

Die verschärfte Null-Toleranz-Maßgabe in Sachen Boxenfunk wird nicht nur während der Rennen gelten, sondern am gesamten Rennwochenende. „Dabei handelt es sich um eine komplexe und kontroverse Entscheidung. Alle Teams stehen nun der großen Aufgabe gegenüber, zu verstehen, wie wir damit bestmöglich umgehen können“, sagte Wolff. Erlaubt bleibt es den Kommandoständen immerhin, ihren Fahrern Anweisungen zum Überholen oder Überholenlassen eines Teamkollegen zu geben (Teamorder).

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