Jean-Eric Vergne von Toro Rosso bei den Tests in Jerez
Der Toro Rosso von Vergne fing am 3. Testtag Feuer.
 

Formel 1 Testtag 4 in Jerez: Red Bull weiter mit Problemen

Red Bull hatte auch am letzten Tag der Formel-1-Tests, im südspanischen Jerez de la Frontera, massive Probleme mit seinem neuen RB10.

01.02.2014 APA

Die von Ecclestone als „Farce“ bezeichnete Regelreform der Formel 1 findet bei Red Bull derzeit in der Praxis statt. Wie bereits an den Tagen zuvor hatte der Rennstall des Weltmeisters auch am letzten Tag der Formel-1-Tests, im südspanischen Jerez de la Frontera, massive Probleme mit seinem neuen RB10. Der Teamneuling Daniel Ricciardo kam in vier Stunden nur auf sieben Runden. Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz ist über das Testdesaster nicht besorgt.

Schwerer Test für Red Bull

„Das war ein sehr schwerer Test für uns“, gab Teamchef Christian Horner zu. Denn Red Bull haderte nicht nur mit „zahlreichen Problemen“ durch Antriebslieferant Renault, das Team beklagte auch Schwierigkeiten mit der Kühlung. Weder Titelverteidiger Sebastian Vettel noch sein neuer Teamkollege konnten den Wagen richtig auf Temperatur bringen.

Probleme sollten bis zum nächsten Test gelöst sein

Am Freitag stoppte dann auch noch ein mechanisches Problem das Auto, nachdem zu Beginn der viertägigen Proberunden eine falsch montierte Feder Vettels Einsatz erst eine Viertelstunde vor Schluss ermöglicht hatte. Die Probleme sollten aber bis zum nächsten Test vom 19. bis 22. Februar in Bahrain lösbar sein, meinte Horner. Er war wie Stardesigner Adrian Newey bereits am Vortag zurück nach Milton Keynes geflogen. „Adrian hat sich garantiert schon wieder vors Zeichenbrett gesetzt“, meinte Ricciardo.

Mercedes und Ferrari mit guten Ergebnissen

Deutlich besser präsentierten sich am Freitag vorerst erneut Red Bulls Herausforderer. Nico Rosberg absolvierte eine Rennsimulation über 72 Runden über 318,816 Kilometer ohne Probleme mit dem neuen Mercedes. Auch der neue Ferrari lief wieder gut. Fernando Alonso übernahm vor Rosberg zunächst den ersten Platz.

Mercedes-Motorsportchef Wollf vorsichtig optimistisch

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist dennoch vorsichtig. Er denke nicht, dass die Silberpfeile Red Bull über den Winter eingeholt hätten. „Ich sehe uns da noch nicht“, sagte er in einem am Freitag auf der Formel-1-Homepage veröffentlichten Interview. Die WM zu gewinnen, sei keine leichte Aufgabe, betonte Wolff. „Wir können uns nicht hinstellen und sagen: 2014 werden wir beide Titel gewinnen – das wäre töricht.“

Ergebnisse 4. Testtag Jerez:

1. Felipe Massa (BRA) Williams-Mercedes 1:28,229 (86 Runden)

2. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:29,145 (115)

3. Daniel Juncadella (ESP) Force India-Mercedes 1:29,457 (81)

4. Kevin Magnussen (DEN) McLaren-Mercedes 1:30.806 (110)

5. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes-AMG 1:30.822 (41)

6. Jules Bianchi (FRA) Marussia-Ferrari 1:32.222 (25)

7. Adrian Sutil (GER) Sauber-Ferrari 1:36.571 (69)

8. Nico Rosberg (GER) Mercedes-AMG 1:36.951 (91)

9. Kamui Kobayashi (JPN) Caterham-Renault 1:43.193 (54)

10. Daniil Kvyat (RUS) Toro Rosso-Renault 1:44.016 (9)

11. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull-Renault 1:45.374 (7)

  • Ravenbird

    Die Formel Eins verkommt zu einem Tricki-Micki-Debakel für Selbstdarsteller und Lobbyisten.
    Ich würde folgende Regeländerung vorschlagen:
    Maximale Länge, Breite, Höhe vorgeben. Keine Tank- oder Reifenstops. Freistehende Räder. Motoren aus der Serienproduktion (wie BMW anno dunnemal bei den Turbos). Tankstellensprit.
    Alles andere ist frei – ohne Einschränkung. Wenn jemand mit Gleisketten fahren will statt mit Gummireifen, soll er.
    Regeln? Stewarts? Blödsinn. Wer als erster durchs Ziel fährt, hat gewonnen. Wenn es bei Prost/Senna damals diese Superg’scheiterln schon gegeben hätte, gäbe es heute keine F1 mehr. Und ich glaube nicht, daß ein einziger Fahrer im derzeitigen Feld bereit ist, sich wegen eines Vorteils so in die Kiste zu fahren, daß er sich oder andere dabei umbringt.
    Und glaubt mir eines: Die Fahrer können sich untereinander schon ein wenig helfen. Das sind keine Weicheier, die immer ein überbezahltes Kommissarchen an der Seite haben müssen.
    Startlinie, Zielflagge – wer das schnellste und haltbarste Auto hat gewinnt – so sollte dann auch die Serie auf der Straße aussehen.
    JETZT bringt die F1 für die Serie gar nix. Und das ist/war NICHT im Sinne des Erfinders.

  • hellipirelli

    Da lese ich: „Weder Titelverteidiger Sebastian Vettel noch sein neuer Teamkollege konnten den Wagen richtig auf Temperatur bringen.“
    Seit wann rauchen die Autos, wenn sie zu niedrige Temperatur haben? Könnte es nicht eher so sein, dass der „Verpackungskünstler“ Adrian Newey diesmal ein wenig übertrieben und der Motor (Krümmer, Turbo…) vor lauter Aerodynamik zu wenig Kühlung hatte? Jedenfalls sieht’s so aus, als ob sich RB den Ausflug nach Jerez sparen hätte können, denn das war eher ein Roll Out als Testfahrten, während McLaren, Ferrari und Mercedes Unmengen von Daten sammeln konnten (aerodynamische Messungen mit Staudruckmessern etc).

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