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Oh, Suzie: Der RB10 machte Vettel heuer noch nicht glücklich.
 

Formel 1: Vettel hofft auf „Reset“ in Barcelona

Mit neuem alten Chassis, neuem Sprit und verbesserter Motor-Software für „Suzie“ will Vettel beim Grand Prix in Barcelona die in dieser Saison eher mäßigen Leistungen vergessen machen.

08.05.2014 APA

Beim diesjährigen Formel 1- Europa- Auftakt am kommenden Wochenende in Barcelona setzt Noch-Weltmeister Sebastian Vettel auf ein altes Chassis. Mit dem neuen Red Bull ist er bisher nicht zurechtgekommen – schlechter auch als sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo. In Spanien soll das Auto, das bereits bei den Wintertestfahrten zum Einsatz gekommen war, für neuen Auftrieb sorgen.

Vettel: „Wir versuchen einfach alles, es ist ein Reset“

„Wir versuchen einfach alles, es ist ein Reset“, erklärte Vettel am Donnerstag. Das Chassis zu wechseln, sei nichts Unübliches. „Üblicherweise ist es ein neues, wir verwenden aber ein gebrauchtes. Damit wollen wir sichergehen, dass nichts falsch läuft.“ Der selbstverliehene Spitzname „Suzie“ bleibt immerhin gleich. Vettel: „Die Katze im Sack ist also nicht ganz so groß.“

Neuer Sprit und verbesserte Motor-Software

Auch wenn es dem österreichisch-englischen Weltmeisterteam bei den Wintertests noch große Probleme bereitet hatte, das Potenzial des Autos ist groß. Dazu sollen in Barcelona ein neuer Sprit und eine verbesserte Motor-Softwarte von Renault für einen Aufschwung sorgen. „Es ist noch immer viel Arbeit vor uns“, betonte Vettel.

Vettel: „Ich bin nicht so glücklich, wie ich sein möchte“

In vier Rennen ist der 26-jährige Deutsche bisher erst einmal auf das Podest gefahren – sein schlechtester Saisonstart, seit er 2009 zu Red Bull gewechselt ist. „Ich bin nicht so glücklich, wie ich sein möchte“, gestand Vettel. „Es ist ein langer Prozess, da muss man geduldig sein.“ Ricciardo hat es ihm bisher nicht leicht gemacht, führt im Qualifying-Vergleich 3:1. Zuletzt musste Vettel den schnelleren Australier auf Teamgeheiß im Rennen zweimal vorbeilassen.

Fahrverhalten des RB10 macht Vettel nach wie vor Probleme

Vor allem mit der Fahrverhalten des RB10 kommt Vettel bisher überhaupt nicht zurecht. Der Vierfach-Weltmeister benötigt am Kurveneingang ein stabiles Heck, bestätigte sein Motorsportchef Helmut Marko. „Wir alle haben unseren Stil. Grundsätzlich habe ich kein Problem, wenn sich das Heck bewegt“, sagte Vettel. „Wenn es zu viel wird, stört es aber. Wenn du mehr korrigieren musst als anzugreifen, macht dich das langsamer.“

Vettel gibt Hoffnung noch nicht auf

Anpassung ist bis zu einem gewissen Grad möglich. „Die Art und Weise, wie du gerne mit einem Auto fährst, ändert sich aber nicht“, meinte Vettel. Im Vorjahr war sein Red-Bull-Bolide noch wie auf Schienen zu neun Siegen in Serie gefahren. Das Reglement hat sich über den Winter aber entscheidend geändert. Die Autos sind nicht nur leiser, sondern liegen auch deutlich unruhiger auf der Strecke. „Ich würde hoffen, dass es nur ein Problem und eine Lösung dafür geben würde“, sagte Vettel. „Leider ist es heuer viel komplexer mit den neuen Autos.“ Die Hoffnung gibt er aber noch lange nicht auf. „Die Dinge können sich schnell ändern“, erinnerte der 39-fache GP-Sieger. „Wir müssen 100 Prozent Gas geben – von der Auto- und von der Motorenseite her.“

Mercedes weiterhin Favorit

Partner Renault hat für den Europa-Auftakt einen signifikanten Fortschritt angekündigt. Dazu könnte die Strecke in Montmelo bei Barcelona den Bullen entgegenkommen. Als haushohe Favoriten gelten dennoch die überlegenen Mercedes von Lewis Hamilton und Nico Rosberg. „Wir sind hier, um zu gewinnen“, sagte Vettel. „Manchmal muss man aber auch realistisch sein – und zufrieden, wenn man aus sich und dem Auto das Maximum herausgeholt hat.“

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