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Alles neu 2014: Daniel Ricciardo übertrumpft Vettel.
 

Formel 1: Vertauschte Rollen bei Red Bull

Vierfach-Weltmeister Vettel in Monaco weiter mit Technik-Pech, Red-Bull-Neuzugang Daniel Ricciardo dafür wieder top

25.05.2014 APA

Verkehrte Welt bei Red Bull: Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel muss weiter mit technischen Problemen an seinem Auto kämpfen, dafür hat Red-Bull-Neuzugang Daniel Ricciardo am Sonntag beim Grand Prix von Monaco einmal mehr groß aufgezeigt. Nach zwei Ausfällen im Toro Rosso kam der 24-jährige Australier nicht nur erstmals im Fürstentum ins Ziel, er belegte gleich auf Anhieb Platz drei.

Von Platz 5 auf Platz 3

Auf jeder anderen Strecke wäre Ricciardo wohl sogar Zweiter geworden. Trotz eines schlechten Starts, bei dem er sowohl von Vettel als auch Kimi Räikkönen auf Platz fünf verdrängt worden war, jagte er in den letzten fünf Runden den vor ihm liegenden Mercedes von Lewis Hamilton. Trotz DRS-Vorteil gab es auf dem engen Stadtkurs aber kein Vorbekommen am Engländer. Umgekehrt liegt der langsame Stadtkurs dem aktuellen Red Bull weit besser als viele andere Strecken.

Ricciardo nach Monaco-GP Vierter in der WM-Wertung

Nur vier Zehntel hinter dem Mercedes-Star holte Ricciardo, der sich vor dem Rennen trotz der überlegenen Mercedes sogar Siegchancen ausgerechnet hatte, letztlich immerhin 15 WM-Zähler. Mit 54 Punkten ist der in Monaco residierende und stets grinsende Westaustralier Ricciardo damit nach einem Drittel der WM nun sogar Gesamt-Vierter. Neun Zähler vor dem auf Rang sechs zurückgefallen Teamkollegen Vettel.

Ricciardo seit Saisonbeginn vorne dabei

Ricciardo war zwei Jahre lang beim Schwesternteam Toro Rosso aufgebaut worden. Nach dem Ende der konfliktreichen Ära zwischen Vettel und Mark Webber stieg Punk- und Manchester-United-Fan Fan Ricciardo 2014 anstelle seines Landsmannes Webber ins Einser-Team um. Und machte dort auf Anhieb glänzende Figur. Gleich beim Heim-Auftakt in Melbourne wurde der Mann aus Perth vergangenen März Dritter, danach aber wegen zu hohen Benzinverbrauchs disqualifiziert. Mit zwei dritten Plätzen in Folge in Barcelona und Monaco hat er nun aber gezeigt, dass das kein Zufall war – Ricciardo kommt mit den neuen und drehmomentstarken Hybrid-Motoren glänzend zurecht. Vettel hingegen kämpft neben dem Defektteufel auch mit der Fahrweise der neuen Boliden.

Ricciardo glücklich über Platz 3 in Monaco

„Es ist erst einmal sehr schön, hier auf dem Podium von Monaco zu stehen“, sagt der mit 1,80 m für einen Formel-1-Piloten sehr große Ricciardo. Im Finish sei es wirklich eng geworden. „Ich glaube aber, Lewis hatte ein Problem, und so war Platz drei das Beste, das wir rausholen konnten.“

Ricciardo könnte Vettel bald übertrumpfen

Geht es in der Tonart weiter, läuft Ricciardo selbst dem vierfachen Weltmeister Vettel bald den Rang ab. „Ich weiß, dass ich Talent habe. Mit jedem Rennen kommt jetzt auch noch Erfahrung hinzu“, sagte Ricciardo in Monaco. Er habe immer an sich geglaubt. Auch, dass er einen Vettel herausfordern könne. „Zum Glück hat das Team das vergangenen September auch so gesehen.“

Nächstes Nachwuchs-Talent bei Toro Rosso: Daniil Kwjat

„Wirklich stark. Ein ganz ausgezeichnetes Rennen von Daniel“, lobte auch Red Bulls Motorsportchef Hemut Marko den Mann aus seiner Nachwuchsschmiede. Bei Toro Rosso lauert schon das nächste Supertalent. Der erst 20-jährige Russe Daniil Kwjat überzeugte auch im Training von Monaco und Startplatz neun, fiel dann im Rennen aber früh aus.

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