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Platz 3 in Malaysia bekräftigte Vettel in seiner Hoffnung, dass sich bis zur Mitte der Saison einiges ändern wird.
 

Formel 1: Vettel relativiert Kritik an Renault-Motoren

Weltmeister Vettel will die Schuld für Red Bulls eher mäßigen Saisonstart nicht alleine auf Motorenpartner Renault schieben – die Tabelle spielt für ihn erst zur Halbzeit eine Rolle.

03.04.2014 APA

Formel 1- Weltmeister Sebastian Vettel hat die Kritik an Motorpartner Renault relativiert. „Es ist ein Zusammenspiel zwischen uns und Renault. Man darf nicht immer so versteift mit dem Finger auf Renault zeigen“, versuchte der Red-Bull-Fahrer vor dem Grand Prix von Bahrain der jüngsten Kritik etwas den Wind aus den Segeln zu nehmen. 

Vettel schaut Tabelle „zu so einem frühen Zeitpunkt nicht an“

Davon, dass er nach zwei Rennen und einem Ausfall derzeit nur auf Platz 7 in der WM-Wertung liegt, lässt sich der in den letzten Jahren stets überlegene Vettel (noch) nicht beunruhigen. „Ich schau‘ mir die Tabelle zu so einem frühen Zeitpunkt nicht an. Nicht weil es bisher nicht so gut gelaufen ist, sondern weil ich normalerweise erst zur Saison-Halbzeit einen richtigen Blick darauf werfe“, erklärte Vettel, dessen Weltmeister-Team nach der Regelrevolution die Wintertests völlig verpatzte und nun um den Anschluss kämpft. Die Hauptprobleme liegen beim Renault-Antriebsstrang.

Fehlende PS sind größtes Renault-Manko

Nach dem Aus beim Auftakt in Australien machte aber schon Platz drei vor wenigen Tagen in Malaysia wieder Mut. Auch wenn die beiden überlegenen Mercedes von Sieger Lewis Hamilton und WM-Leader Nico Rosberg dort erneut eine Klasse für sich waren und Vettel vor allem auf den Geraden chancenlos war. Motorsport-Direktor Helmut Marko hatte Renault deshalb die Rute ins Fenster und sogar einen vorzeitigen Ausstieg in Aussicht gestellt. „Dort war es, als ob sie einen Extra-Gang hätten“, erinnerte sich Vettel an Sepang. Dass neben der Standfestigkeit („Wir haben bisher immer nur ein Auto ins Ziel gebracht“) die fehlenden PS das größte Renault-Manko sind, wollte auch der Chefpilot nicht verhehlen.

Red Bulls Chancen in Bahrain eher mäßig

De Chancen, dass Vettel ausgerechnet am Sonntag auf dem für Red Bull von der Streckencharakteristik ungünstigen Bahrain International Circuit in der Steinwüste von Sakhir (17.00 MESZ/live ORF 1) zum ersten Saisonsieg fährt, sind also eher klein. „Es ist sicher so, dass wir von der Power her ein bisschen weit zurück liegen und dass es da noch Nachholbedarf gibt“, so Vettel. Prinzipiell sei der RB10 aber sehr gut. „Vor allen in den Kurven sind wir dran. Nur ist das Paket alles in allem nicht stark genug, um mehr Paroli bieten zu können“, bemängelt auch Vettel fehlende PS bzw. Kilowatt. Aber: „Das ganze Team ist extrem motiviert. Wo wir nach den ersten zwei Rennen stehen, ist gut. Aber wir wollen natürlich mehr, da kommt es auf jeden Einzelnen an und damit auch auf mich.“

Vier Weltmeistertitel waren für Vettel nicht leicht – der fünfte wird noch schwerer

Dass es mit dem fünften Titel in Folge aber nicht ganz so einfach wird, ist Vettel bewusst. Ihm seien aber auch die bisherigen Erfolge nicht in den Schoß gefallen. „Dass es leicht war, könnte ich nicht unbedingt als Kompliment auffassen. Ich habe mich schon sehr bemüht und angestrengt, damit es dann vielleicht so leicht ausgesehen hat“, rückte der Champion eine diesbezügliche Frage zurecht.

Probleme hätten früher gelöst werden müssen

Er müsse wegen der anstehenden Probleme den Mund derzeit auch nicht häufiger aufmachen als früher. Man dürfe schlicht nicht übersehen: „Wir sind bei den Wintertests einfach viel zu wenig gefahren. Alles was jetzt noch vor uns liegt, sind Dinge, die am Anfang aussortiert gehören. Vielleicht hatte Mercedes die Probleme genauso. Ihnen ist es aber gelungen, das früher zu lösen, sie haben auf einer ganz anderen Basis begonnen, Rennen zu fahren.“ Vettel ist überzeugt, dass sich schon bis zur WM-Halbzeit die Situation verändern wird. „Es kann immer alles passieren. In Australien ist auch ein Mercedes ausgerollt, man ist also nie gefeit. Es kann immer passieren, auch wenn alles perfekt aussieht. Dazu ist die Technik an Bord einfach zu komplex.“

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