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© Mathias Kniepeiss/Getty Images
 

Formel 1: Warum die Zuschauerzahlen sinken

Von 2011 auf 2013 ein Rückgang von rund 65 Mio. Zuschauern. Frühe Entscheidung im Titelrennen im Vorjahr ein wesentlicher Faktor.

13.06.2014 APA

Kommt der Tross der Motorsport-Königsklasse in ein Land, zieht er nicht nur unzählige Fans sondern auch etliche Journalisten an. So wird der Medienzirkus Formel 1 kommende Woche rund 500 Medienvertreter aus der ganzen Welt auch zum Comeback an den Red Bull Ring in der Steiermark bringen. Als TV-Magnet verlor die Formel 1 zuletzt aber etwas an Anziehungskraft.

Dominierende Teams verscheuen Zuseher

Das geht jedenfalls aus den weltweiten Zuschauerzahlen der vergangenen Jahre hervor, die zuletzt Anfang des Jahres im Global Media Report der Formel 1 veröffentlicht wurden. Verfolgten die Saison 2011 noch rund 515 Mio. Seher vor den Bildschirmen, waren es im Vorjahr nur noch rund 450 Mio. Personen, die sich dem medial vermittelten Motorenlärm hingaben, als Sebastian Vettel seinen Red Bull-Boliden zum vierten Mal in Serie zum Weltmeistertitel führte.

Ecclestone fand den Rückgang nicht überraschend

Die Dominanz eines Teams und Fahrers scheint also nicht unbedingt das beste Rezept für in die Höhe schießende Marktanteile zu sein, wie die Online-Fachseite „autosport.com“ mutmaßte. So wird auch Formel 1-Boss Bernie Ecclestone damit zitiert, dass der Rückgang „kein gänzlich überraschender war“. Gerade die frühe Entscheidung im Titelrennen hätte zum geringer werdenden Interesse der TV-Zuschauer beigetragen.

Verlierer und Gewinner

Zulegen konnten im Vorjahr demnach nur die TV-Märkte in Großbritannien, den USA und Italien, während allen voran der größte Formel 1-Einzelmarkt Brasilien um fünf Prozent auf 77 Mio. Zuseher rutschte. In China sackten die Einschaltquoten gar um 30 Mio. Zuschauer nach unten, da die Übertragungsrechte vom nationalen Sender CCTV zu regionalen Anbietern wanderten. Nur mehr 19 Mio. Fans wollten sich dort die Rennen ansehen. Und trotz eines deutschen Weltmeister gab es im Heimatland Vettels ebenfalls ein Minus von zehn Prozent zu vermelden.

Österreichs Formel 1 Zuseher stagnieren

Als relativ stabiler Formel 1-Markt hat sich neuerlich Österreich erwiesen: Im Schnitt waren 485.000 heimischer Seher bei den 19 Rennen im Vorjahr dabei, was einem Marktanteil von 38,2 Prozent entspricht. Insgesamt erreichte der ORF mit seinen Übertragungen 3,4 Mio. Seher (weitester Seherkreis) zumindest kurz. Im Jahr davor lag der Marktanteil bei 41,8 Prozent, 2010 belief er sich noch auf 44,2 Prozent. Insgesamt pendelte die durchschnittliche Zuschauerzahl pro Rennen in diesen Jahren zwischen knapp 460.000 und 550.000 bei Marktanteilen meist über der 40-Prozent-Marke.

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