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Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo bei der Autogrammstunde in Wien.
 

Formel 1: Vettel freut sich auf Österreich-Grand Prix

Sebastian Vettels dichtes Programm vor dem Österreich-GP führte den Vierfach-Weltmeister auch nach Wien.

18.06.2014 APA

Sebastian Vettel freut sich auf den Grand Prix von Österreich. Der (Noch)-Weltmeister absolvierte zwei Tage vor dem ersten Training auf dem Red Bull Ring mehrere Werbe-Auftritte in Wien und presste dabei auch einen „Juice of Champions.“ Der Weltmeistersaft befeuerte Vettels Vorfreude auf Spielberg: „Das wird ein echtes Heimrennen!“

3.000 Fans bei Autogrammstunde in Wien

Vettel und sein Neo-Teamkollege Daniel Ricciardo „rockten“ am Mittwoch Wien. Nach einem Treffen Vettels mit Fans im 7. Bezirk, wo er für Teamsponsor Rauch auch den Drink mixte, kamen 3.000 Fans zur Autogrammstunde mit Vettel und Ricciardo in der „Wien Mitte Mall“. Einige davon hatten sich offensichtlich seit sechs Uhr früh angestellt.

Dichtes Programm bis zum GP von Österreich

Sie registrierten vor allem die „Natürlichkeit“ des bald 27-jährigen Weltmeisters. Nach dem Wiener PR- und Autogramm-Marathon geht es am Donnerstag mit den offiziellen Interviews auf der Rennstrecke in der Steiermark weiter. Freitag dürfen Vettel und Co. endlich ins Auto und den Ring erstmals mit dem aktuellen Formel-1-Boliden umrunden. Vettel ließ sich den Stress nicht anmerken, obwohl er gleich zum ersten Wien-Termin eine Stunde zu spät kam. Das TV-Interview im Flughafen-Taxi mit dem ZDF-Experten Hasan Salihamidzic über die Lage des deutschen Fußball-Teams in Brasilien fiel ausführlicher aus als geplant. „Vielleicht hat sich auch der Taxler absichtlich mal verfahren, weil er noch mehr hören wollte“, scherzte Vettel.

Heimrennen am Red Bull-Ring für Vettel

Der Deutsche betrachtet das kommende Rennen in Spielberg so sehr als Heimrennen, dass er diesen fast mit einem Auftritt beim Deutschland-Grand-Prix verglich. „Das kommt ziemlich hin. Als Fahrer des Red-Bull-Teams auf dem Red Bull Ring zu fahren, was gibt es Besseres?“, fragte der Titelverteidiger vor dem Comeback der Formel 1 in Österreich. „Super, dass es damit gleich so spontan geklappt hat. So wie das bei uns ankommt, werden wir dort mit offenen Armen empfangen und es ist alles angerichtet für ein echtes Volksfest. Ich freue mich doppelt, wenn ich mitkriege, welche Freude die ganze Region hat.“

Vettel will weiterkämpfen

Dass er nach vier WM-Titeln in Folge nur als abgeschlagener Meisterschaftsfünfter zum „Heimrennen“ anrückt, trübt bei Vettel die Stimmung freilich ein wenig. Zudem hat ihm Ricciardo derzeit etwas den Rang abgelaufen und zuletzt in Kanada sogar für den ersten Sieg gesorgt. Für den von Technikproblemen geplagten Vettel waren vielmehr bisher lediglich zwei dritte Plätze drin. „Viele Sachen sind in diesem Jahr anders als in der Vergangenheit und bei mir lief es leider bisher nicht sehr gut. Ich hatte bisher große Probleme mit dem Auto“, fasst der Deutsche das erste Saisondrittel zusammen. Er könne einfach nur weiterkämpfen. „Denn als Fahrer musst du letztlich immer das Beste rausholen und man will immer auch vor dem Teamkollegen sein. Unser Ziel ist aber vor allem, nach vorne aufzuholen.“

Vettel erinnert sich an Kühe in Spielberg

Damit sprach Vettel die überlegenen Mercedes an, die trotz der Technikpanne von Kanada auch in Spielberg als haushohe Favoriten gesehen werden. „Alles andere würde mich überraschen“, sagte Vettel, der den Ring trotz der zehnjährigen Rennpause gut kennt. Hier ist er 2001 als 13-Jähriger erstmals in einem Rennauto gesessen, 13 Jahre später kehrt er als vierfacher Formel-1-Weltmeister zurück. „Ich kann mich noch gut erinnern an damals, auch an die Kühe links und rechts. Das ist wirklich eine ganz besondere Strecke.“

Vettel erhofft sich keinen „Heimvorteil“

„Seit die Strecke Red Bull Ring heißt war ich natürlich öfter da“, gestand Vettel, erhofft sich davon aber keinen großen Vorteil. „Auch wenn die lange Pause zwei Generationen an Rennfahrern entspricht. Es ist jetzt für alle ein neuer Schritt.“ Das Ziel für Österreich sei klar, nämlich möglichst nahe an den Mercedes dran zu sein. „Wenn dann wie in Kanada die Chance kommt, wollen wir an der rechten Stelle sein.“

Glückwünsche an Michael Schumacher

Riesen-Erleichterung herrschte bei Vettel auch über die Nachricht, dass Michael Schumacher nicht mehr im Koma liegt. „Das ist die beste Nachricht, die man letztlich bekommen konnte. Das freut einen natürlich sehr“, sagte er über seinen beim Skifahren verunglückten Landsmann. Dem Formel-1-Rekordweltmeister wünsche er nun für den weiteren Weg das „allerbeste“. Vettel: „Und zwar der Familie und ihm, dass man ihnen die nötige Ruhe weiterhin gönnt, damit Michael Fortschritte machen kann.“

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