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Sebastian Vettel freut sich schon auf die Rückkehr der Formel 1 nach Österreich - Gerhard Berger auch.
 

Formel 1: Vettel freut sich auf „2. Heim-GP“ in Spielberg

25 Tage vor dem Österreich-Grand Prix ist „Noch-)Weltmeister Vettel hochmotiviert: „Unser Blick ist nach vorne gerichtet“

27.05.2014 APA

Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel freut sich auf die Rückkehr der Formel 1 nach Österreich am 20.-2. Juni. „Das ist ja praktisch unser zweiter Heim-Grand-Prix. Das Rennen ist ausverkauft, alles ist topmodern hier. Das wird für die ganze Formel 1 eines der Highlights in diesem Jahr, ich freue mich schon sehr darauf“, so der Deutsche Red Bull-Pilot am Dienstag bei einem Medientermin auf dem Red Bull Ring.

Aufwendiges Rahmenprogramm in Spielberg geplant

Nach zehnjähriger Pause geht in Spielberg im Juni das lange erwartete Comeback der Motorsport-Königsklasse über die Bühne.Vettel schätzt das steirische Panorama, das lokale Essen und das Drumherum. Sportlich erwartet der Pilot des österreichischen Red-Bull-Teams auch ein Spektakel: Neben Konzerten und einer Flugshow kommt es am Sonntag auch zum Auftritt aller lebenden Formel-1-Österreicher in ehemaligen Formel-1-Fahrzeugen.

Vettel erfreut über Fahrt in ehemaligen F1-Fahrzeugen

In solchen saßen am Dienstag auch Vettel und Gerhard Berger. Dabei hatte der 26-jährige Weltmeister aus Deutschland einen Heidenspaß, jenen 1988er-Ferrari um den Kurs zu jagen, mit dem Berger damals in Monza gewonnen hat. Ein Auto, das praktisch so alt ist wie Vettel selbst. „Gigantisch. Ich bin noch nie ein Auto aus dieser Zeit gefahren. Zwar viel Handarbeit, aber ich wollte gar nicht mehr aufhören“, strahlte Vettel nach den Runden in dem im Gegensatz zur aktuellen Hybrid-Autogeneration dröhnend lauten PS-Geschoß. Der Deutsche genoss den Höllenlärm sichtbar. „Nur die Zuschauer haben gefehlt. Umso mehr freu ich mich, in knapp vier Wochen vor voll besetzten Tribünen zu fahren.“ Gerhard Berger wiederum übte für das Legendenrennen in einem älteren Red Bull. „Nicht nur wir Fahrer, auch die Fans werden einen Heidenspaß haben“, versprach der Tiroler.

Red Bull will noch nicht aufgeben

Wenige Wochen vor dem großen und an sich ausverkauften Heimauftritt, für den es noch 800 Restkarten gibt, ist sich Vettel der aktuellen Probleme bewusst. Sowohl der Pilot als auch Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko verneinten am Ring aber, dass angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten mit dem Renault-Antriebsstrang und der eklatanten Mercedes-Überlegenheit die Flinte ins Korn geworfen werde.

Vettel: „Unser Blick ist nach vorne gerichtet“

„Solange man mathematisch im Rennen ist, ist man dabei. Es wäre falsch, zu früh an was anderes zu denken“, beteuerte Vettel, der zuletzt in Monaco nur vier Runden weit kam und in der WM abgeschlagen Sechster ist. „Es ist bisher sicher nicht optimal gelaufen. Aber unser Blick ist nach vorne gerichtet“, versicherte Vettel mit Blick auf Kanada und den achten Saisonlauf in Österreich.

Vettel ist „kein Fan von Pech“

Dass ihm sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo bisher klar den Rang abgelaufen hat, hat auch mit den vielen technischen Pannen am Vettel-Auto zu tun. „Ich bin kein Fan von Pech. In so einem Fall ist es umso wichtiger, dass das andere Auto durchkommt. Chapeau, Daniel macht einen guten Job“, machte Vettel ganz auf Teamplayer. Ungeachtet der aktuellen Probleme hat sich Vettel deshalb vorgenommen, auch in Österreich alles zu tun, um erfolgreich zu sein. „Wir sind die zweite Kraft. Aber es wäre falsch, mit dem Ziel anzutreten, hinter Mercedes Zweiter zu werden.“

„Heimvorteil“ in Österreich für Red Bull?

Ob es in Österreich einen „Heimvorteil“ für die Red Bull geben könnte? „Nur, wenn wir noch schnell zwei Schikanen einbauen können. Dann wären die Vorteile für Mercedes geringer“, scherzte Marko. Vettel ebenso gut gelaunt: „Vielleicht hat ja hier jemand Spezis, die am Geruch erkennen, wie das Wetter wird.“ Berger ulkte: „Ich würde bei der Zeitnahme ansetzen.“

Vettel will bei Red Bull bleiben

Ein Krise im Red-Bull-Team bestritt Vettel ebenso, wie dass er sich bald vom österreichischen Rennstall abwenden könnte. Vielmehr leistete der Vierfach-Weltmeister so etwas wie einen Treueschwur. „Ich fühle mich sehr wohl, wo ich bin, und habe dem Team viel zu verdanken. Da schmeißt man nicht nach sechs schlechten Rennen alles hin. Ich bin kein Teil dieser schnelllebigen Welt.“

Red Bull-Motorsportchef Marko: „Jetzt erst recht“

Auch Marko versicherte, dass noch nichts aufgegeben wird: „Bei uns heißt es jetzt erst recht. Und mittlerweile sind wir hellauf davon begeistert, dass es beim Finale doppelte Punkte gibt. Es ist noch nicht vorbei.“

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